Revolutionär Sozialistische Organisation

Ein neues Terrorregime im Nahen Osten – die Geschichte wiederholt sich

Donnerstag 2. Oktober 2014

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Zugfunke - 2. Oktober 2014 als pdf

Urabstimmung: 91 % für Streik!

Der DB-Vorstand hat am 1. 10. einen neuen „Offenen Brief“ verfasst, in dem er sich weinerlich über die GDL und geplante Streiks beschwert. Gleichzeitig hat er außer 2 % mehr Lohn überhaupt nichts angeboten, vor allem nicht in Bezug auf unsere dringendsten Forderungen: Arbeitszeitverkürzung und Beschränkung der Überstunden!

Mal ehrlich: Wer glaubt denn noch, dass die Bahnchefs anders als durch das Druckmittel Streik dazu gebracht werden können, unsere Forderungen zu akzeptieren? Schließlich sind sie seit Jahren dabei, uns und das gesamte Eisenbahnsystem immer mehr auspressen, um Renditen zu steigern. Lieb sein hilft da nicht!

Sonst sind die Damen und Herren da oben doch immer voll des Lobes für den Eigennutz, das kapitalistische Mantra des „Wettbewerbs“, in dem man sich durchsetzen muss. Nun ist es an uns, uns durchzusetzen, auch wenn es denen nicht gefällt!

Grubes Reste-Rampe

Vor nicht allzu langer Zeit wurden wir über die neuen Meldeketten zur Beförderung von Rollis unterrichtet. Alles ganz wichtig und super neu und toll. Soweit die Theorie. In der Praxis musste der abendliche Stettiner Zug fast eine Stunde in Eberswalde abparken, weil das für die Entladung zuständige externe Taxiunternehmen erst den Schlüssel für die Verladerampe auf dem Bahnsteig holen musste. Denn sie haben von DB StuS nur einen Schlüssel zugeteilt bekommen, den sie erst mitnehmen dürfen, wenn ein Auftrag dazu vorliegt.

Vor einigen Jahren wäre das eine Aktion im unteren einstelligen Minutenbereich gewesen. Doch ach, wozu Aufsichten oder Servicemitarbeiter vor Ort. Alles nur Kostenstellen, die gestrichen werden müssen. Da liegt der Schlüssel! Die Begründung für die Verspätung ist natürlich ganz wahrheitsgemäß: Verzögerungen beim Ein- und Ausstieg.

Beipackzettel ohne Arzt oder Apotheker

Das Fahrer-Assistenz-System Fassi soll bis Mitte Dezember die Fahrplanunterlagen bei der S-Bahn ersetzen. Abgesehen davon, dass es bei der Ausrüstung der Führerstände mal wieder „Verzögerungen im Betriebsablauf“ gibt, wurden die Kosten für eine Einweisung auch gleich eingespart: wir kriegen einfach ein paar Zettel in die Hand gedrückt. Wie stellen die Chefs sich das vor? Nebenbei im Fahrbetrieb einfach mal unser neues elektronisches Spielzeug ausprobieren? Dabei ist doch schon die Benutzung privater Handys untersagt, mit deren Bedienung wir wenigstens bestens vertraut sind!

„Grund ist ein Schaden am Zug…“

Das müssen wir immer häufiger den entnervten S-Bahn-Fahrgästen mitteilen. Inzwischen fallen so viele ZFGs aus, dass immer öfter beide am selben Viertelzug den Geist aufgeben.

Angeblich gibt es keinen Ersatz auf dem Markt für die launischen Platinen. Aber da das Problem seit Jahren bekannt ist, müsste es richtiger heißen: „Grund ist der Sparzwang und seine Folge – mangelnde Vorsorge“!

Druckmesser

Nun kommt das Regio-Barometer wieder über uns. „Mitmachen, damit sich was tut“ ist die Parole. Was hat sich seit dem letzten „Angekreuze“ so getan? Aus den Schichten wird die letzte Minute herausge­kratzt. Jeder noch so kleine Versuch, etwas in der Planung zu ändern, scheitert an der Effizienzhürde. Schichtverschiebungen sind immer noch die Regel. Die Urlaubsplanung ist immer noch besch… .

Das „Flottenmanagement“ stolpert von einem Ersatzkonzept ins nächste. Die Disponenten sind nur am Löcher stopfen und der Überstundenberg wächst schneller als die Vulkane auf Island.

Die Propheten des Kulturwandels bekommen es seit einem Jahr nicht einmal hin, einen popligen Pausenraum in Schönefeld zu organisieren. Böse Zungen behaupten ja, dass der ganze Popanz nur dazu dient, herauszubekommen, ob sich an einigen Stellen die Schraube noch fester drehen lässt.

Im Westen was Neues

Nachdem bei Regio im Nordosten das Anreizsystem zum Energiesparen durch den Mangel an den Voraussetzungen ein Griff ins Klo zu werden scheint, ist man bei Fernverkehr im Westen schon einen Schritt weiter.

Ein ICE sollte dort mit zwei Klos seine Reise durch die Republik starten. Doch bevor das in die Hose geht, weigerte sich der Zugchef so abzufahren. Mal abgesehen davon, dass er ordentlich Arsch in der Hose bewiesen hat, hat er damit vielleicht das neue operative Anreizkonzept zum Wassersparen torpediert?! Die Prämie ist dann wohl futsch. Den kompetenten Visionären bei Regio Nordost könnte allerdings schon das Wasser im Mund zusammenlaufen.

Systemrelevant

Ca. 150 ausgefallene Züge in drei Monaten, weil DB Regio im Emsland die Lokführer in andere Bereiche des Konzerns stiften gehen. Und erst in einem Jahr übernimmt die Westfalenbahn die Strecken. Bis dahin sucht die wiederum noch 100 Lokführer. Sollte sie die eigentlich nicht schon haben, um sie schulen zu können? Angeblich soll sich im Wettbewerb ja „der Bessere“ durchsetzen. Warum laufen dann die Leute weg?

Der Bessere wird gerne mit dem Billigsten verwechselt. Der hat einen Hörfehler, wenn von guten Löhnen und Arbeitsbedingungen gesprochen wird. Damit hätten sie nicht kalkuliert. Sie fühlen sich sogar noch als Opfer der bösen Gewerkschaften.

Dabei spielen die das kapitalistische Konkurrenzsystem noch gutmütig mit. Lasst uns erst mal dahin kommen, dies ganze System in Frage zu stellen – dann vergeht den Unternehmern noch Hören und Sehen!

Push the button?

Die Anmeldebuttons in den S-Bahn-Meldestellen sind schon mal da, auch wenn noch unklar ist, ab wann sie „betriebliche Bedeutung“ bekommen. Nur dass sie für uns keine Verbesserung sind, ist schon jetzt klar. Man wird gezwungen, in jedem Fall physisch in der Meldestelle den Dienst zu beginnen und eine Stelle wird eingespart, auf der untaugliche Tfs arbeiten konnten. Und in Zukunft muss man dann bei jeder Verzögerung direkt die TPL belästigen…


Marx
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