Revolutionär Sozialistische Organisation

Ferguson - Die Bevölkerung ist auf der Straße und fordert Gerechtigkeit

Freitag 12. September 2014

Hier veröffentlichen wir einen Artikel unserer Freunde von "speak out now" in San Francisco über die Revolte der Bevölkerung in Ferguson, USA, nachdem ein junger unbewaffneter Afro-Amerikaner am 9. August 2014 von einem Polizisten erschossen wurde.

Der Artikel wurde ursprünglich auf englisch geschrieben und erschien übersetzt auf französisch in der "Convergences Rèvolutionnaires".

Ferguson – Die Bevölkerung ist auf der Straße und verlangt Gerechtigkeit

Am Samstag, 9. August, ungefähr Mittag, spielte sich eine allzu bekannte Szene ab, dieses Mal in der kleinen Stadt Ferguson, einem Vorort von St. Louis, Missouri. Ein weiterer junger Afro-Amerikaner, Michael Brown, wurde kaltblütig von einem Polizisten ermordet. Dieser ungeheuerliche Akt zog die Aufmerksamkeit der Menschen in den ganzen USA und in vielen Teilen der Welt auf sich, nicht, weil das ein abscheulicher Akt von Polizeigewalt war, sondern weil die Menschen als Antwort auf die Straßen gingen. Die Antwort der Menschen von Ferguson verbreitete sich überall im Land, jeder sprach darüber. Familien von Opfern von Polizeigewalt und Anti-Polizeigewalt-Gruppen mobilisierten für kleine aber kämpferische Demonstrationen, protestierten gegen das fortdauernde System legalisierten Tötens. Hunderte gingen nach Ferguson, um die Kämpfe zu unterstützen und sich an der Gegenwehr zu beteiligen.

Brown’s Tod war kein Unfall, das war kaltblütiger Mord. Der 18-jährige Michael Brown wurde von einem weißen Polizisten getötet, weil er auf der Straße lief. Als Brown und sein Freund die Aufforderung von Darren Wilson, die Straße zu verlassen und auf den Gehweg zu gehen, ignorierten, hielt Wilson sein Auto direkt bei ihm. Es war so nah, dass er von Browns Körper blockiert wurde, als er versuchte rauszukommen. Die Autotür traf Brown. Der Polizist packte Brown durch das Fenster und begann ihn zu würgen. Als Brown versuchte sich aus dem Griff zu befreien gab der Polizist einen Schuss ab. In der Verwirrung begannen die zwei jungen Männer zu rennen. Wilson verließ das Auto und schoss auf Brown. Brown drehte sich herum, hob die Hände und sagte: “Nicht schießen”. Insgesamt trafen sechs Schüsse Michael Brown, die ersten vier in den rechten Arm und die Schulter. Zeugen sagen, dass Brown auf die Knie ging zu diesem Zeitpunkt, sich nieder beugte und sich ergab. Noch am Leben, schoss Wilson Michael Brown zwei weitere Male in den Kopf.

Die Ungeheuerlichkeit dieses Vorfalls endete nicht mit den Schüssen. Kein Notfallrettungswagen wurde gerufen, um dessen Leben zu retten. Michael Brown wurde zurückgelassen um auf der Straße zu sterben. Seine Leiche wurde zurückgelassen für vier Stunden! Das läuft auf das gleiche hinaus wie offizielle Lynchjustiz – genau wie die Lynchjustiz vor Jahrzehnten, bei denen die Leichen junger Afro-Amerikaner an den Bäumen für alle sichtbar hingen.

