Revolutionär Sozialistische Organisation

Auf der Suche nach Sündenböcken

Freitag 17. April 2015

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Der Zugfunke - 16. April 2015

Zu wenig Arbeit in der Werkstatt Cottbus?

… das behauptet die Regio-Geschäftsleitung. Wenn es so wäre, warum fahren wir mit defekten MG-Bremsen, fehlenden Sitzpolstern, defekten Toiletten, lauten Führerständen vom Hof? Warum schreiben wir uns an EZB (elektr. Zugbericht) wiederholt die Finger wund und nichts passiert?

Die Berliner Werkstatt schafft trotz zusätzlicher Leiharbeiter die Planarbeiten nicht, weil die Zwischenreparaturen überhand nehmen.

Die Antwort wäre, Regio dazu zu bringen, die Arbeit nach Cottbus zu verschieben und auf alle Arbeiter zu verteilen und nicht zuzulassen, dass die Chefetage allen Kollegen das Arbeitsleben versaut.

Sie wissen nichts, aber davon sehr viel

Sobald wir Garantien für unsere Arbeitsplätze einfordern, fühlen sich Führungskräfte sofort auf den Schlips getreten. Ach, die Zukunft, wer weiß schon, da sind dann ominöse Marktgesetze am Werk...

Wenn es allerdings um die Streichung von Arbeitsplätze in der Werkstatt Cottbus geht, wissen die Schlipse ganz genau Bescheid. Sie legen Zahlen für Jahre im Voraus vor, die den Rausschmiss von Dutzenden Kollegen jetzt rechtfertigen sollen.

Spezialfall Regio? Nee, alter Kapitalistentrick

Regio hält uns für so dummbräsig, dass wir nicht durchschauen, worum es bei den Stellenstreichungen in Cottbus geht: da soll ein Standort personell auf ein absolutes Minimum herunter gefahren und alle Schwankungen, die dann ausgeglichen werden müssen, durch Leiharbeiter aufgefangen werden.

Nach diesem Prinzip mit der Ware Arbeitskraft handeln auch schon BMW (15.000 Leiharbeiter), Stadler (51,4% Leiharbeiter). VW schickte in der Krise 2009 16.500 Leiharbeiter rückstandsfrei in die Wüste! Bei solchen Aussichten tropft dem gewinnhungrigen DB Konzern natürlich der Zahn.

Ein feiner Zug der Solidarität

In Cottbus wurden schon Fragebögen zur Sozialauswahl verteilt. Jeder trägt seine Daten ein und hofft, dass es ihn selbst nicht treffen wird, seine Familie und seine Heimat verlassen zu müssen?

Noch sind aber alle da! Und die Kollegen wollen gar nicht dieses Schicksal akzeptieren. Fast alle Kollegen haben auch eine Liste unterschrieben, in der sie ihre Solidarität untereinander bekunden und zusammenhalten wollen. Es könnte ein Anfang sein, die Trennung in der Belegschaft, wie sie bei BMW, Stadler und Co. schon da ist, erst gar nicht zuzulassen. Alle Eisenbahner brauchen eine gute Werkstatt, für jeden hängen die Arbeitsbedingungen davon ab, dass die Technik läuft. Deshalb sagen wir alle: Hände weg von Cottbus!

Rätselecke: finde die 5 Schichtverbesserungen

Die S-Bahn hat die neuen Schichtpläne präsentiert. Aber man muss sich schon ein bisschen anstrengen, um Begeisterung in Anbetracht der dick aufgetrage­nen Verbesserungen zu heucheln. Eine einzige Stun­de hier ein bisschen kürzer, da eine Stunde früher. Aber die elenden Tagesschichten sind ganz unberührt. Weniger Vorbereitungszeit. Wiegt die Schichtsymmetrie das auf?

Wir haben was gehört...

Vor der kommenden 16. Tarifrunde ist Weselsky die Lust vergangen. „Schluss mit lustig!“ - dröhnt der neueste angsteinflößende Kampfschrei aus dem GDL-Tower.

Komisch, so lustig fanden wir’s bisher gar nicht, unsere Forderungen sind ernst gemeint. Doch wer noch immer auf „konstruktive Verhandlungen“ mit der DB hofft, zeigt schon, dass er die Sache nur scherzhaft sieht. Uns fällt da bestimmt was besseres ein, als verbal ein bisschen rumzudrohen.

Mensch, dieser "Niklas"! Mensch, der Gutwetter­fahrplan!

Während Niklas einem um die Ohren tobte, war es aber ganz ruhig bei den benötigten Infos von der TP. Da war selbst der Twitter-Vogel mit seinem Gezwit­scher hilfreicher. Ist die TP-Besetzug nur auf schönes Wetter ausge­richtet, dann bricht bei Sturm eben die Verbindung zusammen. Da kann man in der TP selbst noch so starke Nerven wie Drahtseile haben.

Niklas wird gemobbt

Der Sturm musste für alles mögliche herhalten: in Ückermünde blieb ein kaputter Triebwagen stehen. Wer wars gewesen? Niklas, natürlich... Drei Tage fuhren deshalb Ersatzbusse. Wer ist schuld? Niklas. Der Arme, dabei sucht man vergebens die Oberlei­tungen. Regio hat wieder gespart und entschieden, lieber Busse fahren zu lassen, wird ja eh bezahlt. Die Werkstatt in Rostock ist außerdem überlastet.

Wer mal wieder Mist gebaut hat, der suche sich ein­fach seinen Niklas...

Outsourcing unerlaubter Videoaufnahmen

Ein Tf wurde von einem verärgerten Fahrgast gefilmt und das Video auf youtube gestellt. Statt dass sich die S-Bahn hinter den Kollegen stellt, gabs Personalgespräch und Degradierung in den Rangier­dienst. Die S-Bahn lässt uns wissen, dass wir sicher sein können: wenn wir mal in einer wirklich un­günstigen Lage, die immer einfach passieren kann, gefilmt werden, dann sind wir weg.

Gib mir ein B

Regio will bei den KiN die Schulungen und die Tauglichkeitsuntersuchungen für das B sparen. Nur noch Servicekräfte wären nötig! An die Lohntüte soll es nicht gehen. Aber alle Neueinstellung bekommen bereits ein paar hundert Euro weniger, obwohl der Konzern in den Tarifverhandlungen behauptet, dass es keine unterschiedlichen Ergebnisse für ein und dieselbe Berufsgruppe geben soll. Die Skepsis unter vielen KINs ist berechtigt.

Jede Qualifizierung ist ein Sicherheitsgewinn für uns und die Fahrgäste. Und ist es etwa kein Service, wenn wieder so einige RE1 mit halb kaputter Türsteuerung trotzdem fuhren, weil eben ein KiN mit B an Bord war?


Marx
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