Revolutionär Sozialistische Organisation

Das Elend des Kapitalismus

Freitag 18. September 2015

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Der Zugfunke - 17. September 2015

Mehr Kollegen – bessere Urlaubsplanung

Einsatzräume, frei verfügbare Disposchichten, kurzfristige Schichtänderungen… alles ist wie Gummi. Nur unsere Urlaubsplanung wird in ein immer steiferes Korsett gepresst. Meldestellenscharf wird bei Regio genau festgelegt, wie viele gleichzeitig Urlaub nehmen dürfen. Und nächstes Jahr sollen es noch weniger sein. Denn Schwankungen können nur durch ausreichendes Personal abgefangen werden. Doch von den Kollegen gibt es immer weniger. Und die Wenigen sollen eher noch möglichst viel vom Überstundenberg abtragen.

Der Spielraum, um allen Familien mit Schulkindern einen ausreichenden Zeitraum für eine gemeinsame Zeit zu gewähren, wird immer geringer.

Beschäftigungstherapie

Wieder sind bei Regio Kollegen, mit denen wir kürzlich noch zusammengearbeitet haben, plötzlich verstorben. Wer macht sich da keine Gedanken? Viele rüttelt das Schicksal dieser Kollegen wach. Die immer ausgereizteren Schichten und Pläne spürt man nach Jahrzehnte langer Schichtarbeit immer deutlicher. Durch Teilzeit versuchen einige der Mühle teilweise zu entfliehen.

Zurzeit werden jedoch alle Teilzeitanträge rigoros abgelehnt. Dabei gibt es doch ab Dezember einen rechnerischen Personalüberhang? Entweder trauen die Regio-Rechenkünstler ihren eigenen Zahlen nicht oder es soll so die Drohkulisse eines Mehrbestands aufrecht erhalten werden, damit bloß keiner aufmuckt, wenn es an die offenen Forderungen aus dem Tarifkonflikt geht. Aber das wirkt doch eh nicht...

König Sachzwang

Die ganze Selbstbeweihräucherung wegen des Konzernumbaus kommt einem zu den Ohren raus. Was da dran ist, werden die uns nie freiwillig erzählen. Die wirklichen Veränderungen werden durch diesen Labernebel verdeckt und vorbereitet.

So langsam sickert durch, dass nicht nur DB Arriva und Schenker Logistics teilprivatisiert, sondern dass vorher noch alle internationalen Verkehre ausgelagert werden sollen. Dann hätte König Grube immer eine Pauschalantwort für allen Mist, den er uns auftischen, will: Die Aktionäre wollen ihre Rendite, und das sind doch reine Sachzwänge. Genau so wurde die Post in den 90ern auseinander genommen, und heute streiken die Postler gegen weitere Auslagerungen, Subunternehmen und Lohndumping.

FASSI sieht rot

FASSI ist bei der S-Bahn immer noch in der Erprobung, trotz der vielen Versprechen. 7 Millionen soll das Projekt am Ende kosten. Im DB-Konzern wurden auch schon größere Summen versenkt. Vielleicht gibt es in Stuttgart noch ein Loch, um die Kosten zu verschwinden zu lassen. Nur, wenn es um unsere Arbeitsauslastung geht, da sind die Chefs sehr, sehr kleinlich.

Gleitzeit für Spitzel

Bei jeder Gelegenheit jammert die Regio-Chefetage über Pönalezahlungen. So schlimm kann es nicht sein, wenn noch genug Luft ist, „teure Tarifkräfte“ dazu einzusetzen uns nachzuspionieren, ob wir in den Meldestellen ordnungsgemäß erscheinen. Eklig!

Natürlich geht es nicht darum, uns die Zeit, die wir öfters früher auf Arbeit sein müssen, weil viele gar nicht anders rankommen, zu versüßen. Regio zwingt uns ständig, Freizeit dem Unternehmen zu schenken. Diese Sorgen haben die Spitzel und ihre Auftraggeber nicht. Sie haben Gleitzeit, und wenn sie da sind, tickt die Uhr für sie als Arbeitszeit. Vielleicht denken sie – während sie uns das Gefühl geben, ständig unter Beobachtung zu stehen - darüber nach, wie sie weitere Minuten aus den Schichten kratzen, Wegezeiten zum Schichtende sparen können usw. Oberhalb des Schlipses denken sie auch nach dem einjährigen Tarifkonflikt, dass sie mit dieser Frechheit durchkommen und machen stur weiter wie bisher.

Aber wir könnten auch schon wieder stur weiterstr...

In Schöneweide was Neues?

Ginge es um die Erhöhung der Vorstandsgehälter oder die Jagd nach den Minuten im Arbeitsplan, dann gäbe es sicher Neuigkeiten. Aber so geht es in Schöneweide „nur“ darum, dass wir kurz und gut aufs Örtchen verschwinden und uns die Hände waschen wollen. Das ist der S-Bahn nicht wichtig genug. Deshalb gibt es weiterhin keine Änderung an dem unhaltbaren Zustand.

Signal überfahren

Die Signalüberfahrten sind bei der S-Bahn weiterhin hoch...Und dass, obwohl die Kollegen erst kürzlich mit ihrem Hilfsgerätezug sauber das Signal in Wannsee gleich ganz überfahren und umgenietet haben. Na ja, vielleicht ein Signal weniger, das überfahren werden kann, aber ob Maschinenstürmerei der Weg in eine bessere Zukunft ist? Eher nein.

Vorsicht, Chef-Löffel

In der letzten Betriebsversammlung bei der S-Bahn hat sich die Führungsriege ordentlich Mühe gegeben, zahlreich mit großer Mannschaft zu erscheinen, und hat in den kleinen Diskussionsrunden schön gleichmäßig verteilt, die Öhrchen gespitzt. Auf so klebrige Zuhörer können wir gerne verzichten.

Eine der großen Heuchler

Die Deutsche Bahn lässt sich für ihre angebliche Großzügigkeit gegenüber Flüchtlingen feiern. Kostenlos dürften sie fahren, wenn sie sich als Flüchtlinge ausweisen können. Ganze Züge würden für sie freigemacht.

Voller Herzenswärme und Mitleid? So kennen wir die DB gar nicht. Nein, die DB hilft der Regierung dabei, die Flüchtlinge geordnet zur Registrierung und Sortierung in Camps zu bringen. Dass sich Flüchtlinge wehren und ihre Freiheit verteidigen, so wie letztes Jahr auf dem Oranienplatz in Kreuzberg, das soll sich nicht wiederholen.


Marx
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