Revolutionär Sozialistische Organisation

Griechenland: Ein Pokerspiel auf Kosten der Bevölkerungen

Donnerstag 5. März 2015

Alt ist nicht gleich weise…

Da glaubt man doch fast man träumt. Behauptet der Herr Zöllner anlässlich seines neuen Jobs als Kuratoriumsvorsitzender der FU doch allen Ernstes: „In meiner Zeit als Berliner Wissenschaftssenator wurde der jahrelange Trend des Sparens entscheidend umgekehrt. Es gab deutliche Zuwächse für die Berliner Hochschulen und für die Charité.“ Wie bitte? Also davon haben wir ja nun mal gar nichts gemerkt. Der Gute scheint auch vollkommen seinen Auftritt beim Streik 2011 vergessen zu haben, als wir KollegInnen ihn zu Recht für sein gehaltloses Bla Bla ausgepfiffen haben! Mit Verlaub, aber ist das eigentlich schon beginnende Demenz, oder doch nur Altersstarrsinn? Immerhin wird der Olle demnächst 70…

„Stell dir vor du klingelst und keiner kommt“

Unter diesem Motto demonstrieren in Marbach die potenziellen PatientInnen. Sie wollen so mehr Druck auf die Krankhausleitung der Marbacher Klinik ausüben, um für mehr Personal in den Nachtschichten zu sorgen. Anlass war der Beinah-Tod einer Patientin, welche wohl nur durch beherztes Eingreifen ihrer Zimmernachbarin überlebte. Der Personalmangel und dessen manchmal tragische Konsequenzen kein Einzelfall an den Krankenhäusern sind, ist uns nur zu gut bekannt. Da ist es doch nur Konsequent, wenn sich nun auch die Bevölkerung, sprich die PatientInnen, an unserem Kampf für mehr Personal beteiligen. Vielleicht finden wir an der Charité auch noch mehr Möglichkeiten, unsere berechtigten Forderungen nach außen zu tragen? Nicht ohne Grund ermahnt uns die Leitung der Charité, nichts von den unhaltbaren Zuständen gegenüber der Öffentlichkeit blicken zu lassen. Sie haben Angst davor, dass wir uns verbünden.

Da ballt sich die Faust in der Tasche!

7,6 Millionen Euro haben wir in der Charité als Überschuss erarbeitet. Und das trotz Sanierung am Standort Mitte. Und die Herren und Damen, die am wenigsten dafür Schwitzen mussten, überschlagen sich mit Lobesreden. Natürlich danken Sie uns, wie auch in den Jahren zuvor, für den Einsatz, die viele Arbeit usw. Doch darüber können wir nur lachen. Der Scheller sagt: „Wir sind sehr zufrieden… fühlen uns in unseren Maßnahmen überaus bestätigt.“ Und das meinen die auch so. Also weiter mehr Arbeit mit weniger Personal bewältigen, Ausgründungen, um Tarife zu umgehen, den Druck auf jeden einzelnen Beschäftigten durch interne Konkurrenz aufrechterhalten usw. Denn schließlich ist doch laut Morgenpost ein positiver Abschluss, das beste Argument an die Politik „weitere Millionen zur Sanierung…“ rauszurücken. Lächerlich ist das! Wir kennen da ein anderes Argument: Die Faust aus der Tasche nehmen!

Jetzt ist er weg,- weg

Und wir sind wieder... nein nicht allein, sondern gespannt, welch industrieerfahrener Finanzheini uns nun nerven wird mit der Ausrichtung der Charité am Allheilmittel Markt. Nicht dass wir besonders traurig wären, dass der Herr Scheller die Charité verlässt, doch eigentlich sind wir schon sehr neugierig, was ihn zu diesem Schritt bewogen hat. Die Idee, sich einer „neuen beruflichen Herausforderung zu stellen“, wird es wohl nicht sein, denn was kommt nach der Charité noch als Herausforderung in Frage? Steht er anderen Vorständen im Weg? Ist Schellers Weggang der erste Schritt zu einem neuen Vorstand? Hat er Angst, seinen Ruf als der Mann dem die Schwarze Null der Charité zugeschrieben wird, zu verlieren? Oder hat er gar sein Gewissen entdeckt und wird demnächst in den Medien gegen den Zwang, das Gesundheitssystem am Markt auszurichten, gegen das DRG- System, Gewinnprämien für Chefärzte oder Abteilungsleiter usw. auftreten? Naja - wahrscheinlich ist es wohl doch nur der schrullige Nachbar in seinem Reihenhaus, der ihn vertrieben hat.

„Widerlich“

Es ist doch überall das gleiche Spiel. Vor gut einem Jahr übernahm Helios das Klinikum in Dachau, mit dem Wissen, dass u.a. ein neuer Küchentrakt gebaut werden muss. Doch anstatt dies zu tun, soll jetzt in einer nahe gelegenen Krankenhausküche für Dachau gekocht und die rund 40 Angestellten sollen entlassen werden - denn ihre Löhne und die Baukosten sind angeblich zu hoch. Und das obwohl der Baubeschluss schon von den alten Eigentümern getroffen worden ist! Wir merken immer wieder, dass man dem Wort der „Klinikbonzen“ kein Vertrauen schenken sollte. Und auch unsere Bonzen planen sicherlich noch den ein oder anderen Coup. Versprechen hin oder her!

Undercoveragenten decken (mal wieder) auf!

Neben den ganzen Top-Eins-Ratings vom Fokus kommen auch immer häufiger Schreckensreportagen, wie jetzt vom Stern, aus der Charité und anderen deutschen Krankenhäusern. Was die einen als die „beste pflegerische und medizinische Qualität“ anerkennen, wird von den anderen als „Saustall“ bezeichnet. Und dieser „Saustall“ enthält alles, was wir kennen: Arbeitshetze, Hygienemangel, keine Pausen, Überlastungsanzeigen, krasser Personalmangel, aber Hauptsache, so viel abrechnen wie möglich! Wie oft müssen die Tatsachen noch auf den Tisch gepackt werden, bis sich endlich was ändert!? Oder sollten wir endlich mal auf den Tisch hauen?


Vitamin C - 05.03.2015

Marx
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