Revolutionär Sozialistische Organisation

Frankreich: Lehrerinnen und Schüler streiken gemeinsam!

Dienstag 22. April 2008

Unter dem Präsidenten Sarkozy plant die französische Regierung einen Bildungsabbau, der es in sich hat. Schon zum nächsten Schuljahr sollen 11.200 Lehrerstellen weggespart werden, in den nächsten fünf Jahren sollen es insgesamt 80.000 werden. Das heißt, mehr als jede 10. Stelle in öffentlichen Schulen soll eingespart werden. Die Folgen: Es werden Klassen zusammengelegt, so dass 35 SchülerInnen pro Klasse üblich werden. Weitergehende Unterrichtsangebote (zusätzliche Fremdsprachen, AGen, usw.) sollen gestrichen werden. Außerdem wird das „bac pro“, eine Art Fachabitur, um ein Jahr verkürzt. Das spart nicht nur Unterricht ein, sondern entwertet diesen Abschluss, den vor allem Arbeiterkinder machen. Auch die sonstigen Kürzungen treffen besonders die armen Bezirke und Regionen.

Für die Lehrer, die an den Schulen verbleiben, soll die Arbeitszeit um 4 Unterrichtsstunden verlängert werden und sie sollen untereinander in Konkurrenz gesetzt werden, mit einem quasi allmächtigen Schulleiter als Chef.

Seit dem 18. März protestieren und streiken LehrerInnen in verschiedenen Schulen in Frankreich. Auch Eltern haben sich mobilisiert und sogar Schulen besetzt! Eine neue Dynamik hat die Bewegung durch das immer massivere Auftreten von SchülerInnen erhalten, die seit Ende März zweimal wöchentlich auf die Straße gehen. Am 10. April waren in Paris über 30.000 auf der Straße, im restlichen Frankreich in etwa noch mal so viele.

In der Region rund um Paris, wo die Bewegung bisher am stärksten war, haben am 19. April zweiwöchige Schulferien begonnen. Doch da andere Gegenden schon wieder aus den Ferien zurückkommen, kann der Staffelstab hoffentlich weiter gegeben werden.


Marx
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