Schon bald versammelten sich Menschen an der Stelle, brachten Plüschtiere, Blumen, Kerzen und andere Dinge um einen dieser allzu bekannten Altare für ein junges Leben zu erschaffen, das durch Gewalt auf den Straßen verloren wurde. Die Wut über diese Ungerechtigkeit wuchs und die Menschen marschierten zur Polizeistation, um die Bestrafung und Inhaftierung des Polizisten zu verlangen (Mehr als einen Monat später ist der Polizist immer noch frei und außerhalb der Stadt bezieht er sein Gehalt). Als sich mehr als 1.000 versammelten hatte die Polizei nicht genug Kräfte um damit umzugehen. Einige Geschäfte wurden angezündet und geplündert. Tag für Tag gingen Menschen in den folgenden Wochen auf die Straße. Polizeikräfte aus der Region und der Missouri Nationalgarde wurden gegen die Bevölkerung mobilisiert und verwandelten Ferguson in ein Kriegsgebiet. Einsatzkräfte, ausgerüstet mit High-Tech-Kampfausrüstung, gingen rein mit massiven Kräften. Sie terrorisierten sie in den Straßen und in ihren Häusern, mit bewaffneten Fahrzeugen, Blendgranaten, Tränengas, Gummigeschossen und scharfer Munition.

Dieser Aufmarsch der Kräfte reichte nicht, um die Leute zurückweichen zu lassen. Die Führungsleute versuchten, tagsüber ihre Kräfte abzuziehen – friedliche Märsche unterstützend und nachts eine Ausgangssperre, Angriffe und Verhaftungen derjenigen, die die Ausgangssperre missachten. Keine dieser Taktiken funktionierten sofort.

Die Krise, das ist für so viele das tägliche Leben – die Armut, die Arbeitslosigkeit, die Entlassungen, die Drogen, die Hoffnungslosigkeit dominieren das Leben vieler, das explodierte auf den Straßen. Ferguson ist nicht allein. Viele kleine Städte und Großstädte wie Detroit, Camden, Oakland, Baltimore und New Orleans sind Symbole für die Krise, die dieses System für so viele hervorgebracht hat.

Die offizielle Arbeitslosenquote beträgt in Ferguson bei den 16- bis 24-jährigen fast 50% unter den Afro-amerikanischen Männern. Für junge weiße Männer ist sie rund 15%. Zusätzlich zu einem Leben mit wenig Möglichkeiten sehen sich junge Afro-Amerikaner einer Polizei gegenüber, die 94% weiß ist. Die Polizei so wie der Rest der lokalen Behörden in Ferguson ist ein Überbleibsel aus den 90ern, als die Stadt zu 73,8% weiß war. Sie hat einen weißen Bürgermeister, eine Schulaufsicht mit sechs weißen Mitgliedern und einem Hispanic und einen Stadtrat mit nur einem Afro-Amerikaner. Heute ist Ferguson zu 67.4% afro-amerikanisch.

Ein Beispiel für systematische Diskriminierung und Drangsalierung der afro-amerikanischen Bevölkerung ist das Ausstellen von Strafzetteln an Autofahrer und Einwohner der Stadt. Zwanzig Prozent des Finanzhaushaltes der Stadt (total $ 2.635.400) kommen von Strafzetteln für Verkehrsdelikte und Verletzung verschiedenster kommunaler Gesetze. Ein Blick auf die offizielle Statistik ist ein Beweis über die rassistische Funktionsweise des Systems und der Polizei, die es durchsetzt.

Insgesamt in 86% aller Autostopps durch die Polizei sind afro-amerikanische Autofahrer betroffen, obwohl die Afro-Amerikaner gerade 67% der Bevölkerung ausmachen; im Vergleich dazu sind 29% der Bevölkerung in Ferguson weiß, aber sie machen nur 12,7% der Autostopps aus. Wenn man in Ferguson angehalten wurde, dann ist die Wahrscheinlichkeit für Afro-Amerikaner durchsucht zu werden doppelt so hoch wie für Weiße (12.1% vs. 6.9%) und doppelt so wahrscheinlich verhaftet zu werden (10.4% vs. 5.2%). Durchsuchungen bei einzelnen Afro-Amerikanern führen in nur 21,7% der Fälle zur Entdeckung von Schmuggelware, während dieselben Durchsuchungen von Weißen in 34,0% der Fälle zu Schmuggelware führen.

