Revolutionär Sozialistische Organisation

Das Märchen von der nationalen Einheit

Freitag 23. Januar 2015

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Der Zugfunke - 22. Januar 2015

Sachdienliche Hinweise

Seit dem Auslaufen der Tarifverträge sind mehr als 200 Tage bzw. etwa 5.000 Stunden vergangen. Davon wurde 140 Stunden gestreikt. Nicht viel, eigentlich...

Wenn sich der Hickhack nun noch bis Ende März hinzieht, kämen 70 Tage oder 1.680 Stunden dazu. Wäre auch nur die abgespeckte Forderung zur Absenkung der Arbeitszeit um eine Stunde pro Woche längst erfüllt, was hätte sich da nicht schon auf dem Arbeitszeitkonto an zusätzlichen Überstunden angesammelt, bei jedem einzelnen von uns, aber erst Recht bezogen auf die Masse der Bahner!

Weselsky sagt: „Wenn die Bahn auf Zeit spielt, wofür es Hinweise gibt, werden wir darauf reagieren.“ Ja, es gibt sie!!! Nicht umsonst schreibt die DB-Welt: „Die Tarifverhandlungen gehen weiter.“ Die EVG-Oberen bejammern die fünf Verhandlungsrunden ohne Ergebnis. Die DB-Leute wollen so lange wie möglich verhandeln, denn die DB profitiert davon.

Wer weiß eigentlich, was aus unserer Forderung nach Begrenzung der Überstunden geworden ist?

Ein Hoch auf die Eisenbahnerfamilie

Laut „Nordostblick“ ist der RE3 das Sorgenkind von Regio. Obwohl „nicht mehr jedes Ersatzteil sofort verfügbar“ ist, werden „mit Hochdruck die Schäden“ abgearbeitet. Es muss mit „allen möglichen Restfahrzeugen“ gefahren werden, weil es Herstellerprobleme gibt. Aber „wenn alle Eisenbahner hier als Familie agieren, so...“

Wenn wir wieder den Karren aus dem Dreck ziehen sollen, dann beschwören die Chefetagen die Eisenbahnerfamilie.

Hoffentlich hängt der Familiensegen nicht schief, wenn wir sie an unsere Tarifforderungen erinnern müssen.

Wirtschaftsexperten

Im Knatsch um die zeitlichen Übergänge beim IRE von Regio in Hamburg wird von den Chefs ständig die angebliche Besonderheit der „Eigenwirtschaftlichkeit“ betont. Bedeutet, dass die Fahrgeldeinnahmen die Kosten decken sollen.

Jeder ServiceStore, mit denen die DB Hunderte von Eisenbahnern in den Fahrkartenausgaben ersetzt hat, muss „eigenwirtschaftlich“ arbeiten. Sind schon tolle schöne Kapitalisten, die uns das allgemeine Prinzip des Kapitalismus als was Besonderes verkaufen wollen. Sie verfolgen damit ein klares Ziel: Unter dem Vorwand, unsere Arbeitsplätze zu retten, wollen sie uns zu Zugeständnissen bringen.

(Beinahe)Crash – das Versagen der Bahn

Anfang des Jahres wäre in Birkenwerder beinahe ein Regio in eine S-Bahn gekracht. Von der DB können wir nur erwarten, dass sie das auf „menschliches Versagen“ schieben wird. So wie bei der Entgleisung im Hauptbahnhof Mai 2013, wo jetzt ein Bedienfehler im Stellwerk als alleinige Ursache ausgemacht und die DB freigesprochen wurde.

Aber wir wissen, dass in Stresssituationen Fehler schnell passieren, und für den steigenden Stress trägt die Bahn die Verantwortung!

Felix, der Überraschungsgast

Fast im Minutentakt kamen während des Sturms Notrufe der Tfs ... in Tempelhof eine S-Bahn entgleist... in Grunewald kracht erst eine S-Bahn und gleich nach dem Notruf ein Regio in den Baum... und aus der BZ Ruhe, als lebten wir auf zwei Planeten. Wir wissen ja, dass wir Helden der Arbeit sind, aber ein paar Warnhinweise, wie wir da am besten durchkommen, darum hätten sich die S-Bahn-Chefos schon noch kümmern können!

Zurück in die Vergangenheit

Bei der S-Bahn wird in der vorausschauenden In- standhaltung wieder gespart. Bei sensiblen Bauteilen, z.B. Bremszylinder, wurden Zeiten in den Werkstätten massiv reduziert.

Schauen wir doch mal in die Zukunft, Orakel, Orakel, potzblitz, sind das etwa liegen gebliebene Züge?

Ausgewiesen

Der Bahnverkehr um Mainz herum ist wieder in den Schlagzeilen: statt Bahn, Busse! Nee, nee diesmal ist nicht der Personalmangel bei der DB schuld. Die Netinera-Tochter Vlexx hatte sich eingebildet, den Betrieb mit über Bildungsgutscheinen und hoppigaloppi ausgebildeten Tfs aufnehmen zu können. Vielen wurde dieser Job mit der Kürzung von Sozialleistungen „nahegelegt“. Wer möchte schon freiwillig nach Schichtplänen arbeiten, wie wir sie kennen...

Jedenfalls ist das Kartenhaus in sich zusammengefallen. Und als Retter in der Not wurde ein ausgewiesener Experte in die Region entsandt: Arnulf Schuchmann von der ODEG. Ja, der hat Erfahrungen aus der Übernahme des RE2 und 4.

Also wir hätten da noch mehr ausgewiesene Experten am Start, die sich für eine Versetzung, ähm, neue Herausforderungen eignen könnten.

Weihnachten bei VW auf brasilianisch

800 Kollegen von VW São Bernardo (São Paulo) er hielten Weihnachten ihre Kündigung, - 500 sollten noch folgen - woraufhin die Arbeiter in den Streik traten. Obwohl die Werksleitung mit juristischen Folgen drohte, falls sie Versammlungen vor dem Betrieb machen würden, haben sie sich nicht beeindrucken lassen und sind in das Werk gezogen, um Kollegen für einen geschlossenen Kampf aller 13.000 VW-Arbeiter zu überzeugen. Nach der Besetzung der zentralen Autobahn durch 20.000 Arbeitern aus verschiedensten Werken von VW, Mercedes, Ford, knickte schließlich die Werksleitung nach 11 Tagen ein und nahm die Entlassung der 800 Angestellten zurück!

„Wir schaffen nicht wir klotzen – aber für unsere Rechte“

Bei Daimler in Bremen gibt es klare Ansagen der Beschäftigten gegen das, was in vielen großen Fabriken Deutschlands passiert. Auf Fremdvergabe, Mehrbelastung und dem Plan einer Sechs-Tage-Woche antworteten 5.500 Beschäftigte bereits mit 4 wilden Streiks im letzten Jahr und bereits einem in diesem.

Obwohl beim letzten Streik 761 Abmahnungen ausgesprochen wurden, lassen sich die Streikenden nicht einschüchtern, denn wenn sie gehen müssten, stünde das Werk still.


Marx
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