Revolutionär Sozialistische Organisation

Schluss mit dem Krieg in Afghanistan!

Donnerstag 14. Februar 2008

Die USA fordern von anderen NATO-Staaten eine stärkere militärische Beteiligung am Krieg in Afghanistan. Die Bundesregierung hat zwar bislang Kampfeinsätze im Süden des Landes abgelehnt, will aber eine zusätzliche „schnelle Eingreiftruppe“ senden, die ganz klar den Auf-trag hat, zu kämpfen und zu töten. Auch wenn deutsche Soldaten bislang nur im eher ruhigen Norden des Landes eingesetzt werden, so stellen sie doch schon heute mit 3.200 Mann das drittgrößte Truppenkontingent – nach den USA und Großbritannien. Sie sind eine Hauptstütze im angeblichen „Krieg gegen den Terror“, der die afghanische Zivilbevölkerung mit regelmäßigen Bombardierungen terrorisiert.

Afghanistan wird zum militärischen Fiasko ähnlich dem Irak. Nach über 6 Jahren Krieg der mächtigsten Staaten der Welt sind die Taliban wieder auf dem Vormarsch. Denn der Krieg der Westmächte und ihre Marionettenregierung in Kabul haben nur neues Leid über das Land gebracht. Wie „demokratisch“ diese vom Westen gestützte Regierung ist, sieht man übrigens daran, dass sie kürzlich einen Journalisten wegen Blasphemie zum Tode verurteilt hat, der islamistische Rechtfertigungen für Frauenunterdrückung in Frage gestellt hat.

Es wird zwar viel vom Wiederaufbau in Afghanistan gesprochen, doch bis Ende 2007 wurden nur 11,3 Mrd. Euro an Entwicklungshilfe gezahlt (wobei sogar Gelder zum Aufbau von Poli-zeikräften mitgezählt werden). Für den Militäreinsatz wurden 120 Mrd. Euro ausgegeben. Das Ergebnis: 22% der Bevölkerung leidet an Hunger, die wenigsten haben Zugang zu sauberem Wasser und die Lebenserwartung in Afghanistan beträgt nur 44 Jahre!

Die Taliban erhalten Zulauf, weil sie als die Kraft erscheinen, die sich den ausländischen Gewalttätern entgegenstellt. Das Desaster rührt daher, dass die westlichen Truppen nicht für „Demokratie und Menschenrechte“ kämpfen, sondern um militärische Vorherrschaft in Zentralasien, wo es Erdöl und Erdgas gibt.


Marx
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