Revolutionär Sozialistische Organisation

Opfer von Ebola… und dem Kapitalismus!

Donnerstag 30. Oktober 2014

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Der Zugfunke - 30. Oktober 2014

Im dunklen Tappen?

Ein Streiklokal in der finstersten Ecke am Ostkreuz, an der schon im schönsten Sonnenschein depressive Gedanken entstehen, macht die Hoffnung auf einen Erfolg nicht gerade größer. Wir dürfen uns in Zukunft nicht verkriechen, als ob wir Angst vor uns selber hätten.

Ein Streik lebt von dem Gefühl, zusammen zu gehören und gemeinsam die Kraft zu haben, etwas bewegen zu können. Das müssen wir unseren Kollegen und den Menschen da draußen zeigen. Die Kumpels des Bahnmanagements in den Medienkonzernen werden schnell im Dunklen tappen, wenn sie Argumente suchen, um die arbeitenden Menschen gegen uns aufzuhetzen.

Aufeinander zugehen

Was haben ein Bauarbeiter auf Montage und eine Zug­begleiterin gemeinsam? Das nervige Rumhängen in Hotels bei auswärtiger Ruhe und die fehlende Freizeit. Was haben eine Altenpflegerin und ein Lokführer gemeinsam? Die stressigen überlangen Schichten.

Solche Geschichten konnten wir hören, wenn wir im Streik vor die Bahnhöfe gezogen sind. Fahrgäste sind auch Malocher und gucken mit Sympathie auf den Streik... wenn wir unsere Forderungen erklären. Die Angstmache aus der Gewerkschaftszentrale und Hetze aus dem Bahntower passen nicht zu diesen positiven Erfahrungen.

Nur ein unverstandenes, zänkisches Bergvolk...

So werden die streikenden Lokführer gerne dargestellt. Und ja, es ist schwer, sich von außen ein wirkliches Bild von unseren Arbeitsbedingungen zu machen. Auch innerhalb des unterschiedlich organisierten Fahrpersonals kam es zu Reibereien.

Wir sollten andere Meinungen gerade in dieser Ausnahmesituation respektieren, da der Druck auf alle sehr groß ist. Und gerade der Streik bietet doch Zeit sich über vieles auszutauschen. Wir sollten viel offener in die Werkstätten, zu den Aufsichten, zur Bahnreinigung usw. gehen und es nicht zulassen, dass die Wichtigtuer aus den Plüschetagen ihre Geschichten von den bösen Lokführen erzählen.

Fehlinvestition?

Ein Chef ließ im Streik Kollegen mit Minusstunden an­treten, obwohl nix fuhr. Sie saßen nur rum. Das ist bezahlte Zeit für die Bahn. Sollte den Kollegen, die alle lange Fahrtwege haben, eins reingewürgt werden, damit sie sauer auf die Streikenden sind und wir uns untereinander bekriegen? Stattdessen gab es nette Gespräche und Diskussionen unter Streikenden und Nicht-Streikenden, ist ja auch sonst viel zu wenig Zeit dafür.

Streiktipp der Woche

"Die Auswirkung auf die Wirtschaft ist im Güterverkehr natürlich gravierend. Bei einem kurzfristigen Streik lässt sich das möglicherweise regeln. Wenn das aber ein längerfristiger Streik ist, kann das, aufgrund der Produktionsketten, die wir in Deutschland haben, in ganz, ganz hohe Beträge hineingehen." (Roland Wolf, Chef der deutschen Arbeitgeberverbände) Fazit: Streiks, deren Ende nicht von vornherein feststeht, machen den Bossen zu schaffen und erhöhen die Chance, dass wir unsere Forderungen durchkriegen.

Frecher kleiner Lokführer

Etikettenschwindel

Da ist er nun angekündigt: Der Gesetzentwurf zur Tarifeinheit. Nur kann man nicht so recht erkennen, wie das die zerstückelten Tarifverträge kitten soll. Gleiche Arbeit – gleicher Lohn, Bekämpfung von Leiharbeit und die vielen Schweinereien der Unternehmen um ihren Profit zu erzielen?! Darüber wird nix in dem Entwurf stehen.

Es geht wohl eher um ein Streikeinschränkungsgesetz. Denn die Kapitalisten wissen genau, dass ihre Wirtschaftsordnung die nächste Krise in sich trägt, wie die Wolke den Regen. Und wenn sich dann die Arbeitenden einig sind... darauf bereiten sie sich vor.

Bunte Kollateralschäden

Die Bahn hatte schon vor Beginn der Streiks Züge aus den Umläufen genommen und abgestellt. Dann kam die Rechnung: Is halt jetzt ein bisschen bunter auf den Gleisen. S-Bahn-Chefs beklagen sich laut über das Graffiti. Tja, hätten sie uns eben im Streik die Züge an den Bahnsteigen abstellen lassen...

Ausschreibung abschreiben!

Nun hat sich auch National Express aus der Ausschreibung zurückgezogen. Zu unser aller Glückseligkeit dient dieser Pseudowettbewerb eh nicht, nur zum Kohle machen. Unter dem Vorwand der Ausschreibung sollen wir seit Jahren die Arschbacken zusammenkneifen. Ein Grund mehr, dass all die Maßnahmen „wegen des Wettbewerbs“ (Aufsichten!) rückgängig gemacht werden!

Abgedampft Als ein paar Streikende in den Hauptbahnhof zogen und sich in der Haupthalle breit machten, wollte ein Bahnhofschefchen sein „Hausrecht“ ausüben. Wer im Haus im Recht war, war schnell klar. Klein mit Hut zog er ab, denn die Bundespolizei zu rufen, war er nicht bereit.

Das alte Frage – Antwort – Spiel

Die Zubis von Regio werden abgefragt, ob es in Zukunft reine U+K Pläne oder reine Basispläne oder alles gemischt geben soll. Mmmm... wie nun entscheiden? Denn für die wichtige Frage: Wie sehen die Schichten aus, die in die Pläne sollen? Dieses Kästchen fehlt. Was nutzt ein Basisplan mit sechs Schichtantritten zwischen zwei und drei Uhr morgens pro Woche? Als Wachkomapatient nach der dritten Schicht verschwimmen die Unterschiede sowieso zu einer trüben willenlosen Bewusstseins-Suppe.

Schein-Ausbildung

Einstellungen sind dringend nötig... und was macht die Bahn? Siebt bei den Bewerbern Leute aus, die nicht auf Bildungsgutschein vom Arbeitsamt kommen. Die Bahn gehört zu den Parasiten, die den Staat anzapfen, wo es nur geht.


Marx
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