Revolutionär Sozialistische Organisation

Migranten : Um die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen, müssen wir fest zusammenhalten

Dienstag 29. September 2015

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Vorderseite L E’tincelle - 21. September 2015
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Hier veröffentlichen wir die Übersetzung der Vorderseite der Betriebsflugblätter unserer französischen Gruppe L E’tincelle vom 21. September 2015:


Migranten: Um die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen, müssen wir fest zusammenhalten

Die Migranten drängen sich weiter vor den Toren eines Europa, das seine Grenzen dichtgemacht hat:Ungarn hat einen Stacheldrahtzaun an der Grenze zu Serbien errichtet; Kolonnen von erschöpften Flüchtlingen, versuchen, die Grenze zu Kroatien zu erreichen. Auch dort stoβen sie gegen eine Mauer von Polizisten , die mit ihren Schlagstöcken auf sie einprügeln, um sie zu kanalisieren. Deutschland hat seine Grenzen gesperrt. Und weitere Flüchtlinge fliehen vor dem Krieg , dem Elend und dem sicheren Tod; sie überqueren das Mittelmeer und manchmal kommen sie dabei um.

Robert Ménard, Bürgermeister von Béziers und Mitglied vom Front National lieβ sich filmen, während er Flüchtlingsfamilien in unhöflichem Ton attackierte und ihnen sagte, sie seien „nicht willkommen“...Darin pflichteten viele Anhänger der Rechten dem Front National bei: Zum Beispiel Sarkozy, der durch Winkelzüge dieselbe Botschaft sendete, indem er scheinheilig Mitgefühl mit den Flüchtlingen vortäuschte...

Bitterer Hass wird gegen schätzungsweise 500 000 Männer, Frauen und Kinder geschürt: Weil sie unter den Bomben nicht sterben wollen oder vor dem Hunger und dem Elend fliehen. Denn alle sind ohne Unterschied Opfer von einer Notlage, die vor allem von den Groβmächten verursacht wurde. Diese Groβmächte profitieren vom Elend der gröβten Zahl. Sie unterstützen Diktaturen und bei allen blutigen Kriegen der Welt haben sie die Hand im Spiel.

Was würde die Aufnahme von Flüchtlingen kosten?

Gewisse Leute mit Hintergedanken behaupten, dass es mit all den Arbeits- und Obdachlosen unmöglich wäre, Migranten aufzunehmen. Aber wovon redet man eigentlich?

Die Fernsehkanäle haben vorgerechnet: Für die Verpflegung und Unterbringung von 12 000 Flüchtlingen während eines Jahres würde man 120 Millionen Euro brauchen... ist das viel? Der französische Staatshaushalt beträgt 373 Milliarden Euro. 120 Millionen im Vergleich zu 373 Milliarden: Das ist... 32 Cent im Vergleich zu 1000 Euro! Reicht das als Grund aus, um hartherzig zu sein unter dem Vorwand, wir könnten nicht „all das Elend der Welt „ aufnehmen? Und zeigt das nicht auch wie kleinlich, engherzig und beschämend Hollandes Entscheidung ist, in einem Zeitraum von zwei Jahren nur 12 000 Migranten aufzunehmen?

Und die Wohnungen für 12 000 Migranten? Woher den Wohnraum nehmen?

Andere sagen sogar: Haben wir nicht schon so viele Obdachlose und Leute, die prekär wohnen? Frankreich zählt 65 Millionen Einwohner. Um sich einen Begriff davon zu machen, was 12 000 Leute wirklich darstellen, braucht man sich nur 10 000 Menschen in einem Stadion vorzustellen und ... 2 Menschen, die dort einen Platz suchen...

Jedenfalls hat Adoma, eine Gesellschaft,die Migrantenheime verwaltet, in verschiedenen Aufnahmezentren 20 000 schnell verfügbare Plätze erfasst. Heute gibt es 77 750 leerstehende Sozialwohnungen und mehr als 2,5 Millionen Wohnungen sind nicht besetzt. Genug also, um nicht nur Migranten, sondern auch die 150 000 Obdachlosen unterzubringen; sogar die 700 000 Leute, die bei der Familie oder bei Freunden prekär wohnen. „ 20 000 Plätze wurden in zwei Wochen ausfindig gemacht! Warum hat man sie nicht früher finden können? Hat ein Sozialarbeiter gefragt. Antwort: Weil die öffentlichen Behörden sich den Teufel um die Ärmsten scheren. Noch schlimmer: Sie stellen sie als Gefahr dar, um Angstgefühle zu schüren und denen, die eine Arbeit haben, zur Annahme der schlimmsten Arbeitsbedingungen zu zwingen. Und zur Rechtfertigung dafür, dass man Migranten nicht aufnehmen will, ruft man „unsere“ Armen auf den Plan!

Werden die Flüchtlinge Konkurrenten für Abeitslose werden?

Die Frage ist falsch gestellt. Die Fabrikbosse sind es, die die Arbeiter entlassen und Arbeitslosigkeit schaffen. Sie lassen auch die Arbeitenden mit den Arbeitslosen und die Arbeitslosen miteinander konkurrieren. Sich weigern, Migranten aufzunehmen, wird die Arbeitslosigkeitsfrage nicht lösen. Die Arbeitslosigkeit verschlimmert sich und das hat nichts mit den Migranten zu tun: Die Unternehmer sorgen eben dafür.

In den Krankenhäusern, den Schulen, den Postämtern, im Verkehrswesen, in den Werkhallen, wo die Arbeitslast immer unerträglicher wird, sind fehlende Arbeitsplätze keine Mangelware.

Aber damit diese Arbeitsplätze möglich und Wirklichkeit werden, müssen wir fest zusammenhalten, wir Arbeitenden und Arbeitslosen, anstatt uns dem Willen der Fabrikbosse zu fügen und miteinander zu konkurrieren. Die Migranten mit offenen Armen aufnehmen: Das ist der Anfang, um nicht mehr isoliert zu sein. Das ist ein erster Schritt im gemeinsamen Kampf gegen die Fabrikbaronen und die Regierungen, die überall auf der Welt Arbeitslosigkeit, Krieg und Elend verbreiten.


Marx
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