Revolutionär Sozialistische Organisation

"Spielstopp!"

Sonnabend 21. März 2015

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Der Zugfunke - 18. März 2015

Durch die Mangelwirtschaft gedreht

In der letzten Zeit standen Züge (RB 55, 23, 24, 19 und S85) in den blühenden Landschaften, weil im Flautemonat März ganz kurzfristiger und unvorhersehbarer Personalmangel einsetzte!? Bereitschaften werden nicht mehr besetzt oder es gibt keine mehr. Wir sind nur ein lästiger Kostenfaktor. Gerne wird von der Mangelwirtschaft in grauer Vorzeit berichtet. Doch das was jetzt abgeht, war bei der notleidenden und maroden Staatsbahn undenkbar.

Heute stehen Züge, weil wir in einem System leben, das eine Mangelwirtschaft erzeugt, damit sich einige Privilegierte die Taschen füllen. Hört also nicht auf das Gejammer der Chefs, es ist genug für alle da.

Ungewollte Familienzusammenführung

Aus akutem Personalmangel drohte die komplette Einstellung der S7 bei Regio in Halle. Schenker Kollegen müssen einspringen und werden nun die „Vorzüge“ der Baureihe 442 (Talent 2) kennenlernen.

Ein Beispiel mehr, dass die Zerstückelung der Bahn nur dazu dient, unsere gemeinsame Kraft zu schwächen, um den Personalabbau in den letzten Jahren möglichst reibungslos abzuwickeln.

DB Casino

Die angespannte Fahrzeugsituation erfordert, dass alles auf eine Karte gesetzt wird, um irgendwie den Betrieb aufrecht zu erhalten. In einer Außenstelle wird ein Tal-ent(chen), das dringend in die Werkstatt muss, in der knappen Betriebspause so umrangiert, dass es später abgeholt werden kann. Leider gab es dazu dann aber keinen Tf mehr. Alle geben sich die größte Mühe, aber wieder verzockt, wenn die Personalplanung ein Kartenhaus ist.

Fauler Wettbewerb

In immer mehr Regionen übernehmen die Länder das Risiko der Finanzierung der Fahrzeuge. Allein in Baden-Württemberg sind es über drei Milliarden plus Zinsen.

Befreit von dieser Last können die so angelockten Wettbewerber wieder mit sprudelnden Gewinnen kalkulieren. Der Wettbewerb wird auf eine reine Lohnkonkurrenz reduziert. Egal wie das Unternehmen heißt und woher es kommt, es wird die Lohnschraube drehen müssen.

Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,

die Führungskräfte der DB lieben euch so sehr, dass wir nicht nur Fotoalben von euch an den Bahnsteigen anlegen, nein wir möchten sogar an den Gesprächen auf den Führerständen teilhaben.

Die 182er der PKP haben nicht nur eine Kamera für die Strecke, sondern auch Mikrofone. Es wurde immer versichert, dass die Daten nicht ausgelesen werden könnten. Durch einen Zufall stellte sich nun heraus, dass es so nicht stimmt.

Da bekommt der Begriff der „unmittelbaren Führungskraft“ eine ganz andere Bedeutung.

Dieser Lauschangriff soll uns sicher vor der allgegenwärtigen Terrorgefahr schützen. Im Osten sind wir das ja gewöhnt. Nur hieß die Gefahr früher Klassenfeind.

Die erste Million ist die Schwerste

Unser alter Bekannter Mehdorn zieht weiter durch die Unternehmensvorstände. Nach jedem Fehlstart kassiert er eine Abfindung. Erst DB (4,9 € Mio.), dann Air Berlin (ca. 4,8 € Mio.). Und nun das BER-Projekt. Da steht noch nicht fest, wie viel er absahnt, aber bei dem Milliardengrab findet sich schon ein Schatzkästchen mit ein paar Milliönchen.

Der Hartmut hat den Absprung geschafft und nun zieht er weiter und egal ob er was auf die Reihe bekommt oder nicht, Zukunftsängste hat er nicht.

Sag mir, wozu sind Chefs da?

„70 Prozent der Beschäftigten in Deutschland verspüren keine echte Verpflichtung ihrer Arbeit gegen­über“, das geht aus der neuesten Gallup Studie hervor.

Viele sagen, dass sie eigentlich ihren Job gerne machen, wenn die Bedingungen bessere wären. Das sagt auch die Studie: Arbeiten so wie die Unternehmer es wollen, ist und bleibt Schufterei. Sogar die Produktivität steigt, wenn sie uns nicht bei jeder Gelegenheit gängeln würden.

Mit anderen Worten: Lasst uns mal machen! Aber wozu sind dann Chefs noch da???

Frühlingsgefühle

Der Überstundenberg bei der Bahn wird und wird nicht kleiner – fast alle von uns können davon ein Lied singen. Und dabei hat der Saisonverkehr noch nicht mal angefangen. Der Frühling kann ja heiter werden! Das einzige was hilft, Überstunden abzubauen ist nun mal mehr Personal. Das macht die DB nicht freiwillig. Deshalb ist die Streikforderung nach maximal 50 Überstunden ja auch so wichtig!

Gedächtnisübung

Ach ja… Streik… war da wat?? Ja… wenn man tief kramt. Vor über 4 Monaten. Aber das ist ja längst Schnee von gestern. Inzwischen gab es doch mindestens 2 Durchbrüche bei den Verhandlungen! Da ist doch bestimmt das meiste von unseren Forderungen inzwischen umgesetzt?!

Im neuesten Aushang der verhandelnden GDL heißt es: „Die DB wird bis zum 21. März 2015 ein konkretes Angebot… vorlegen.“ 2 Tage darauf wird dann wieder… verhandelt. Von DB-Seite kennen wir das Spiel. Man denke nur an das berüchtigte Eckpunktepapier zum Zukunfts-TV, das jahrelang nicht eingelöst wurde und dann heimlich, still und leise im Reißwolf landete. Aber müssen wir dieses Spiel mitmachen?? Nein, wir können immer noch streiken!

Vertrauen ist gut, Attest ist besser

Der Chef der S-Bahn Hauptwerkstatt vertraut uns nicht mehr. Deshalb kann er Karenztage (K3-Tage) nicht mehr genehmigen. Wir wissen nicht, wer ihm auf den Schlips getreten ist.

Vielleicht ist bei ihm aber auch angekommen, dass die Bude ein Sanierungsfall ist und wenn wir uns auch so fühlen sollten, dann sollten wir zum Arzt gehen und uns mal richtig auskurieren. Das gilt natürlich nicht für den Nordbahnhof, denn die sitzen ja bekanntlich im MK3...


Marx
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