Revolutionär Sozialistische Organisation

Refugees Welcome

Donnerstag 20. August 2015

Streik- Notruf

Wir haben einen Tipp an unsere KollegInnen in der Tarifkommission! Bei dauerhafter Überlastung, nervenden Gesprächspartnern, die auch noch Vorgesetzte sind, bei dem Gefühl einfach nicht voranzukommen und dass das den Verantwortlichen auch noch völlig egal oder sogar recht ist: Einen Notruf formulieren und Veröffentlichen! Vielleicht hier schon mal eine kleine Formulierungshilfe: „Durch das aktive Hinhalten der Verhandlungsführer der Charité kommen wir mit den Verhandlungen zu Mindestbesetzungen in den Bereichen der Charité einfach nicht weiter. Sämtliche Fristen, die vereinbart wurden, sind verstrichen. Unsere Geduld ist am Ende, wir wollen unsere Kraft nicht mehr verschwenden. Daher kündigen wir an, schnellst möglich mit allen KollegInnen der Charité die Wiederaufnahme des Streiks vorzubereiten.“ Na, wie wäre es?

Feste feiern, wie sie fallen

So lieb meinen es die CFM und die Charité mit uns. Wir dürfen am 4.9.2015 miteinander feiern und sogar „miteinander ins Gespräch“ kommen. Da sind wir wirklich ganz gerührt. Miteinander reden? Das haben wir bei der Arbeitshetze, die die einladenden Chefs uns verordnet haben, schon fast verlernt. Und falls wir es doch mal üben, kommt irgendeiner von den kleinen Chefs und schubst uns rum. Geboten werden uns beim Fest auch noch Spezialitäten aus Bella Italia. Dabei brauchen wir gar keinen Prosecco, um eine Idee für ein Tischgesprächsthema zu haben. Wann gehen wir endlich gemeinsam in den Streik? Für einen Tarifvertrag an der CFM und bessere Arbeitsbedingungen durch Mindestbesetzungsregeln bei CFM und Charité!

Die Charité-Oberen meinen es ernst…

Ernst damit auf unsere Kosten einzusparen. Zu spüren bekommen das nun auch (schon wieder) die MDA´s. Mehreren KollegInnen flatterte schon ein Brief ins Haus, in dem Ihnen eine Ausgliederung an die CFM angedroht wurde. Das Ganze wird natürlich nicht als Personalabbau betitelt. Ist es aber! Und verdi schweigt. Warum, das können wir nur vermuten. Aber wir KollegInnen sollten nicht schweigen. Wie lange wollen wir noch zusehen, wie ein Bereich nach dem anderen zerhackstückt und ausgegliedert wird? Wie lange noch können wir dabei sagen „Ach, das ist ja nur ein kleiner Bereich. Das betrifft ja kaum jemanden.“?! Bis am Ende keiner mehr übrig bleibt, der sich dagegen zur Wehr setzen kann? Wir können uns dagegen wehren! Gerade jetzt laufen Verhandlungen für mehr Personal an der Charité. Da liegt es doch mehr als nah, in diesem Zuge auch dafür zu kämpfen, dass das Personal, welches jetzt an der Charité arbeitet, dieses auch weiterhin tut!

„We want You!“

Na, schon mal eine Partnerschaftssuchanzeige gelesen die ungefähr so lautet: „Ich suche dich, für eine feste Beziehung. (Auf 5 Jahre befristet) Du bist: 34,5 Jahre alt, wiegst 58 Kilo und bist 1,72 cm groß und arbeitest als Buchhalterin. Deine Hobbys sind Segelfliegen und Schwimmen.“ Zu präzise für eine Kontaktanzeige? Ja, das dachten wir auch, als wir die Stellenausschreibung für die Stelle der Pflegedirektorin an der Charité gelesen haben. Denn – Wunder, oh, Wunder – diese Stellenausschreibung ist der bisherigen kommissarischen Pflegedirektorin Heepe wie auf den Leib geschneidert. Da ist dann auch auf einmal kein Hochschulstudium für eine solche Stelle nötig. Denn das hat die Wunschkandidatin nun mal nicht. Naja, es muss ja nur demokratisch aussehen. Der Rest ist egal.

