Revolutionär Sozialistische Organisation

Unsere Forderungen sind nicht verhandelbar

Sonnabend 8. November 2014

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Zugfunke extra - 8. November 2014

Der Kampf für Arbeitszeitverkürzung und Senkung der Überstunden, der gemeinsame Kampf von Lokführern, Zugbegleitern und Gastros, der Kampf für eine wirkliche Vereinbarkeit von Beruf und Familie, dieser Kampf hat begonnen… Selbst das Landesarbeitsgericht gibt uns Recht. Weselsky hat nun nach der Entscheidung des Gerichts der DB die Hand gereicht…

Doch diese Hand wird die Bahn nehmen und versuchen, uns über den Tisch zu ziehen. Die DB-Führung wird nicht klein beigeben, auch nicht, wenn wir nett sind und den Streik des lieben Frieden Willens aussetzen. Im Gegenteil! Denn nett waren wir lange genug und das hat nichts eingebracht… außer schlechter werdenden Arbeitsbedingungen. Das sind die Erfahrungen der letzten Jahre und die Erfahrungen der letzten Wochen waren nicht anders. Die Streikpausen haben nichts dazu beigetragen, dass die DB nachgegeben hat. Und wenn wir an das Eckpunktepapier des Zukunftstarifvertrages von 2011 zurückdenken, da hat die DB auf dem Papier allgemeine Versprechungen gemacht und sie hinterher einfach ignorieren können.

Um unsere heutigen Forderungen durchzusetzen, müssen wir entschlossen weiter kämpfen und kämpfen bedeutet nichts anderes als weiteren Streik. Keine Verhandlung kann einen vergleichbaren Druck aufbauen, um die Führungsetage zum Nachgeben zu zwingen. Verhandlungen bleiben letztlich nur der verlängerte Arm der Streikenden.

Weshalb Kurzstreiks und Streikabbruch nichts bringen

Die kurzen Streiks im September und Oktober haben gezeigt, dass die DB vor solchen Arbeitsniederlegungen keine Angst hat. Auch für uns waren solche Streiks ermüdend: Kaum war die Arbeitsniederlegung mit viel Kraftaufwand und Aufopferung vieler GDLer angelaufen, so war er auch schon wieder vorbei. Einige gingen auf dem Zahnfleisch. Schlimmer noch, diese Art Streiks haben nicht die volle Kampfkraft entwickeln können.

Denn erst nach drei, vier Tagen wirkt sich schließlich der Streik im Güterverkehr richtig aus und dann hat die DB auch kein Personal mehr, um den Notfallfahrplan aufrecht zu erhalten. Und wenn der Kampf an diesem Punkt angekommen ist, dann kommt die DB endlich ins Schwitzen und muss sich Gedanken darüber machen, wie sie aus dem Schwitzkasten wieder rauskommt...

Dieses Mal war der Streik auf vier Tage angesetzt und schon spürten viele von uns den Geist von 2007. Eigeninitiative, Selbstbewusstsein und Stimmung konnten sich in den letzten zwei Tagen endlich entwickeln… Und das ist die Stärke eines Streiks! Gemeinsam diskutieren, protestieren, planen… Für die DB und alle anderen Unternehmer ist das ein Graus. Deshalb laufen die Medien gegen den Streik auf Hochtouren, deshalb zog die DB vor Gericht, deshalb will die Regierung das Streikrecht einschränken.

Wir konnten sehen, wie groß der Druck ist, den die Gegenseite mit Unterstützung der Medien gegen den Streik aufbaut. Einem solchen Druck kann eine kleine Verhandlungskommission, die alles kurzfristig entscheiden soll, kaum Stand halten. Aber wir alle, die in diesen Tagen zusammengestanden haben, haben uns dem Druck entgegengestellt und es geschafft, unsere Forderungen publik zu machen. Damit die Verhandlungen unter einem solchen Druck nicht schief gehen, sollten wir Streikenden immer über den Verhandlungsstand auf dem Laufenden sein und Entscheidungen über Verhandlungsergebnisse gemeinsam treffen! Solange es kein akzeptables Ergebnis gibt, gibt es keinen Grund einen Streik abzubrechen.

Wie weiter?

Der Streik lief gut und unsere Kampfkraft fing endlich an, sich richtig zu entwickeln. Doch nun wird er ausgesetzt – ähnlich wie 2007. Auch damals hatte das Gericht sich auf unsere Seite gestellt und den Bahnern im Güterverkehr das Recht gegeben zu streiken. Und auch damals haben wir uns dieses Recht nicht genommen und stattdessen war ein Kompromiss herausgekommen, der die Zugbegleiter, Gastros und Lokrangierführer fallen ließ. Das darf uns nicht wieder passieren!

Unser Kampf ist nicht zu Ende, denn bisher wurden unsere Forderungen nicht erfüllt! Nutzen wir die guten Erfahrungen der letzten Tage, um sofort den weiteren Kampf vorzubereiten.

Für die Durchsetzung unser Forderungen! Für die 37-Stundenwoche! Maximal 50 Überstunden!


Marx
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