Revolutionär Sozialistische Organisation

Streik in Ägypten

Dienstag 22. April 2008

Am 6. und 7. April fanden in Ägypten Demonstrationen und Streiks statt, die von der Polizei gewaltsam unterdrückt wurden. Zwei Tote, 100 Verletzte und 300 Verhaftungen waren allein das Ergebnis der staatlichen Repression in der bedeutendsten Textilindustriestadt, Mahalla Al Kobra. Schon 2007 nahmen Streiks und Proteste gegen zu niedrige Löhne und steigende Preise zu: in der Textilbranche, der Zement- und der Mühlenindustrie, der Verwaltung, ja sogar bei Richtern, Ärzten und Professoren. Seit dem letzten Sommer hat sich allein der Preis des importierten Weizens verdreifacht und die Subventionen für die Grundnahrungsmittel wie Speiseöl, Zucker und Nudeln wurden gesenkt. Die Schlangen vor den Bäckereien mit subventioniertem Brot werden immer länger, und es kam bereits zu Toten bei Unruhen während des Schlangestehens.

Fast die Hälfte der 80 Millionen Einwohner Ägyptens lebt heute von weniger als 2 Dollar am Tag, und viele Rentner und Witwen sind aufs Betteln angewiesen, indem sie papierene Taschentücher auf den Straßen verkaufen. Aber halt! Nicht alle sind arm in diesem Land. Seit mehr als zwei Jahren erlebt Ägypten einen Wirtschaftsaufschwung. Und die luxuriösen Villen in den reichen Vierteln und Vororten von Kairo nehmen zu. Sie gehören den Ministern und Geschäftsleuten, die sich – auch dank der Privatisierungen der letzten Jahre – maßlos die Konten füllen konnten.


Marx
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