Revolutionär Sozialistische Organisation

Refugees welcome!

Sonnabend 22. August 2015

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Der Zugfunke - 20. August 2015
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Darf es ein wenig mehr sein?

Nicht umsonst war die Verkürzung der Arbeitszeiten die wichtigste Forderung für die meisten Fahrpersonale. Zusätzlich wächst die Belastung durch die immer miserablere Fahrzeugsituation bei Regio und diverse Verspätungen. Das genügt eigentlich schon, um die Nase gestrichen voll zu habe. Aber dann muss der „Glückspilz“ von Dienstregler uns jetzt noch Schichtverlängerung wegen Bauarbeiten verkaufen oder das Planungsbüro klebt den Kreuzfahrer einfach an eine Planschicht ran.

Ab 90 min können wir zwar generell „nein“ sagen, aber selbst diese Regelung wird immer schamloser ausgenutzt und nimmt in letzter Zeit Überhand. Scheinbar muss auch die Einhaltung der Schichtpläne permanent erkämpft werden.

Angewiesener Mangel

Bei Regio wird, wenn überhaupt, öfter mit drei statt fünf Wagen gefahren. Wenn dann die Züge überquellen, darf laut neuer Weisung ein Halt ausgelassen werden. Der nächste Zug hat dafür doppelten Spaß. Und die Leute, die raus wollen? Alle mal den Arm hoch?

Scheint, die „Führungseliten“ vertragen die Hitze genauso schlecht wie die Züge oder wo ist das „Serviceversprechen“ geblieben, von dem sie uns überzeugen wollen? Wie immer werden grundsätzliche Probleme unter einer Weisung versteckt.

Geht’s noch?

Herrje, die S-Bahn-Führung lässt wieder Fragebögen ausfüllen um zu testen, ob wir noch durchhalten. "Tausend mal berührt, tausend mal ist nichts passiert…." hhmmm... Zum xten Mal ankreuzen, dass die Schichten Scheiße sind? Oder den Flyer, die einige Kollegen verteilt haben, der über die nächsten geplanten Schweinereien für die S-Bahn Lokführer informiert, mit rantackern... Klar, verständliche Forderungen zur Verbesserung unserer Arbeit sagen mehr als tausend Kreuze bei den unklaren Fragestellungen und Plänen des Unternehmens.

Je mehr Geschwafel, umso mehr Skepsis

„Effizienter, schlanker...“ Grube schwärmte auf der Aufsichtsratssitzung von der Zukunft der DB, was das Zeug hält. Dazu das Versprechen, es gäbe keinen Börsengang.

Wir sind geschult in Managersprech. Übersetzt bedeutet Grubes Geschwafel: Arriva und Schenker Logistics sollen an private Investoren verhökert werden, damit die Bilanz wieder stimmt. Zunächst nur ein bisschen, aber wir können uns gut an die Privatisierungen der Post und Telekom erinnern. Dort fing es auch mit „ein bisschen“ an. Reinigung oder Wartungsaufgaben gehen künftig vermehrt an externe Firmen. Was bleibt von der Bahn? Nur ein Briefkasten in irgend einem Steuerparadies?

Diese Konzernumbaupläne sind eine Kampfansage an alle DB-Kollegen.

Testlabor Friedrichstraße

Ende Juli hat die S-Bahn unsere Aufsichten rausgeschmissen. Aber für wie lange? Das Häuschen ist ja nicht leer. Nun sitzen da Kollegen, die zum Beispiel Feuerwache machen. Wie stehen die Wetten, dass Aufsichten zurückkommen, weil sie einfach nötig sind im Tunnel? Gut! Denn bis Januar 2016 kommen die Aufsichten zunächst einmal zurück, weil es kein Konzept, keine Sicherheit und keine Brandwachen für den Tunnel gibt. Sind wir denn nur Testratten im Tunnel, um zu sehen wie lange es ohne Aufsichten gut geht?

Theater

Den Streik abbrechen, ohne zu fragen. Die Tarifverträge unterschreiben, ohne zu fragen. Das ganze als Erfolg verkaufen, ohne zu fragen. Und jetzt erlaubt man uns, wo alles in Sack und Tüten ist, in der Urabstimmung anzukreuzen, ob wir dem Abschluss der Tarifrunde 2014/2015 zustimmen. Demokratie im Streik ist nicht gerade das, was die GDL-Spitze gerne hat.

Parasiten im Norden und anderswo

Die hamburgisch-schleswig-holsteinische Nordbank (HSH) soll mehr als 22 Mio. Euro Bußgeld zahlen, weil sie Kunden bei der Steuerhinterziehung geholfen hat. Das ist der Deal mit der Staatsanwaltschaft. Diese staatliche Bank, die in der Blütezeit der Finanzkrise mit mehreren Milliarden staatlichen Geldern aufgepeppt wurde, hat gut daran verdient, die Milliönchen der superreichen Kunden steuerfrei ins Ausland zu bringen. Bei der Commerzbank, der Deutschen Bank und anderswo läuft das nicht anders. Die Banker machen, was sie können, um ihren teuren Kunden zu helfen. Und das bringt ihnen viel mehr ein, als diese paar Millionen Bußgelder, die sie bereit sind zu zahlen, um eine Anklage zu verhindern.

Griechenland zum dritten Mal abgezockt

Während Medien wie BILD so tun, als würden unsere Steuermilliarden in das Fass ohne Boden Griechenland gepumpt, verdiente in Wirklichkeit der deutsche Staat selbst dann noch an der Griechenlandkrise, wenn alle griechischen Schulden ersatzlos gestrichen würden, wie kürzlich veröffentlicht wurde. Aber die Schulden werden nicht gestrichen, sondern immer wieder zu gnadenloser Erpressung benutzt. Ergebnis: Durch Mehrwertsteuererhöhung werden fast alle Lebensmittel, Strom und Heizung in Griechenland um 10 % verteuert, Sozialleistungen und Renten werden massiv gekürzt und Armut und Elend so weiter vorangetrieben. Die Syriza-Regierung ist vor dem Diktat eingeknickt und somit grandios gescheitert mit ihrer Strategie, durch Verhandlungen Zugeständnisse von Schäuble, Merkel und Co. zu erhalten. Das war genauso illusorisch, wie vom DB-Vorstand Rücksichtnahme auf unsere Interessen zu erwarten. Gegen die profitdiktierte Sparpolitik in ganz Europa hilft nur entschlossene Mobilisierung aller Arbeitenden!


Marx
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