Für manche mag das wie eine Unannehmlichkeit aussehen, aber es ist mehr als das. Für die ärmsten Angehörigen der Stadt können diese Strafen den großen Unterschied machen, ob sie Miete für die Wohnung oder für Lebensmittel für die Familie bezahlen können. Autos werden oft beschlagnahmt, was bedeutet, dass die Menschen nicht zur Arbeit kommen. Ein Tag Arbeitsversäumnis kann zur Entlassung führen. Nicht die fällige Strafe bezahlen zu können bedeutet eine große Erhöhung der Strafe und schlussendlich Gefängnis. 2013 behandelte das Kommunale Gericht in Ferguson 24.532 Haftbefehle und 12.018 Fälle, oder anders ausgedrückt über drei Haftbefehle und 1,5 Fälle pro Haushalt.

Die Polizeiakte sind nicht begrenzt auf die kleinen alltäglichen Schikanen und Drohungen. Es gibt ständige Bedrohungen und Handlungen mit Gewalt. Ein Beispiel für einen kürzlichen Angriff auf einen jungen Mann in Ferguson ist die Verprügelung von Henry Davis, der verwechselt wurde mit jemand anderes, verhaftet, brutal geschlagen und schließlich wegen Sachbeschädigung verurteilt wegen „Bluten auf eine Polizeiuniform“! Es dürfte kaum eine Überraschung sein, dass Ferguson explodierte.

Diese Polizeigewalt breitet sich über die ganze USA aus. Eine kürzliche Studie zeigte, dass im Jahr 2012 die Polizei, Sicherheitsleute und selbsternannte Nachbarschaftswachen zusammengefasst mehr als 313 afro-amerikanische Menschen töteten – einen alle 28 Stunden. Selbst die Statistik des FBI zeigt, dass innerhalb von 7 Jahren bis 2012 fast zwei Mal pro Woche ein weißer Polizist eine afro-amerikanische Person tötete.

Immer wieder töteten Polizisten kaltblütig, während deren Taten von zahlreichen Menschen beobachtet wurden oder gefilmt wie bei Oscar Grant in Oakland, der von einem Polizisten, der auf ihm kniete, direkt vor hunderten von Zeugen erschossen wurde. Die Antwort der Polizisten war der Versuch, sämtliche Mobiltelefone zu beschlagnahmen und die direktesten Zeugen zu terrorisieren. Der Polizeibeamte verließ den Bundesstaat nach dem Mord, blieb weiter auf der Gehaltsliste, wurde schließlich vor Gericht gestellt und freigesprochen, weil er behauptete, er habe gedacht einen Teaser zu benutzen und nicht seine Pistole. Immer und immer wieder dieselbe Story. Ein paar Tage nach Michael Browns Tod wurde ein verstörter afro-amerikanischer Mann, der ein Messer schwenkte, im nahen St. Louis, 8 km von Ferguson entfernt, kaltblütig niedergeschossen. In New York City, am 17. Juli, wurde Eric Garner, Vater von sechs Kindern, Großvater von zwei Enkeln und bekanntes Mitglied der Gemeinde von einem New Yorker Polizisten zu Tode gewürgt durch Anwendung eines Würgegriffes, der ausdrücklich illegal war. Diese Liste wird länger und länger, und die Cops laufen rum, frei um weiter zu töten.

Die Antwort auf den Tod von Michael Brown mag ein Signal für eine Änderung sein und es ist klar, dass die Staatsgewalt dies bemerkt. Prominente sogenannte Führer der afro-amerikanischen Community, Al Sharpton und Jesse Jackson, flogen früh nach Ferguson. Die Menschen in den Straßen waren nicht interessiert an ihren Aufrufen zur Ruhe und den Ärger durch die Wahl afro-amerikanischer Leute zum Ausdruck zu bringen. Die Menschen haben Afro-Amerikaner gesehen, die in Ämter gewählt wurden, und auch wenn die offenkundigsten rassistischen Handlungen abgeschwächt wurden, die Lebensbedingungen haben sich kaum geändert, und tatsächlich haben sie sich in den letzten Jahrzehnten nur verschlechtert.

