Revolutionär Sozialistische Organisation

Arbeitszeiten reduzieren – Stellenabbau bekämpfen!

Donnerstag 16. Oktober 2014

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Zugfunke - 15. Oktober 2014 als pdf

Konsequent streiken schont die Nerven

Weselsky hat im „Morgenmagazin“ vom 8. 10. gesagt, nicht unbefristet streiken zu wollen, aus Rücksicht auf die vom Streik betroffenen Menschen. Doch gerade wenn wir an die Fahrgäste denken, müssen wir im Gegenteil einen unbefristeten Streik vorbereiten:

Die bisherigen Kurzstreiks haben die DB keinen Fußbreit bewegt und auch vom jetzigen 14-stündigen Streik ist das nicht zu erwarten. Wir wissen doch von 2007, dass viele kleine Nadelstiche nicht das bewirken, was ein mehrtägiger Streik durchsetzen kann!

Früher oder später wird also ein längerer Streik nötig, um unsere Forderungen nach kürzeren Arbeitszeiten und einem Ende des Überstunden­marathons durchzusetzen. Wenn so ein Streik lang genug vorher angekündigt wird, können sich auch die Fahrgäste darauf einstellen. Und mit einem unbefristeten Streik ersparen wir den Fahrgästen all die kleineren Streiks, die unnötig sind, weil die Bahn sie einfach aussitzt.

Schon nach 3 Tagen Streik, insbesondere im Güterverkehr, kann man sicher sein, dass die gesamte Politik und Wirtschaft ein Interesse daran haben wird, dass unsere Forderungen schnell erfüllt werden!

Was tun, wenn’s streikt?

Um den Streik erfolgreich zu machen, kann jeder von uns noch mehr tun: Wir können gemeinsam auf andere Bahner und Bahnerinnen zugehen und die Diskussion mit nicht Streikenden suchen. Die Sparwut trifft schließlich alle, nicht nur das Fahrpersonal. Und ein erfolgreicher Streik hilft allen Kollegen und braucht auch deren Unterstützung!

Wir können auch gemeinsam die Fahrgäste aufklären über die wahren Hintergründe des Streiks.

Und wir können gemeinsam diskutieren, welche Teile unseres Forderungskataloges uns am wichtigsten sind und auf keinen Fall am Verhandlungstisch geopfert werden dürfen! Dafür müssen wir zusammenkommen, sobald es streikt!

DB versucht, kleine Löcher in den Streik zu bohren

Bei den internationalen Verbindungen sollten Streikende die Nacht lang den Zug warm halten… alles unter dem Vorwand, die Fahrgäste zu schonen, die der DB ach so sehr am Herzen liegen. Wenn die DB sich so große Sorgen um die Fahrgäste macht, dann sollen die Chefs selbst auf die Züge kommen oder die Fahrgäste ins Hotel stecken.

Im Streik versuchten auch TP hier und da uns zu ein paar Fahrten zu bewegen. Will die DB wirklich die Fahrgäste schonen, dann soll sie unsere Forderungen unterschreiben!

Vorsicht: Glücksritterbande zieht rum

Um die S-Bahn Berlin buhlen nur noch die DB und National Express. Doch letztere haben öffentlich spekuliert, sich ebenfalls aus der Ausschreibung zurückzuziehen. Am Ende bleibt von dem Poker, dass unter dem Vorwand der Ausschreibung die Arbeitsbedingungen sich verschlechterten und der Staat die Züge bezahlen soll.

Der Tross ist weiter gezogen: Nächstes Jahr soll dasselbe Spiel in München mit der S-Bahn beginnen. Das S-Bahn-Netz soll zerhackstückt werden. Schwer vorstellbar, dass die Bahnkollegen die Bande einfach ihr Werk machen lässt...

Suchbild: Wo ist der Unterschied...?

In dem letzten „längeren“ (Warn-)Streik hatten eine kurze Nacht lang streikende und arbeitende Kollegen Zeit, zusammen über die Bedingungen zu sabbeln, unter denen wir arbeiten. Da war oftmals gar nicht zu unterscheiden, wer Streikender war oder nicht. So eng lagen die Meinungen beieinander.

Es gab keinen Groll aufeinander, sondern eher auf die (Fehl-)Entscheidungen in den Führungsetagen.

Eine Nacht lang war unter uns kaum eine Lücke festzustellen, egal um welche Gewerkschaftsfahne wir tanzen. Noch einige Runden und wir Eisenbahner werden uns schon einig. Wenn die notwendigen Forderungen erreicht sind, können wir uns immer noch darum streiten, wer die schönere Gewerkschaftsfahne hat.

Planmäßig verplant

Bei Regio ist das Gerangel um die guten Urlaubszeiten gelaufen und einige sind mal wieder auf der Strecke geblieben. Pech gehabt? Viel Ärger ließe sich durch eine bessere Ruhetagsplanung, besonders der Wochenenden, ausschließen.

Doch auf so viel Flexibilität lässt sich Regio nicht ein. Auch die Planung auf mehrere Meldestellen auszudehnen oder mit Leitungen umzukuppeln, kommt für sie nicht in die Tüte.

Wir sollen immer geschmeidig sein, selbst dann noch, wenn das Management Probleme selbst verschuldet hat. Aber verlangen wir dies nur für unsere einzig verbliebene und fest planbare Zeit im Jahr, wird komplett auf stur geschaltet.

Ablasshandel

Nicht mehr als 50 Überstunden pro Nase! Das ist eine der wichtigsten Streikforderungen: nicht nur, weil sie uns unsere Erholung sichert, sondern auch, weil dann der Personalmangel nicht mehr auf unserem Rücken versteckt werden kann und endlich eingestellt werden muss!

Bei Regio Nordost gibt es die Betriebsvereinbarung (BV) Arbeitszeit, in der genau das schon drinsteht. Aber eine BV kann vom Betriebsrat einfach „ausgesetzt“ – also für nutzlos erklärt– werden. Auch dieses Jahr hat die Bahn eine Mehrheit im Betriebsrat gefunden, die dabei mitgespielt hat. Dafür hat die Bahn wohl mit ein paar Einstellungen gewunken. Dabei hätte man gestützt auf die BV viel mehr Neueinstellungen durchsetzen können!

Offenbar können wir uns nur selbst schützen, indem wir alle gemeinsam durch Streik eine Regelung gegen die Überstundenberge durchsetzen.

Schnupperkurs

Habt ihr auch das Gefühl, dass der Unterricht nur noch ein kurzes Hineinriechen in den Berg der aufgeweichten Vorschriften, Richtlinien und Abweichungen von Regeln in anderen Weisungen ist?

Eigentlich müssten wir eine Woche Sonderurlaub bekommen, um da mal Klarheit zu kriegen. Wenn das überhaupt noch geht. Im Gegensatz zu denen, die diese Zettelwirtschaft verursachen, haben wir nämlich noch anderes zu tun auf Arbeit.

Wenn wir ernsthaft jede Situation „nach Aktenlage“ entscheiden würden, würde kein Zug mehr pünktlich abfahren!


Marx
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