Revolutionär Sozialistische Organisation

Vierter Streiktag in Berlin

Sonnabend 9. Mai 2015

Gewerkschaftschef Weselsky erklärt in der Presse, der Streik werde am Sonntag pünktlich 9 Uhr enden.... pünktlich, das ist seine Sorge. Die Sorge der Streikenden im Berliner Streiklokal ist eine andere: Es ist klar, dass jetzt, nach 4 Tagen, der Streik seine Wirkung entfaltet. Es fahren zwar noch zu viele Züge, aber die wenigen Lokführer können - wenn die Regeln zu Arbeitszeiten eingehalten werden sollen - kaum noch länger durchhalten. Von Arcelor in Eisenhüttenstadt, dessen Stahlwerk zwar einen eigenen Gütertransport hat, aber zusätzlich Stahl von der DB fahren lässt, weiß man, dass die Lager und sämtliche Waggons gefüllt sind. Ab jetzt wird der Streik im Güterverkehr das Werk heftig treffen. Man kann sicher sein, dass es an anderen Orten nicht anders ist. Außerdem vermischen sich im Streiklokal mehr und mehr die Grüppchen, der Austausch untereinander nimmt zu, täglich gibt es Streikversammlung, die Stimmung ist gut, Fahrgäste pöbeln nicht mehr als sonst, viele Streikende berichten von extra positiven Unterstützungen von Fahrgästen - selbst die Polizisten, die die Kundgebungen vor dem Ostbahnhof "beschützen", wünschen ausdrücklich Erfolg! Gestern haben zwei Gewerkschafter von GEW und verdi 20 bzw. 50 EUR gespendet und haben extra einen guten Sieg gewünscht. Es wäre schwer, im Streiklokal jemanden zu finden, der nicht meint: DURCHZIEHEN BIS ZUR UNTERSCHRIFT!

Hätten die Streikenden die Kontrolle über ihren Streik und könnten sie demokratisch entscheiden, es wäre keine Überraschung, wenn die Fortsetzung des Streiks am Sonntag eine sichere Mehrheit bekommen würde.

Ein paar Fotos vom 4. Streiktag:

8. Mai 2015 - Kundgebung vor Ostbahnhof

8. Mai 2015 - Kundgebung vor Ostbahnhof

8. Mai 2015 - Kundgebung vor Ostbahnhof

8. Mai 2015 - Kundgebung vor Ostbahnhof

8. Mai 2015 - Kundgebung vor Ostbahnhof

8. Mai 2015 - Kundgebung vor Ostbahnhof

Am frühen Nachmittag fand auf Initiative der Partei für Soziale Gleichheit (PSG) eine öffentliche Diskussion zwischen ihrem Parteivorsitzenden und dem Bezirksvorsitzenden der GDL, Nachtigall, statt. Die PSG stellte in den Vordergrund, dass der Streik ein politisches Programm erfordere und dass die Arbeitenden sich in einer eigenen Arbeiterpartei organisieren müssten. Sicherlich keine Überraschung war, dass Nachtigall die Position der GDL-Spitze, dass die GDL nur eine Gewerkschaft sei und eben für die eigenen Mitglieder kämpfe und nicht angetreten sei, die Regierung zu stürzen, verteidigte. Die bloße Feststellung der PSG-Vertreter, dass die GDL nicht das nötige tue und der Streik so nicht gewonnen werden könne, war für die Streikenden nicht gerade motivierend und keine Hilfe. Die Frage ist sehr konkret: was kann und muss unter den gegebenen Kräfteverhältnissen getan werden, damit der Streik gewonnen werden kann? In Anbetracht des Streikendes Sonntag und der Verschleppungstaktik der Bahn drängt die Zeit.

Auf der website der wsws.org ein Artikel über die Diskussion.


Marx
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