Eric Holder, Obamas Generalstaatsanwalt, flog ein um Gerechtigkeit zu versprechen. Während seine Versprechungen vielleicht einige beruhigt haben, die Verärgerung der Community zeigte sich weiterhin auf den Straßen. Und während er seine Versprechungen machte, wurden die Polizisten von den Hauptstraßen in Ferguson abgezogen und die Wohnviertel gebracht, wo sie weiterhin die Menschen bedrohten.

Beweise werden wahrscheinlich vor ein Geschworenengericht gebracht, im Wesentlichen ein Komitee von Einwohnern, das ausgewählt und geleitet wird von Behördenchefs, um die Beweislage des Verbrechens zu untersuchen. Diese Untersuchungen finden im Geheimen statt und werden oft genutzt, um diese Art von Verbrechen zu deckeln. Es ist möglich in dieser Situation, dass Michael Browns Mörder vor Gericht gebracht und zu einer Gefängnisstrafe verurteilt werden könnte (mit der Aufhebung des Urteils wenig später). Diejenigen, die die Gesellschaft beherrschen, müssen den Anschein aufrecht erhalten, an der Spitze einer Gesellschaft mit Gesetzen zu stehen. Aber sie können nicht diejenigen fallen lassen, die sie dafür trainiert haben, ihre Ordnung durch Gewalt aufrecht zu erhalten.

„No Justice – No Peace“ („Keine Gerechtigkeit – Kein Frieden“), ist ein weit verbreiteter Slogan auf Demonstrationen und in Diskussionen im ganzen Land im Nachgang auf diese legale Lynchjustiz. Aber die Realität ist, dass es keine Gerechtigkeit geben kann für diejenigen, die an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden in die ärmsten Teile kleiner Städte überall in den USA. Keine Gerechtigkeit kann in den Vierteln gefunden werden, wo die Schulen sich nicht mal den Anschein geben, Bildung zu vermitteln, wo es keine Jobs gibt oder sinnvolle Aktivitäten für junge Menschen um an der Gesellschaft teilzuhaben, wo Drogen eine Möglichkeit für Flucht aus alledem liefern genauso wie ein Einkommen für die Menschen – für junge und alte. Die Lage in diesen Community wird aufrecht erhalten durch zunehmend repressive Polizeigewalt, bewaffnet mit den modernsten militärischen Ausrüstungen und trainiert im Häuserkampf von der Bundesregierung oder manchmal israelischen Kräften. Für die Menschen in den Wohnvierteln – Schwarze, Braune, Weiße – für sie wird es keine Gerechtigkeit oder Frieden geben, bis es nicht einen massiven Umsturz gibt um das zu bringen. Und Ferguson könnte ein Schritt in diese Richtung sein.

Ida B. Wells (eine Führerin der Bürgerbewegung gegen Lynchjustiz in den 1890er) sagte: „Das nationale Verbrechen unseres Landes ist die Lynchjustiz. Das ist nicht das Geschöpf einer Stunde, der Ausbruch einer unkontrollierten Furie oder die unaussprechliche Brutalität eines wahnsinnigen Mobs.“

Wenig hat sich mehr als 100 Jahre später geändert. Es ist dasselbe System. Dieselbe Taktik. Dieselbe Lösung bleibt.


Ferguson – People Take To the Streets Demanding Justice

On Saturday, August 9, around noon, an all-too familiar scene took place, this time in the small town of Ferguson, a suburb of St. Louis, Missouri. Another unarmed young African-American man, Michael Brown, was murdered in cold blood by a cop. This outrageous act attracted the attention of people across the U.S. and in many parts of the world, not because it was an outrageous act of police brutality, but because people took to the streets in response. The response of people in Ferguson spread across the country, everyone was talking about it. Families of victims of police violence and anti-police brutality groups mobilized small but militant demonstrations, protesting the persistent pattern of legalized murder. Hundreds of people went to Ferguson to support the struggle and join in the fightback.

