Revolutionär Sozialistische Organisation

Ein frischer Streikwind

Donnerstag 14. Mai 2015

PDF - 245.1 kB
Der Zugfunke - 14. Mai 2015
Der Zugfunke als pdf

Brandstifter

Da zeigen wir mal, dass die Macht der DB-Chefs im Streik sehr beschränkt ist, schon versuchen sie hin­tenrum beim dbb, uns den Streikgeldhahn zuzudre­hen. Das war Grubes Plan B ohne Lösung!

Ist erst mal der Streik (B)eendet, dann braucht es keine Lösung mehr – so das Kalkül von Grube. Er will wieder in Ruhe verhandeln. Wenn die Kraft des Streiks gebrochen ist, dann kann man die Tarifkom­mission richtig schön über den Tisch ziehen.

Wir müssen die zweite Stufe zünden: Streiken bis sie die Zündschnüre loslassen und mit ruhiger Hand un­sere Forderungen unterschreiben!

Akute Streikeritis

Viele von uns wurden gleich nach dem Streik von ei­nem hoch ansteckenden Virus befallen.

Die Symptome: Nach Rheinsberg und um Golm her­um fahren nur noch Busse.

Die Diagnose: Nach den Tagen, in denen wir gemein­sam über uns und unsere Zukunft reden und bei Lö­sung der Situation gemeinsam aktiv werden konnten, ist nun innere Leere eingekehrt. Das setzt uns arg zu. Ein gefundenes Fressen für diese heimtückische In­fektion.

Die Medizin: Plakat - Streik bis zur Unterschrift

Keiner soll gehen in Cottbus!

Trotz Streik gab es in den Werkstätten mächtig viel zu ackern. Wie das? Wenn fast nichts fährt, kann doch auch fast nichts kaputt gehen, möchte man mei­nen. Doch wenn man einfach nur die Schrottzüge, mit denen wir sonst täglich rumfahren müssen abar­beitet, hat man lange zu tun. Da kann man doch glatt von Glück sprechen, dass wir gestreikt haben und nicht damit fahren mussten...

Dass die Werkstatt-Kollegen während der 6 Tage Streik damit zu kämpfen hatten, die Arbeit zu schaf­fen, zeigt einmal mehr, dass es zu wenige als zu vie­le Kollegen dort gibt. Deshalb sind die Pläne der DB, in Cottbus Stellen in der Werkstatt zu streichen, nicht hinnehmbar!

Je mehr gute Laune, desto mehr schlechte Laune

Alle Berliner OGs zusammen am Ostbahnhof, das war sicher nicht das letzte Mal. Endlich miteinander richtig quatschen, DB-Casino mal anders besuchen mit Streiktüten und Schlipsträger beunruhigen, zu­sammen Plakate malen, beifallklatschende Busfahrer bestaunen... das ist ein bisschen zuviel gute Laune gewesen und hat sicher für schlechte Laune bei der DB gesorgt. Man kann verstehen, warum Weber im­mer so weinerlich daher kommt.

Und dann fuhren Samstag kaum noch Züge: zwischen 14 Uhr und 21 Uhr kein Zug am Ostbahnhof, innerhalb anderthalb Stunden in Leipzig nur ein RE und eine S-Bahn, in Hamburg auch kaum was... sodass nach gemeinsa­mer Diskussion unter allen im Streiklokal beschlos­sen wurde: „Obwohl mehr als die Hälfte der streiken­den GDLer hier in Berlin für eine Fortsetzung des Streiks ist, werden wir den Streik – wie angekündigt – aussetzen. (…) Sollte jedoch kein Angebot der DB erfolgen, muss der nächste Streik ein Ultimatum enthalten, das der DB klar zu verstehen gibt, dass wir ohne ernstzunehmendes unterschriebenes Ergebnis, diesen Streik fortsetzen werden.“

Autsch, das hat im DB-Tower weh getan.

Das Wir entscheidet

Man musste genau hinhören, als Weselsky vorm Hauptbahnhof die Vermittlung durch Platzeck ablehn­te. Über Grundrechte (eigenständigen Tarifvertrag) lasse man nicht schlichten. Aber über Arbeitszeiten, Überstunden und Löhne sei durchaus eine Schlich­tung möglich! Der GDL-Apparat unterscheidet dem­nach: Die Frage, für wie viele Kollegen er verhandeln und abschließen darf, ist ihm wichtiger, dort ist er we­niger kompromissbereit, als bei den inhaltlichen For­derungen selbst.

Kann sein, dass man nicht alle Forderungen im Ar­beitskampf durchsetzen kann. Aber das heißt nicht, dass man sich automatisch wie beim Teppichhandel bei der Hälfte der Forderungen trifft, oder man einen Schlichterspruch akzeptieren müsste.

Wie viel wir durchsetzen, hängt ab von unserer Kampfkraft, der Streikbereitschaft, der Stimmung un­ter den Streikenden, der Dynamik, die sich entwi­ckelt, und, und, und. Die Entscheidung, mit welchem Ergebnis wir am Ende einverstanden sind, muss daher bei uns liegen, da wir auch einschätzen können, ob wir im Arbeits­kampf noch eine Schippe drauflegen können. Deshalb sollten wir der Verhandlungsführung deutlich sagen: Kein Streikabbruch und keine Unterschrift, ohne dass die Streikenden über das jeweilige Ver­handlungsergebnis abstimmen konnten!

Was wäre, wenn die Ulrike vom ESTW zusammen mit der Martina vom Fernverkehr...?

Warum war die DB so erpicht darauf, dass wir die Bahnhöfe nicht betreten und KollegInnen treffen? Warum das Rumgeschleime von Grube über die ach so fleißigen Mitarbeiter, die während des Streiks arbeiten mussten? Weil die Chefs am Potsdamer Platz genau wissen, dass wir uns innerlich wünschen, alle Bahner würden zusammen halten und zusammen streiken, jeder für die in seinem Bereich wichtigen Forderungen, und doch alle zusammen für weniger Arbeitszeit und mehr Lohn! Egal, ob EVG, GDL oder sonstwas. Weil dann wirklich alles still stünde und wir zusammen am meisten rausholen könnten.

Nichtmal die BILD-Zeitung hätte dann noch was zu meckern...


Marx
Startseite | Kontakt | Sitemap | Redaktion | Statistiken | Besuche: 242618

Aktivitäten verfolgen de  Aktivitäten verfolgen Aus den Betrieben  Aktivitäten verfolgen Deutsche Bahn   ?

Realisiert mit SPIP 2.1.29