Revolutionär Sozialistische Organisation

Griechenland: Ein Pokerspiel auf Kosten der Bevölkerungen

Donnerstag 5. März 2015

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Der Zugfunke - 4. März 2015

Top-Arbeitgeber oder Top-Präsenz-Checker???

Unter dem Vorwand, dem VBB zu beweisen, dass Strafabzüge gegenüber Regio unberechtigt sind, wurden Teamleiter in die Spur geschickt, um die „Präsenz“ der Zugbegleiter zu checken und sie zu fotografieren. Nach vielen Beschwerden über diese Stasi­methoden, kam die faule Ausrede, dass nur die Züge aufgenommen werden sollten.

Egal, wie sie sich aus der Affäre lügen: Fotos sind nur Momentaufnahmen und beschreiben nie den Zusammenhang einer Situation. Eine typische Respektlosigkeit der Bahn, die dann auch noch das Vertrauen untereinander zerstören kann. Statt Bedingungen zu verbessern, wird der Kontrolldruck erhöht.

Der VBB wird doch nur vorgeschoben. Um den Tfs die Umkleidezeiten zu vermasseln, sind sich Regio und VBB auch einig geworden.

Überziehungszinsen

Überall platzen die Überstundenkonten aus allen Nähten. Jetzt geht’s für Lokführer aus Südbrandenburg an die Ostsee und in Brandenburg hin und her - Kollegen werden von einem kleinen Personalloch in ein Größeres verschoben, um dort Feuerwehr zu spielen. Arbeit umorganisieren, damit die Menschen bleiben können? Kein Thema für Regio, zu „uneffektiv“ ist die Ausrede.

Deshalb ist die Forderung nach der Begrenzung der Überstunden und sofortige Neueinstellungen so wichtig. Denn wenn wir die Überstunden hinnehmen, wird es immer so weiter gehen, und wir werden die Zinsen von unserer Lebenszeit bezahlen.

Darauf kannste zählen

Trotz aller Deeskalationtrainings und Selbstverteidigungskurse nehmen die gewalttätigen Übergriffe auf Eisenbahner wieder zu. Die Übeltäter scheinen einfach nichts dazu gelernt zu haben... Aber manche Chefs bei Regio auch nicht. Das Mitgefühl beschränkt sich manchmal nur auf Nachfragen nach dem fehlenden Zählzettel und wann wir wieder unsere Kostenstelle mit Arbeit ausfüllen können.

Mit mehr Abstand wird das Problem kleiner?

Im letzten Jahr hat die Zahl der Signalfahrten weiter zugenommen. Die S-Bahn hat das Deutsche Institut für Luft- und Raumfahrt beauftragt, das mal näher zu untersuchen. Sollen die Probleme jetzt mal von oben ganz global von der Milchstraße aus betrachtet werden? Wir haben schon zu viele workshops erlebt, um noch an große Entdeckungen zu glauben...

Lokführer im Pool?

Die DB wirbt im Internet um Triebfahrzeugführer für.... DB Mobility Logistics. Ist der Plan, die Neuen wieder geschäftsbereich­übergreifend einzusetzen? Na, sicher macht die DB das nicht, um unseren Job interessanter und abwechslungsreicher zu machen, nachdem sich bei der vielen Aufteilerei auf vielen Strecken Monotonie breit gemacht hat.

Lasset die Schufterei beginnen!

Berliner Politiker und diverse Unternehmen wie DB und BVG sind vom „Sportfieber“ erfasst. Sie wollen unbedingt die Olympiade 2024 bzw. 2028 in Berlin. Und Buchi ist in der Fahrgastfrösi ganz vorne mit dabei. Im Fieberwahn spielen da die geschätzten Kosten von 5 – 10 Mrd. € keine Rolle mehr. Sind ja auch nicht die Großkonzerne, die das bezahlen sollen. Genau die Unternehmen, die jetzt für Olympia werben, sind die, die nachher die Kohle abgreifen wollen.

Doch bei uns pfeift es jetzt schon aus dem letzten Loch. Wie soll es werden, wenn der Fahrbetrieb auf Hochtouren kommen sollte? Dann wird das Motto eher „Augen zu und durch“ statt „Dabei sein ist alles“.

Verzögerungen im (Tarif-)Kommissionsablauf

Alle Kollegen fragen sich gegenseitig Löcher in den Bauch: Habt ihr schon etwas aus eurer Tarifkommission gehört? Keene Ahnung! Fünf Termine sind wohl angesetzt...

Wen frustet das monatelange Abwarten nicht?

Also, wenn wir solange über die Zuständigkeiten zanken würden, bevor wir inhaltlich zu Potte kommen, würde kein Zug abfahren. Wir sitzen nicht monatelang in warmen Verhandlungsstuben. Wir stehen in der täglichen Arbeitsbedingungs-Kälte, und da wird die Zeit sehr schnell sehr lang... viel zu lang.

Umkleideräume und bezahlte Umkleidezeit für alle!

In den S-Bahn-Werkstätten gibt’s für die Schlosser neue Schichtpläne mit Waschzeiten als Arbeitszeiten.

Umkleidezeiten als Arbeitszeit, geht doch! Warum nicht bei den Lokführern? Dann wär es nicht so lustig, wie sich die Chefetage verrenkt, um den Kundenkontakt wegzudefinieren und das Problem mit dem Warnwesten-UBK-Ersatz auf die Reihe zu kriegen.

Nur, für die Zugbegleiter soll es nach dem Willen der Bahn beim Alten bleiben: UBK ja, Umkleidezeit nein... Die gemeinsame Durchsetzungskraft des betroffenen Fahrpersonals wird so von denen geschwächt, die doch die große Tarifeinheit aller Eisenbahner ständig anführen, ohne den es doch keinen Tarifabschluss geben könnte.

BUGMiDA - Besorgte Unternehmer gegen die Mindestlohnisierung des Abendlandes

Die Unternehmer tricksen beim neuen Mindestlohn, was das Zeug hält: Zuschläge streichen, Arbeitszeit als „Bereitschaft“ deklarieren, Gehalt in Naturalien und am besten auch noch Lohn für den Verschleiß von Werkzeugen einbehalten. Dazu das Geheule, dass jetzt ja die Arbeitszeiten erfasst werden müssten. Ja, schlimm, ist das...

Deutschland hat das viertgrößte BIP der Welt und ist europaweit führend. Doch der Mindestlohn befindet sich im europäischen Durchschnitt. Da soll uns kein BUGMiDA-Anhänger voll heulen, dass er ruiniert würde. Im Gegenteil, es gibt viel Platz nach oben!


Marx
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