Brown’s death was no accident, it was cold-blooded murder. Eighteen year old, Michael Brown was killed by a white cop for walking in the street. When Brown and his friend ignored police officer, Darren Wilson’s order to get off the street and onto the sidewalk, Wilson pulled his car next to them. It was so close that when he tried to get out, he was blocked by Brown’s body. The car door hit Brown. The cop then grabbed Brown through the window and started choking him. When Brown tried to free himself from his grip, the cop fired a shot. In the confusion, the two young men started running. Wilson got out of his car and shot at Brown. Brown then turned around, put his hands up and said, “Don’t shoot“. At least 6 bullets hit Michael Brown, the first four in the right arm and shoulder. Witnesses say, that Brown got down on his knees at this point, bowed down and surrendered. Still alive, Wilson shot Michael Brown two more times in the head.

The outrage of this incident didn’t stop with this shooting. No emergency medical response team was called to save his life. Michael Brown was left to die in the street. His body was left in the street for four hours! This amounts to an official lynching – just like the lynchings decades before that left bodies of young African American men hanging from a tree for all to see.

Soon, people gathered at the site, bringing stuffed animals, flowers, candles and other items to construct one of the all too familiar alters to another young life lost to the violence of the streets. The anger over this injustice built and people marched on the police station, demanding that the cop be charged and arrested. (More than a month later the cop is still free and out of town, drawing his salary.) With more than 1000 gathered, the cops didn’t have the forces to deal with them. Some stores were burned and looted. Day after day, for the following weeks, people took to the street. Police forces from the area and the Missouri National Guard were mobilized against the population turning Ferguson into a war zone. The invading forces, outfitted with high-tech battle gear, moved in with massive force. They terrorized those in the streets and in their homes, with armored vehicles, flash grenades, tear gas, beanbag guns, sound cannons, rubber bullets and live ammunition.

This show of force was not enough to cause people to retreat. The authorities tried removing their forces during the day – encouraging peaceful marches and established curfews at night, attacking and arresting those who violated the curfew. None of their tactics worked immediately. The crisis that is daily life for so many - the poverty, the unemployment, the foreclosures, the drugs, the hopelessness that dominates so many lives burst out on the streets of Ferguson. Ferguson is not alone. Many small towns and cities like Detroit, Camden, Oakland, Baltimore, and New Orleans are symbols of the crisis this system has created for so many.

The official rate of unemployment in Ferguson, age 16 to 24 is close to 50% for African American men. For young white men it is around 15%. In addition to facing a life with few opportunities, young African-American men face a police force that is 94% white. The police force, of Ferguson, like the rest of the local power structure, is a holdover from the 1990swhen the town was 73.8% white. It has a white mayor; a school board with six white members and one Hispanic and a City Council with just one African American member. Today Ferguson is 67.4% African American.

An example of the systematic discrimination and harassment of the African American population is the ticketing of drivers and residents in the town. Twenty percent of the town’s budget (a total of $2,635,400) comes from traffic fines and fines for violations of various city laws. A look at the official statistics is proof of the racist functioning of the system and the cops who impose it.

Overall, 86% of vehicle stops by police involved a African American motorist, although African Americans make up just 67% of the population; by comparison, whites comprise 29% of the population of Ferguson but just 12.7% of vehicle stops. After being stopped in Ferguson, African Americans are almost twice as likely as whites to be searched (12.1% vs. 6.9%) and twice as likely to be arrested (10.4% vs. 5.2%). Searches of African American individuals result in discovery of contraband only 21.7% of the time, while similar searches of whites produce contraband 34.0% of the time.