„Fred muss bleiben.“

Die CFM hat einen aktiven verdi-Kollegen und Streikaktivisten vom Streik 2011 gekündigt. Grund: Er wollte sich nicht von einem Chef der CFM rumschubsen lassen (physisch gemeint!). Der Kollege hat eine Anzeige erstattet gegen diesen Chef, da die CFM auf den Vorfall nicht reagiert hat. Doch anstatt dem Chef zu rügen, kündigte sie Fred aufgrund eines „zerstörten Vertrauensverhältnises“. Seit 2011 schon geht die CFM mit uns immer rabiater um, vor allem jedoch mit jenen, welche auch heute noch gewerkschaftlich im Betrieb aktiv sind. So versucht sie ein Klima der Angst und Einschüchterung zu schüren. Und das dürfen wir uns nicht länger gefallen lassen! Ein kleiner Schritt dazu ist, Solidarität zu zeigen und z.B. die von verdi erstellte Unterschriftenliste zu unterschreiben und diese weiter zu verteilen. Es wird Zeit, dass wir uns nicht weiter rumschubsen lassen!

Bob, der Personalmeister

Manchmal hat man an der Charité das Gefühl, irgendein Bob bestimmt, wann, wo und wieviel Personal abgebaut werden soll. Selbst nach der Aussetzung des Streiks, wo sich Charité und verdi darauf geeinigt haben, es soll MEHR Personal geben, werden fröhlich weiter hier und da Stellen abgebaut. Ist das nur ein übler Trick der Charité? Solange abbauen, bis die Verhandlungen für die Mindestbesetzung ausgestanden sind und dann groß feiern, wenn wir mit Glück unsere alte Besetzung (bescheidene) wieder haben? Jedenfalls wird dadurch mal wieder klar, ohne Streik im Nacken wird die Charité uns nichts geben!

Wie großzügig!

Wer in den heißen Tagen das Gefühl hatte, der Chefetage war es ziemlich egal, wie wir in Schweiß gebadet klar kamen – also das ist nun wirklich übertrieben. Immerhin wurden schon nach wenigen Tagen zentrale „Wasserstellen“ für die Kamele –äh pardon – das Personal festgelegt. So kennen wir sie – immer rührend besorgt um uns. Stark sind wir nur zusammen! Seit Ende April sind 60 Altenpflege-Azubis des „Forum für Senioren“ wiederholt im Streik für einen Tarifvertrag. Sie machen die gleiche Erfahrung wie wir an der Charité – Veränderungen sind nur möglich, wenn wir genügend Druck aufbauen. Dafür ist es notwendig, dass wir unsere Kämpfe verbinden, sei es bei Vivantes, an der Charité oder an anderen Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen. Wir haben alle die gleichen Probleme – lösen können wir sie nur gemeinsam.

Griechenland zum dritten Mal abgezockt Während Medien wie BILD so tun, als würden unsere Steuermilliarden in das Fass ohne Boden Griechenland gepumpt, verdiente in Wirklichkeit der deutsche Staat selbst dann noch an der Griechenlandkrise, wenn alle griechischen Schulden ersatzlos gestrichen würden. Aber die Schulden werden nicht gestrichen, sondern immer wieder zu gnadenloser Erpressung benutzt. Ergebnis: Durch Mehrwertsteuererhöhung werden fast alle Lebensmittel, Strom und Heizung in Griechenland um 10 % verteuert, Sozialleistungen und Renten werden massiv gekürzt und Armut und Elend so weiter vorangetrieben. Die Syriza-Regierung ist vor dem Diktat eingeknickt und somit grandios gescheitert mit ihrer Strategie, durch Verhandlungen Zugeständnisse von Schäuble, Merkel und Co. zu erhalten. Das war genauso illusorisch, wie von der Charité-Leitung Rücksichtnahme auf unsere Interessen zu erwarten. Gegen die profitdiktierte Sparpolitik in ganz Europa hilft nur entschlossene Mobilisierung aller Arbeitenden!


Vitamin C vom 20.08.2015

Marx
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