Revolutionär Sozialistische Organisation

Wem nützt der Rassismus?

Mittwoch 26. November 2014

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Der Zugfunke - 26. November 2014
Flugblatt

Psychotest: Haben Sie das Zeug zum skrupellosen Geiselnehmer?

Frage 1: Muss gegen 8 Mio. Überstunden bei der Bahn etwas unternommen werden?

A) Ja, sonst gehen wir und unsere Familien kaputt. Nicht mehr als 50 Überstunden und Senkung der Wochenarbeitszeit um 2 Stunden!

B) Die Bahn schlägt „Individualisierung der Schicht- und Einsatzplanung“ als Maßnahme zur Belastungsreduktion vor. Super Idee: 8 Mio. individualisierte Überstunden tun doch gar nicht mehr weh.

C) Nein, wieso, die meisten Züge fahren doch.

Frage 2: Was halten Sie davon, dass die DB ein 600 Seiten langes Angebot vorgelegt hat?

A) Unsere Forderungen zu Arbeitszeit und Lohn passen auf eine Seite. Doch dazu bietet die DB nichts Neues. Wir müssen weiter streiken!

B) Man muss erst mal alle 600 Seiten genau prüfen. Vielleicht versteckt sich ja im Kleingedruckten die Erfüllung unserer Forderungen.

C) Voll das FETTE Angebot! In diesen 600 Seiten steckt die Bahn-Welt-Formel! Sofort annehmen, dann ist endlich Ruhe!

Frage 3: Wie fühlen Sie sich, wenn Regio „Danke“ sagt?

A) Das nimmt doch niemand ernst. Wenn ihnen der tagtägliche Einsatz von uns Bahnern etwas wert wäre, dann müssten sie unsere Arbeitsbedingungen verbessern und unsere Forderungen erfüllen!

B) Ist doch nett, dass das Unternehmen endlich mal den Mitarbeitern dankt! So ganz uneigennützig.

C) Dieser blöde Streik! Jetzt muss man noch Dankbarkeit gegenüber den Mitarbeitern heucheln. Die sollen einfach nur funktionieren!

Auswertung: Sie haben mehrheitlich angekreuzt…

A: Sie gehören zu den gefährlichsten Personen Deutschlands – denn Sie sind bereit, für Ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen zu kämpfen. Wenn das jeder machen würde! Am Ende hätten wir noch einen Generalstreik, allgemeine Lohnerhöhungen, Verteilung der Arbeit auch auf Arbeitslose und das Ganze auf Kosten unserer Milliardenprofite…

B: Sie haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass man ohne Druck zu machen in Verhandlungen mit der DB alles erreichen kann. Die DB sagt Danke für Ihr Vertrauen!

C: Herzlichen Glückwunsch, Sie sind Führungskraft der DB, verdienen viel Geld auch ohne Schichtdienst und alles andere kann Ihnen egal sein!


Zusammenhalt

Die DB tut immer so, als ob die GDL-Forderungen fürs restliche Fahrpersonal die Tarifrunde blockieren. Doch das letzte „Angebot“ von 600 Seiten zeigt, dass dies nur billige Spaltungsversuche sind. Nun ist die Bahn bereit, mit der GDL über ZUBs zu reden… aber zum Thema Arbeitszeit und Überstunden gibt’s nicht mal heiße Luft!

Kein Wunder, denn diese Forderungen schmälern die Profite. Um sie durchzusetzen, muss weiter gestreikt werden. Und je mehr Bahner und Bahnerinnen aller Berufsgruppen gemeinsam streiken, desto mehr Züge bleiben stehen.

Ganz großes Kino

Hollywood war da! In „unserem“ Erkner! Da sind die S-Bahn-Chefs stolz wie Oscar. Hoffen wir mal, dass Steven Spielberg sich die Kulissen nicht gerade wegen prähistorischem Industriecharme mit passendem Katastrophenfilmflair ausgesucht hat. Das wäre wirklich gemein.

Schwarzmaler

Mit dem IRE nach HH zu fahren, wird von den Experten aus den Regio(nalen) Teppichabteilungen gerne als Belobigung angepriesen. Als wenn es außergewöhnlich wäre, dass Züge zwischen Berlin und Hamburg fahren. Für diese Auszeichnung wird von den KINs erwartet, dass sie die Zwangspause von bis zu neun Stunden ohne Hotelzimmer ertragen. Das Hotel könne sich Regio erst leisten, wenn die eigenwirtschaftlichen Züge aus den roten Zahlen seien.

Sollen sie doch mal zeigen, durch wen oder was die roten Zahlen entstehen! Bei uns gibt es nur schwarze Zahlen. Von roten wissen wir nichts. Sollen sie mal Weber oder Grube fragen. Wenn das weiter solche IR(r)E(n) Züge annimmt, sehen wir richtig schwarz.

Auf die Socken machen

Bei Regio wurde im Fall der Umkleidezeiten eine weitere Hürde übersprungen. Drei Minuten ohne Anrechnung auf die Arbeitszeit kann der UBK-Träger geltend machen.

Ein Hertha-Trikot mag in drei Minuten machbar sein. Ein bequemer Freizeitanzug vielleicht auch. Aber...? Was machen wir denn eigentlich, wenn die Zeit nicht reicht? Erst einmal so losrennen, egal wie weit wir gekommen sind? Fangen wir von oben nach unten an oder umgedreht? Insider vermuten, dass der Schlips zuerst angelegt werden soll. Da es aber noch keine Weisung gibt, verstärkt sich die Unsicherheit noch.

Aber zweifelt nicht. Auch auf Socken, inmitten des Kulturwandels bei der DB, auf dem Weg zum besten Arbeitgeber ist den neuen Herausforderungen entschlossen und offen entgegenzutreten. Es darf keine Denkverbote geben.

Optimiert

Ein kurzer Blick auf die neuen Dienstpläne zu erhaschen ist, so manchem Kollegen schon mal gelungen. Sieht genauso optimiert aus wie immer. Ach, wenn wir jetzt die Zeit hätten, gemeinsam zu gucken was uns da wieder untergejubelt werden soll. Ja, wenn wir die Zeit hätten, wie im Streik mal zusammen darüber zu beraten... Ruhen zu kurz, Streik zu kurz – da muss sich endlich etwas ändern.

Einstellungen statt Tauziehen!

Leistungsverschiebungen sind geplant, Verbindungen sind geplant, Züge sind geplant… und am Ende gibt es Kollegen bei Regio, die bis heute nur wissen, dass sie nicht am Heimatort eingesetzt werden sollen. Aber wo sie ab Fahrplanwechsel hin sollen (is ja "erst" in 3 Wochen...), wissen sie immer noch nicht. Denn das alljährliche Versetzungskarussel hat sich noch nicht ausgedreht. Da kann einem ganz übel werden.

Dirigentengehabe

Aufsichten, die den „blauen Brief“ bekommen haben und zu den Glücklichen gehören, eine andere Stelle bei der Bahn gefunden zu haben, lässt man nicht gehen, weil sie... als Aufsichten noch gebraucht werden. Die S-Bahn will uns spüren lassen, dass sie bis zum Schluss den Taktstock schwingen.