Revolutionär Sozialistische Organisation

Liebe Kampfgenossen von Morgen : Herzlich willkommen!

Freitag 18. September 2015

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Vorderseite L E’tincelle - 14. September 2015

Hier veröffentlichen wir eine Übersetzung der Vorderseite der Betriebsflugblätter unserer Gruppe L`Etincelle vom 14. September 2015 aus dem französischen:


Liebe Kampfgenossen von Morgen : Herzlich willkommen !

Am vorigen Wochenende zogen Zehntausende Demonstranten durch die Straβen von London, Kopenhagen, Madrid, Stockholm und anderen Groβstädten Europas, um den Flüchtlingen ihre Unterstützung zum Ausdruck zu bringen: „Refugees Welcome“, „ Öffnet die Grenzen“, war auf den Transparenten zu lesen. Wir müssen uns noch in Zukunft und mehr denn je mit diesen Familien und Arbeitern solidarisieren, die ihr Leben riskieren, um vor Krieg und Elend zu fliehen.

Unsere Solidarität und ihre Heuchelei

Merkels Regierung, die sich gern als Vorbild von Groβmut für Europa ausgab, hat soeben die Kontrollen an Deutschlands Grenzen zu Österreich wieder eingeführt unter dem Vorwand, einige Städte seien „total überlastet“. In Wirklichkeit handelt es sich um ein miserables politisches Spielchen, Merkels Zugeständnis an den rechten Flügel ihrer Partei. Das ist zugleich auch ein schäbiger Kuhhandel mit den übrigen europäischen Regierungen über die Aufnahme und Verteilung von Flüchtlingen. Die sofortige Aufnahme von Hunderttausenden Flüchtlingen zu organisieren ist nur eine Geldfrage. In früheren Zeiten konnten die reichsten Länder Europas sehr schnell solche Aufnahmestrukturen für Flüchtlinge schaffen und ihre Integration in die Wege leiten: Zum Beispiel Deutschland bei der Wiedervereinigung oder Frankreich als es seinerzeit Millionen Pieds-noirs ( Algerienfranzosen) ins Land zurückbrachte.

Hollandes Heuchelei ist nicht zu überbieten: Er schlägt vor, nur 24 000 Flüchtlinge...innerhalb von zwei Jahren aufzunehmen. Zugleich will er Syrien bombardieren! Im Sommer wagte es der kriegslüsterne Hollande dabei sogar, im frömmelnden Ton eines George Bush vom Kampf „des Guten gegen das Böse“ für einen neuen, unheilvollen Kreuzzug zu sprechen. Man weiβ doch: Die geflogenen Luftschläge Seite an Seite mit den amerikanischen Kampfjets tragen die Hauptverantwortung für die Verbreitung des Islamischen Staats im Irak. Sie fordern Tausende Opfer und machen die Zahl der Flüchtlinge nur noch gröβer...

Wir werden nicht effizient gegen die Arbeitslosigkeit kämpfen, wenn wir unsere Brüder und Schwestern aus anderen Ländern zurückweisen

Es gibt Arbeiter, die sagen, wegen der starken Arbeitslosigkeit in Frankreich sei es unmöglich, Flüchtlinge aufzunehmen. Aber lasst uns einmal kurz überlegen: Wird man die Arbeitslosigkeit senken und anständige Wohnungen bekommen, wenn man sie ablehnt und sie als Konkurrenten betrachtet? Nein! Wenn wir ängstlich, gespalten und füreinander Konkurrenten sind, können sich die wahren Entlasser nur freuen.

Nicht weil die Wirtschaft nicht genug Arbeitsplätze schafft, nehmen Firmenbosse Entlassungen vor. Mit diesen Entlassungen wollen sie die anderen Arbeiter, die sie noch beschäftigen überausbeuten und die Dividenden ihrer Aktionäre explosionsartig steigern. Arbeitslosigkeit und Wohnungsmangel sind kein wirtschaftliches Fatum. Das ist die Folge des Klassenkriegs, der die herrschende Klasse gegen alle Ausgebeuteten führt, egal ob sie Papiere haben oder nicht. Das Problem ist politisch, eine Sache des Kräfteverhältnisses.

Die Solidarität ist unsere Stärke

Solidarität miteinander üben würde uns stärker machen. Unter den Flüchtlingen gibt es viele, die gegen ihre Diktatoren gekämpft haben. Es wäre nicht überflüssig, sie auf unserer Seite zu haben und von ihrer Entschlossenheit, ihrem Mut zu profitieren.

Die zu schaffenden Arbeitsplätze sind keine Warenmangel in den Krankenhäusern, Schulen, Postämtern, im Verkehr und in den Fabriken, wo die Arbeitslast immer unerträglicher wird. Dabei könnte man die Arbeit unter allen aufteilen, einen umfassenden Plan zum Bau von Wohnungen starten; den würde man mit den Profiten der Groβunternehmer und allen ihnen eingezahlten Subventionen finanzieren. Wie könnte man dies der gesamten Kapitalistenklasse aufzwingen, die zur Verteidigung ihrer Interessen vereint aufzutreten weiβ?

Auch indem wir vereint kämpfen. Als Arbeiter liegt es ganz klar in unserem Interesse, mit diesen Arbeitsmigranten aktive Solidarität zu üben. Sie könnten bald Verbündete sein in unseren Kämpfen gegen die Arbeitslosigkeit, die niedrigen Löhne und für soziale Gerechtigkeit. Lassen wir uns durch Grenzen und Vorurteile nicht spalten! Es ist unser aller Interesse, vereint zu kämpfen: Gegen die Fabrikbosse und die Regierungen, die überall in der Welt Arbeitslosigkeit, Kriege und Elend verbreiten.


Marx
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