Revolutionär Sozialistische Organisation

Mehr als ein "Nein!"

Donnerstag 9. Juli 2015

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Der Zugfunke - 9. Juli 2015

Rente mit 38

2018 soll die Arbeitszeit auf 38 Stunden reduziert wer­den... schon so bald, dass einige von uns vorher in Rente gehen werden. Einstellung von 300 Lokführern und 100 Zugbeglei­tern... doch so viel, dass man viele Runden auf dem Ring wird drehen können, ohne einen der Neueinge­stellten zu treffen. 80 Überstunden… pro Jahr, das ist eine Menge. Bessere Schichten? Kürzere Lenkzeiten? Nix. 400 Tarifvertragsseiten und keine echten Verbesse­rungen. Aber Grube hat mit Weselsky Frieden ge­schlossen und ihn als „Partner“ anerkannt. Das ist, was er wollte.

Für uns bleibt: besser gekämpft zu haben, als gleich verloren. Und besser beim nächsten Mal mit dem Streik durchziehen und nicht die Gewerkschafts- und Konzernlenker in Geheim-Schlichtungen verschwin­den lassen, dann können wir nicht nur gute Streikta­ge erleben, sondern auch viel gewinnen!

Ein bisschen Frieden, ein bisschen Pflicht...

… das treibt Weber Freude ins Gesicht. DB und GDL sprechen von einem „Friedensabkommen“: das neue Tarifeinheitsgesetz ist zwar bei der Bahn vom Tisch. Doch bis 2020 haben sich DB- und GDL-Vorstand darauf geeinigt, Streiks durch Zwangsschlichtung ver­bunden mit einem Streikverbot zu erschweren. Am besten noch mit „bewährter“ Geheimhaltung gegen­über den Betroffenen (Schweigepflicht)!

Die DB-Chefs erwarten bestimmt jetzt entspannte Zei­ten an Verhandlungstischen.

Doch friedlich ist hier gar nichts, sogar verhältnismä­ßig unfriedlich! Also warum sollten wir jetzt stillhalten?

Unnötige Fasel-Phase

Jedem Streik soll bis 2020 auf Verlangen einer Seite eine Abkühlungsphase (Schlichtung) vorangehen.

Doch die ständigen Sticheleien durch Weisungen, Schichtverlängerungen, Bettel-SMSen, kurzfristigen Umbestellungen gehen in dieser Phase ungemindert weiter. Die Schichtpläne und Schichten kühlen sich nicht ab. Wir sollen uns in eine Abkühlungsphase begeben und das Unternehmen nutzt jede Minute aus, um den an­gestrebten Profit durchzudrücken? Ist doch Quatsch über Phasen zu faseln. Nur klares Handeln bringt echte Abkühlung!

Keine Antwort ist auch eine Antwort

Nachdem wir aufgefordert wurden, unsere diversen noch offenen freien Tage anzumelden, hört man von der S-Bahn nichts mehr. Vielleicht müssen wir erst auf die 300 angekündigten Lokführer warten?

Hitzköpfe

Nach der Hitze der Tarifauseinandersetzung wollte die DB wieder das Vertrauen der Kunden gewinnen. Prompt wird es Sommer und das Chaos größer als in einem der Streiks.

Dabei war die Hitzewelle genauso lange angekündigt wie der Streik. Viele fragen sich, warum jede Schwan­kung über 25 oder unter 5 Grad so extreme Auswir­kungen auf den Betriebsablauf hat. Sommer hatten wir doch früher auch, aber niemand kann sich an solch ein Chaos erinnern.

Hatten wir früher mehr Bereitschaften? Auf vielen Bahnhöfen Aufsichten, Fahrdienstleiter? Waren die Züge und Loks trotz ihres Alters einfach besser ge­wartet und die Personaldecke in den Werkstätten grö­ßer? Gab es mehr Fahrzeugreserven? Konnte jeder Lokführer jede Art von Zügen fahren? Die Antwort könnte fünfmal „ja“ sein…

Klassenziel erreicht

DB-Personalchef Weber verkündet, die DB habe ihr Ziel erreicht, nach dem Tarifabschluss gäbe es keine Beschäftigten 1. und 2. Klasse mehr. Aber zweiter und dritter Klasse! Bei Regio Nordost gibt es Zugbegleiter von DB Zeit, die knapp 1.000 € weniger für den gleichen Job verdienen, als die fest­angestellten Regio-Kollegen.

Also rumgelogen, um zu überdecken, dass er das Klassenziel, unseren Streik zu beenden, erreicht hat. Gut erkannt und sehr klassenbewusst, der Herr We­ber! Aber ob wir so geduldig alles ertragen, bloß weil Herr Weber einen schlichten Zettel hat, das steht auf einem anderen Papier...

Nur ein Anfang

1.000 Unterschriften sind gegen die Abschaffung der Verkehrsaufsichten im Berliner Hauptbahnhof zusam­mengekommen. Eine ehrliche Mitarbeiterbefragung mit klarer Aussage.

Vielleicht könnte uns die Unterschriftensammlung zu weiteren gemeinsamen Taten ermutigen. Denn jeder weiß: So wie ich, denken mindestens 999 andere Kol­legen.

„Selbstkritik“, auf die wir gerne verzichten

Zur neuen Agenda der DB verkündet Grube: „Wir müssen uns die Wertschöpfungstiefe in unseren Ge­schäftsfeldern selbstkritisch anschauen.“ Es müsse Schluss sein mit der Behördenbahn, in der noch alles selbst gemacht wird. Riecht danach, dass Sie alles aufdröseln wollen, um zu sehen, ob es noch nach Be­hörde und schon nach maximalem Gewinn riecht. Sind diesmal die Werkstätten dran, die angeblich Überkapazitäten haben, bei Ausschreibungen schon den Herstellern zugeschlagen und scheibchenweise wie bei der S-Bahn ausgegliedert werden?

Flüchtlingspolitik bedeutet hundertfache Todesurteile

Hunderttausende fliehen täglich vor Hunger, Krieg und tödlicher Verfolgung. Wenige Tausend schaffen es über gefährliche Routen in die EU. In Anbetracht der Flüchtlingskatastrophe bietet CDU-Innenminister de Maiziere eine „Lösung“... indem die letzten Flucht­wege blockiert und Flüchtlinge aus Deutschland leich­ter abgeschoben werden sollen! Was für eine Ver­achtung gegenüber Menschen in Not.

Politiker behaupten, es gäbe schon in Deutschland zu viele Flüchtlinge, man könne nicht die ganze Welt ret­ten. Sie wollen, dass wir eher verärgert sind über we­nige Tausend Flüchtlinge, die es zu uns schaffen, als auf die wirklich Reichen in Deutschland und weltweit. Dabei haben die soviel Reichtum, dass es möglich wäre, sowohl uns allen in Deutschland als auch den Ärmsten in Afrika, Syrien und anderen Ländern ein gutes Leben zu ermöglichen.


Marx
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