Revolutionär Sozialistische Organisation

Profite runter, Löhne rauf!

Donnerstag 19. Februar 2015

Willkommen in der Matrix…

Der Krankentransport an der Charité ist wirklich etwas ganz Besonderes. Schließlich gleicht kein Transport dem Anderen. So viele Unwägbarkeiten: kaputte oder volle Fahrstühle, schwierige Patienten, defekte Rollstühle… Denkt man so. Die Oberen der Charité und CFM belehren uns jedoch mit einer Änderung im Modul SAP Krankentransport wiedermal eines Besseren. Da ist nun die Rede von „automatischen Berechnungen der geplanten Transportzeit“ und einer „hinterlegten Wegezeitenmatrix“. Uff, also demnächst müssen wir Rede und Antwort stehen, wenn die berechnete Zeit überschritten wurde? Wer hat und Wie wurde das denn bitte berechnet? Viele Fragen und bisher nicht mal die Wahl zwischen der roten und der blauen Pille.

Hallo, Teilnehmer?

Während wir bisher bei der Bestellung des Krankentransports immer direkt eingeben konnten, ob es sich um einen dringenden Transporte handelt, ist die neue Regelung recht nüchtern: „Die Prioritäten werden ausschließlich vom Krankentransport der CFM vergeben. Bei Notfällen wenden Sie sich per Telefon an den Krankentransport.“ So, so. Und wie entscheidet der Krankentransport dann die Priorität? Anhand welcher Kriterien? Und wen bitte rufe ich dann an? Etwa den einen Kollegen aus der Zentrale im Virchow, mit dem dann alle zeitgleich telefonieren? Das kann ja heiter werden.

Hört, Hört!

„Insgesamt ist aus der Sicht der Charité durch die Gesundheitskommission deutlich geworden, dass eine formale und undifferenzierte Personalbemessung und evtl. Erhöhung des Personalbestands keine adäquate Lösung ist.“ WOW! Wir bilden uns also Personalmangel, Arbeitsüberlastung und Arbeitshetze nur ein! Und die Lösung der Charité: ein bisschen Prozessoptimierung und alles läuft wieder wie geschmiert. Genau genommen ist das eine klare Kampfansage an uns und wenn die Charité nicht sehen will, dann müssen wir sie es mal wieder fühlen lassen!

Und schon wieder Christoph

Nachdem unser guter alter Christoph 31 (ADAC Hubschrauber) einen neuen Rekord aufgestellt hat (2014 hatte er 3.700 Einsätze), bekommt er endlich was Neues zum Abheben. Denn nach 38 Jahren wird nun der Landeplatz am CBF erneuert, da sich gesetzliche Vorgaben wie etwa die Sicherheitsabstände zu Gebäuden (ja, das haben wir am eigenen Leibe erfahren) verändert haben. Außerdem sollen die Starkstromversorgung am CVK und CBF erneuert werden, da diese „in Teilen einen Zustand erreicht (haben), der sicherheitsrelevant ist.“ Jaaa, endlich keinen Hubschrauber mehr, der fast ins Zimmer fliegt und durchgehend Strom - gut dass wir nicht wissen, was sonst noch so gemacht werden muss an der Charité!

Wer will Olympia?

Reicht ja schon, wenn Berlin es will. Jetzt möchte es auch noch der Einhäupl. Vor kurzem flatterte eine Mitteilung von ihm ins Intranet mit der Bitte, dass auch wir von der Charité dieses Vorhaben Olympia in Berlin unterstützen sollen. Da will Herr Einhäupl in unserem Namen also Werbung machen. Doch bevor wir überhaupt drüber nachdenken, sollte er vielleicht dem Senat auch mal so ne nette Naricht zukommen lassen, in der steht, was WIR wollen: mehr Personal und bessere Arbeitsbedingungen!

Sana Gerresheim will wie die Charité werden!

So erklärt der neue Chef der Chirurgie des Klinikums Gerresheim, welches zur Kette Sana gehört. Um das von ihm so hoch gehaltene Niveau der Charité-Chirurgie zu erreichen, will er einige ärztliche KollegInnen aus Berlin „abwerben“. Dieses Klinikum gilt als recht erfolgreich. Mehr PatientInnen, mehr Umsatz, mehr Gewinn. Und ein Parkhaus soll es auch demnächst geben (Mitte – hört, hört!). Nun, wem´s gefällt?! Uns beschleicht da allerdings die Furcht davor, dass die Charité zukünftig noch mehr werden will wie das Sana-Klinikum oder Helios oder Marseille oder wie sie noch alle heißen.

Zu spät!

Der Verband der Universitätskliniken geht jetzt ordentlich in die Offensive in der Imageschlacht der Krankenhäuser. Dazu gibt er eine neue Zeitschrift heraus: „Qualität leben“. Das erste Heft ist da auch gleich ein Knaller mit seinem Leitthema Patientensicherheit. Dazu gehört auch ein Beitrag von bzw. mit der ehemaligen Pflegdirektorin H. Francois-Kettner: „Die Verantwortung liegt oft in der Organisation“. Mensch, wenn sie das mal zu ihren Zeiten an der Charité gegenüber dem Management deutlich gemacht hätte! Aber, ruhig Blut, bezüglich der Tarifverhandlungen zur Mindestbesetzung hätte sie zum Nachholen ja noch ein wenig Zeit.

Money, Money

Von dem Zeug kann man natürlich nie genug bekommen. Das weiß auch der Marburger Bund. So hat er auch mal wieder in Tarifverhandlungen agiert. Nein - diesmal geht es nicht um die Charité, sondern um den Riesenkonzern Helios, der immer wieder mal in die Medien gerät, wegen der unmöglichen Arbeitsbedingungen auch für das ärztliche Personal. Wer nun nach tariflicher Verbesserung dieser Arbeitsbedingungen sucht, wird kaum fündig. Doch halt, wir wollen nicht ungerecht sein. Alle Ärzte dürfen nun 30 Tage Urlaub genießen. Und für Bereitschaften gibt es Extra-Frei? Quatsch: Es gibt ein neues Stundenentgelt! Was zu beweisen war.


Vitamin C - 19.02.2015

Marx
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