Revolutionär Sozialistische Organisation

Das Elend des Kapitalismus

Donnerstag 17. September 2015

Es war einmal…

… und wenn sie nicht gestorben sind, so verhandeln sie noch heute. Seit mehr als zwei Monaten wird nun mit der Charité über das Eckpunktepapier verhandelt. Aber ein unterschriftsfähiger Tarifvertrag ist immer noch nicht in Sicht. Dass das alles ziemlich kompliziert ist, muss uns keiner erklären. Doch haben wir das Recht, zu wissen, was der aktuelle Stand der Verhandlungen ist, denn die Leidtragenden sind wir, die weiter auf die Verbesserung der Arbeitsbedingungen warten müssen. Ganz ohne Druck scheint es offenbar nicht zu gehen. Unsere Geduld ist nicht ewig strapazierbar – das sollten wir sowohl der Charité als auch verdi klar machen.

Die CFM sozial

Klingt fast wie eine neue Pizza-Sorte, aber nein, die CFM prahlt mit ihrem sozialen Engagement im CFM Kurier. Dabei betont sie die Teilnahme an sozialen Projekten wie „Berlin braucht dich!“. Von diesem Engagement merken wir auf Arbeit leider nur wenig – wir erinnern an den tariflosen Zustand und die Nasenpolitik, die uns die CFM jeden Tag mit vollem Engagement entgegenschleudert.

Privat-Loft im Hochhaus

Obwohl die Fertigstellung des Hochhauses immer noch in der Zukunft liegt, hat die Charité schon die erste Etage verscherbelt. Eine der oberen Stockwerke soll angeblich ein Scheich angemietet haben, damit er selbst, seine Familie und Freunde immer gut versorgt sind. Und für die Zeit, in der der Scheich und Co mal nicht krank sind, läuft die Etage auf Bereitschaft. Und wir dachten, es herrscht Bettenmangel in Berlin.

Schwerer Systemfehler – Neustart erforderlich

Notfall Rettungsstellen – vermehrt war die Situation in den 45 Berliner Rettungsstellen Thema in der Presse. Zu viele Patienten, stundenlange Wartezeiten, fehlende Betten. Dabei haben wir noch die Behauptungen des Senats in den Ohren, Berlin müsse „Kapazitäten abbauen“ – sparen bis es quietscht. Auch wenn der Senat jetzt Investitionen verspricht, sind schon wieder Ausflüchte zu hören. Als eine Ursache werden die „bekloppten“ Berliner ausgemacht, die mit Kopfweh in die Notaufnahme strömen statt zum Hausarzt. Sicher gibt es auch so etwas – aber das zeigt doch vor allem, dass im Gesamtgesundheitssystem der Wurm drin ist. Das Übel beginnt da, wo die medizinische Versorgung vom Geld abhängig gemacht wird. In einem der reichsten Länder der Erde ist das ein Armutszeugnis.

Fördern oder veralbern?

Boah, wat is die Charité wieder stolz auf sich, weil sie doch so viel tun für Wissenschaftlerinnen und Ärztinnen. Alles kolossal sozial und geradezu betreutes Arbeiten bei uns. Anlässlich der für den 7.10 geplanten Infoveranstaltung feiert die Charité all die Beratungs- und Förderinstrumente, die sicher jede für sich gut und hilfreich sein können. Doch komplett ausgeblendet wird dabei die Tatsache, dass sich auch die Ärztinnen und Wissenschaftlerinnen an der Charité von Befristung zu Befristung hangeln. Laut Einhäupl sei dies „Voraussetzung für jede gute Forschung“. Bei allem „Förderungs-Zuckerguss“ – was hilft’s, wenn er doch nur prekäre Beschäftigung überdecken soll.

(Billige) Fachärzte willkommen

In den nächsten Jahren bildet die Charité saudiarabische Mediziner zu Fachärzten aus. Dafür hat Saudi-Arabien auch eine ordentliche Stange Geld hingelegt. Dies ist jedoch nicht nur Praxis aus dem Nahen Osten, sondern auch osteuropäische Länder zahlen kräftig für deutsche Ausbildungsplätze. Eigentlich ist es eine gute Sache, wenn Menschen hier ausgebildet werden. Doch obwohl das Geld fließt, werden von den Krankenhäusern Verträge aufgesetzt für die Mediziner, deren Gehalt deutlich unter dem Tarif liegt oder in denen die Vergütung gar nicht geregelt wurde. Es ist also wie immer: Es wird gespart und ausgebeutet, obwohl das Geld da ist.

Der CFM geht’s gut

Dies wird im aktuellen Quartalsbericht über die wirtschaftliche Lage der CFM berichtet. Leider merkt nur das Konto von Giebe und Co etwas von dieser „positiven“ Weiterentwicklung. Außerdem wird des Öfteren betont, dass es „leichte Umsatzrückgänge“ aufgrund des Charité Streiks gegeben haben soll. Wir sollten uns mal vorstellen, wie der Bericht aussehen würde, wenn wir wieder alle gemeinsam auf die Straße gehen. Denn ohne Druck – und das sehen wir gerade an den Verhandlungen bei der Charité – läuft rein gar nichts!

Betriebsversammlung CFM

Am 21.09 (CCM + CVK) und am 24.09 (CBF) ist Betriebsversammlung der CFM. Es soll u.a. um das Verhalten bei Personalgesprächen und Bildungsurlaub gehen. Dies könnte nicht nur für die interessant sein, die wahrscheinlich bald Unterstützung in den Personalgesprächen über ihre Altverträge benötigen.


Marx
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