Revolutionär Sozialistische Organisation

Frankreich: Am 9. April sind die Arbeiter dran

Sonnabend 28. März 2015

Hier veröffentlichen wir eine Übersetzung der Vorderseite unserer Betriebsflugblätter in Frankreich vom 29. März 2015.


Am 9. April sind die Arbeiter dran

Der zweite Durchgang der Departementswahlen bestätigte den ersten : Die arbeitenden Bevölkerungsschichten blieben den Urnen fern und die Rechte profitierte weitgehend davon: Front National erhielt rund hundert Ratsposten und die sozialistische Regierungspartei verlor die Hälfte der von ihr kontrollierten Departements. Nun muss Manuel Valls notgedrungen die Niederlage zugeben. Er erklärt aber, er werde den arbeiterfeindlichen politischen Kurs beibehalten, der zu dieser Niederlage führte!

Le Pen und Sarkozy bereiten sich auf das Jahr 2017 vor

Man braucht nicht, den politischen Kommentatoren zuzuhören, damit klar wird, dass die der PS zugefügte Schlappe all denen profitiert, die wieder an die Macht kommen möchten, um dieselbe Politik im Dienste der Reichen und Firmenbosse zu betreiben. Dabei werden sie nach Möglichkeit neue arbeitslosen- und migrantenfeindliche Maβnahmen treffen im Rahmen ihrer zutiefst reaktionären Politik. Mit diesem Wahlspielchen werden alle Arbeiter sowie die Jugendlichen und die Klassen aus dem Volk die Verlierer sein. Wir müssen also den Kampf auf einem anderen Gebiet vorbereiten.

Schon jetzt müssen die Arbeiter zum Gegenangriff übergehen

Uns fehlt sowieso die Zeit, auf die nächsten Wahlen zu warten. Schon jetzt reichen unsere Löhne bis zum 20., sogar bis zum 15. des Monats nicht aus. Schon jetzt führen die Firmenbosse Massenentlassungen durch; dabei kassieren sie Millionen Euro, wie zum Beispiel die Sanofi-Gruppe ( Abbau von 4 000 Arbeitsplätzen und ein Willkommensgeschenk von 4 Millionen Euro für den neuen Boss...). Schon jetzt müssen wir zurückschlagen.

In verschiedenen Unternehmen kämpfen die Beschäftigten schon: Im Unternehmen Radio France wird gegen den Abbau von Arbeitsplätzen gekämpft und im PSA-Werk Sevelnord kämpfen die Beschäftigten für Lohnerhöhungen.

In vielen Sektoren wurde mehr oder weniger heftig protestiert: Vor allem nach Veröffentlichung der Gewinne von Konzernen, der exorbitanten Gehälter von Firmenbossen, der verschwenderischen Ausgaben irgendeines Vorstands oder von Aktionären. Hinzu kommen lokale Streiks oder Arbeitsniederlegungen gegen Haushaltskürzungen, Stellenstreichungen, Personalmangel, übertriebene Arbeitsbelastungen und natürlich auch gegen Entlassungen und Fabrik- oder Standortschlieβungen: Im Postwesen, bei der Bahn, bei Radio France, in den Krankenhäusern, bei Sozialarbeitern, Zollbeamten, Arbeitsaufsichtsbeamten, Territorialbeamten, Beschäftigten in öffentlichen Sporthallen oder Mensen, Lehrern in Mittelschulen oder in Ausbildungszentren für Lehrlinge, Fluglotsen... Und nicht zu vergessen Guadeloupe, wo der Generalstreik vom 26. März ein groβer Erfolg war und die jahrelang aufgestaute Wut der Arbeitenden zum Ausdruck brachte.

Am 9. April als erste Etappe: lasst uns alle in den Streik treten!

Zum ersten Mal seit sehr langer Zeit rufen alle Gewerkschaften (FO, CGT, Solidaires und FSU) zu einem überberuflichen Streik- und Demonstrationstag gegen die Sparpolitik der Regierung, für Lohnerhöhungen und die Rücknahme des Macron-Gesetzes, das die Sonntagsarbeit zur Regel machen und das Arbeitsgesetzbuch über Bord werfen wird, damit die Firmenbosse in allem freie Hand haben. Wir müssen uns diesen Tag des allgemeinen Protestes zunutze machen, damit all die, welche die unternehmerfreundliche Politik der PS-Regierung anekelt, ihre Wut zum Ausdruck bringen. Streiks und Demonstrationen müssen zahlreich sein, um die Zusammenführung aller auf lokaler Ebene stattfindenden Kämpfe ein Stück weiter zu bringen. Gewiss: Ein einziger Tag der Mobilisierung wird nicht ausreichen, um den politischen Kurs des Duos Hollande-Valls rückwärts zu machen. Dieser Protesttag muss aber der Auftakt zu einer dauerhaften Rückkehr der Arbeiter auf der sozialpolitischen Szene sein.


Marx
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