Revolutionär Sozialistische Organisation

FIFA: Korruption als Spiegel der kapitalistischen Gesellschaft

Donnerstag 11. Juni 2015

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Der Zugfunke - 11. Juni 2015
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Alles Quark

In den Medien und bei anderen Gelegenheiten drehen die Manager der DB wie irre am Rad. Die Verluste durch die Streiks wären wahnsinnig hoch. Das Unternehmen stehe kurz vor dem Abgrund. In den Kantinen am Sony-Center gibt es nur noch Pellkartoffeln mit Quark. Bei DB Regio NO allein würden 1,2 Mio. € pro Streiktag verloren gehen, bei der S-Bahn 1 Mio.

Da noch 20% der Züge gefahren sind, macht das ca. 1.5 Mio. € am Tag allein bei Regio. Dabei sind die geringeren Lohnzahlungen während des Streiks nicht berücksichtigt. Es zeigt, dass sie enorme Gewinne aus unserer Arbeit erzielen.

An unseren Streiks wird die DB nicht zugrunde ge­hen. Aber sicher erzählen die Chefs wieder nur Quark, um unsere Forderungen in einem Jammertal aus ihren Tränen zu ertränken.

Wer unterschreibt der bleibt!?

Von der Unterschriftensammlung der Aufsichten vom Hauptbahnhof gehört? Sie sollen abgebaut und die Aufgaben auf die Zugbegleiter bzw. Lokführer übertragen werden.

Es ist eine ähnliche Kiste wie bei der S-Bahn oder den betrieblichen Aufgaben der KINs bei Regio.

Der Hauptbahnhof hat Milliarden verschlungen, aber die „Peanuts“ für die letzten Aufsichten der Fernbahn in ganz Berlin sollen zu viel sein? Mit der Unterschriftensammlung zeigen die Kollegen, dass sie zusammenhalten und nicht alles hinnehmen, was von oben kommt. Eine Gelegenheit, die nächsten Schritte vorzubereiten.

Nach unten offen

Nach dem EVG-Abschluss drohte die DB, dass das der Maßstab auch für Verhandlungen mit der GDL sei. Einige EVG-Vorstandsleute waren sich nicht zu blöde, abzufeiern, dass sie das in Verhandlungen ganz ohne Streiks geschafft hätten. Gute Freunde unter sich...

Aber unter den EVG-Kollegen kann man lange su­chen, um jemanden mit Begeisterung zu finden. Dass der mickrige Abschluss überhaupt zustande gekommen ist, hat sicher mit den GDL-Streiks zu tun. Aber nun hat es die DB geschafft, potenzielle Verbündete im Arbeitskampf einzukassieren und es der streikbereiten Bahnertruppe der GDLer noch schwerer zu machen.

Nichts bewegt sie wie ein… Streik

Kein Zufall, dass gerade im Dienstleistungsbereich harte Auseinandersetzungen stattfinden – besonders in ehemaligen Staatsbetrieben wie Bahn, Post und Krankenhäusern, aber auch in den Kitas oder bei Amazon. Die Arbeitsbelastung hat zugenommen, während die Löhne zu niedrig sind.

Die Postler sind seit dieser Woche im unbefristeten Streik, um die massenweise Ausgliederung von Paketzustellern in Billig-Tochtergesellschaften zu verhindern. An der Charité wird ab 22. Juni für mehr Personal gestreikt. Bei den Kitas geht es um bessere Bezahlung. Doch wie bei der Bahn hat verdi eine Schlichtung akzeptiert – und dafür den Streik ausgesetzt.

Eine Schlichtung ist immer im Interesse der Unternehmen, denn wenn erst mal der Druck des Streiks weg ist, können die Chefs ihre Zahlenkolonnen runterspulen und Schlichter wie Gewerkschaftsführung mit angeblichen Sachzwängen beeindrucken.

Stattdessen können wir unsere Stärke ausspielen, wenn wir alle zusammenstehen – und die Gegenseite in Bewegung bringen!

Schlichter Klassenkampf

Es laufen Tarifgespräche im Verborgenen, die sich um uns drehen, aber darüber wird geschwiegen. Unsere Chefs schweigen nicht. Jeden Tag nutzen sie, um uns zu zeigen, wer die Hosen an hat und dass es um ihre Privilegien geht. Die DB plappert von inhaltsgleichen Abschlüssen... an unserer Ar­beitsbelastung ändert das nichts. Für sie gilt die Friedenspflicht nicht. Sie führen den Klassenkampf täglich weiter.

Sie setzen darauf, dass das Tarifeinheitsgesetz genug Druck ausübt, dass die GDL-Verhand­lungstruppe bereit ist, noch schnell vor In-Krafttreten Mist zu akzeptieren.

Wir wollen um unsere Forderungen kämpfen, daran hat sich nichts geändert. Und die Schlichtung muss öffentlich sein.

Freizeitausgleich – vielleicht 2016?

30.000 Überstunden gibt es bei den S-Bahn-Tfs. Damit wir unseren Anspruch auf Freizeitausgleich voll wahrnehmen können, kamen schon jetzt die Briefe, dass wir doch mal Freizeittage auswählen sollen... bis Ende dieses Jahres... aber nicht in der Urlaubszeit... die gerade beginnt... also November. Will man durch die Blume sagen, dass im November der Totalausfall kommt? Oder sollen wir uns daran gewöhnen, dass es nichts mehr wird?

Eine kleine Erpressung auf dem Tablett serviert

Bei der S-Bahn sollen die Tablets bis Ende des Jahres kommen. Das ist Teil des Gesamtpaketes zu den neuen Arbeitszeitregelungen. Da die Chefin des Betriebsmanagements nicht Mutter Theresa heißt, soll uns mit den Tablets sicher kein Geschenk gemacht werden.

Könnte doch sein, dass die DB darauf spekuliert, dass wir auf dem Weg zur Arbeit schon die neuen Unterlagen runterladen, um später Vorbereitungs­zeiten und Meldestellen zu streichen...

Berühmtheit, auf die wir gerne verzichten

Wie kommt man am schnellsten in die Zeitung? Indem man KIN bei Regio wird!

Es würde die ganze Seite füllen, wenn man die SMS allein der letzten Tage zu ausgefallenen Zügen abdrucken würde. Wenn dann die Leute mit ihren Fahrrädern und Kinderwagen – wie letztens zu Pfingsten auf der RE3 – nicht mehr mitkommen, kann man schon mal von einem Lokalreporter entdeckt werden...


Marx
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