To some this may seem like an annoyance, but it is more than that. For the poorer members of the town these fines can mean the difference between paying rent or feeding the family. Cars are often impounded, meaning people can’t get to work. Missing a day of work can result in being fired. Not being able to pay the fine when it is due, means a big increase in the fine and ultimately jail time. In 2013, the Ferguson Municipal Court handled 24,532 warrants and 12,018 cases, or about 3 warrants and 1.5 cases per household.

The acts of the police were not limited to the petty day-to-day harassment and threats. There were the constant threats and acts of violence. One example of recent attack on a young man in Ferguson can be seen in the beating Henry Davis who was mistaken for someone else, arrested, brutally beaten and then charged with property destruction for “bleeding on officer’s uniforms!” It should come of little surprise that Ferguson exploded.

This police violence extends across the U.S. A recent study shows that in 2012, the police, security guards and self‐appointed vigilantes summarily executed more than 313 African American people -one every 28 hours. Even the statistics gathered by the FBI show that nearly two times a week in the United States, a white police officer killed a African American person during a seven-year period ending in 2012.

Time after time cops have murdered in cold blood, their actions witnessed by scores of people or filmed like Oscar Grant in Oakland, who was shot in the cop by a cop kneeling on top of him in front of hundreds of witnesses. The response of the cops was to attempt to confiscate people’s mobile phones and terrorize the closest witnesses. His police executioner left the state following the murder, remained on the payroll, finally stood trial and was acquitted because he claimed he thought he was using a taser and not his handgun. Over and over it is the same story. A few days after Michael Brown’s murder, a disturbed African American man, brandishing a knife was shot down in cold blood in nearby St. Louis, 8 km for Ferguson. In New York City, On July 17, Eric Garner a father of six, grandfather of two and a well-known member of a community was strangled to death by a New York cop applying a chokehold, which has been explicitly outlawed. This list goes on and on, with the cops walking away free to kill again.

The response to the murder of Michael Brown may signal a shift and it is clear that the authorities recognize this. Prominent so-called leaders of the African American community, Al Sharpton and Jesse Jackson, flew into Ferguson early on. The people in the streets were not interested in their calls for calm or focusing their anger on electing African Americans. People have seen African Americans elected to office and while it may blunt the more overt acts of racism, the conditions of life have changed little and in fact, over the past decades have only worsened.

Eric Holder, Obama’s Attorney General, flew in promising justice. While his promises may have appeased some, the anger of the community still manifest itself in the streets. And while he was making his promises, the presence of the cops on the central streets of Ferguson, was moved into the neighborhoods where they continued to threaten people. Evidence is supposedly being presented to a Grand Jury, basically a committee of citizens who are selected and guided by the authorities to examine evidence of crimes. These investigations are conducted in secret and are often used to cover up these sorts of crimes. It is possible, with all the focus on this situation that Michael Brown’s murder could be brought to trial and maybe even convicted (with the conviction being overturned quietly later on.) Those who run the society need to maintain their pretense of presiding over a society ruled by law. But they cannot abandon those they have trained to maintain their order through force.

“No Justice, No Peace,” is a commonly heard slogan in the aftermath of one of these legal lynchings in the demonstrations and discussions across the country. But the reality is that there can be no justice for those who are pushed to the margins of society in the poorest sections of small towns and cities across the U.S. No justice can be found in communities whose schools don’t even make a pretense of providing education, where there are no jobs or productive activities for young people to participate, where drugs provide a means of escape as well as a major source of income for people – young and old. The conditions of these communities are maintained by the increasingly repressive police force, armed with the most modern military equipment and trained by the Federal government or sometimes-Israeli forces in the tactics of urban warfare. For the people of these communities – Black, Brown or white – there will be no justice or peace – unless there is a massive upheaval to bring that about. And Ferguson could well be a step in that direction.

Ida B. Wells (a leader in led an anti lynching movement in the 1890s) said: “Our country’s national crime is lynching. It is not the creature of an hour, the sudden outburst of uncontrolled fury, or the unspeakable brutality of an insane mob.”

Little has changed more than 100 years later. It is the same system. The same tactics. The same solution remains.


Marx
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