Revolutionär Sozialistische Organisation

GAZA: Wenn die Massen sich erheben...

Donnerstag 14. Februar 2008

Seit Jahrzehnten wird die palästinensische Bevölkerung der Willkür des israelischen Staates ausgesetzt. In den letzten Monaten hat sich die Situation besonders im Gaza-Streifen mit seinen 1,5 Mio. Einwohnern zugespitzt. Die israelische Regierung wollte offenbar die Menschen in diesem kleinen Landstreifen an der Grenze zu Ägypten aushungern. Durch eine immer strengere Blockade wurde die Energiezufuhr gedrosselt, so dass selbst Krankenhäuser ihre Arbeit nicht mehr aufrechterhalten konnten. Schließlich wurden Einfuhren von Lebensmitteln, Brennstoffen und Medikamenten Mitte Januar völlig verhindert. Hunderttausende Menschen wurden ihrem Schicksal überlassen. Sie froren, weil die Heizungen ausfielen, litten an Hunger oder unter dem Mangel an Trinkwasser.

Die israelische Regierung gibt vor, damit Qassam-Raketenangriffe verhindern zu wollen. Doch in Wahrheit hatten sich die Angriffe durch militante Hamas-Anhänger immer dann verstärkt, wenn Israel die Blockade verschärfte. Die israelische Regierung hat damit den Machtkampf mit der Hamas-Regierung im Gaza-Streifen sowohl auf dem Rücken der palästinensischen als auch auf dem der israelischen Bevölkerung ausgetragen.

Schließlich durchbrachen Ende Januar Tausende von PalästinenserInnen die Grenze zu Ägypten und Fernsehbilder zeigten, wie die Bevölkerung hinausströmte, um sich mit dem Nötigsten zu versorgen. Es hat aber auch gezeigt, welche Perspektive ein kollektiver Kampf im Vergleich zu Raketenangriffen und Attentaten bieten kann. Diesmal ging es vor allem um die Lebensmittelversorgung, beim nächsten Mal geht es vielleicht darum, auf israelischem Boden für Gerechtigkeit und Freiheit zu demonstrieren. Warum sich nicht an die israelische Bevölkerung wenden und ihr zeigen, dass nicht das ganze palästinensische Volk aus antisemitischen Attentätern besteht, sondern dass es hier um die Lebensrechte von Menschen geht, denen über Jahrzehnte ihr Land geraubt wurde?

Es gibt jedenfalls Israelis, die die ungerechte und menschenverachtende Politik des israelischen Staates durchschaut haben. Einige von ihnen demonstrierten Ende Januar gemeinsam mit Palästinensern gegen die anhaltende Blockade des Gaza-Streifens. Ein junger Israeli aus dem grenznahen Sderot erklärte: „Seit sieben Jahren leide ich an den Qassams, die auf den Kibbuz Zikim und Sderot gefeuert werden. Ich weiß, dass die Menschen auf der anderen Seite ebenso leiden, und deswegen bin ich heute hier.“ Zeigt dies nicht, dass die Bevölkerungen beider Seiten gemeinsam Frieden schließen könnten, wenn die Herrschenden dies nicht verhindern würden?

Nur wenn israelische und palästinensische Bevölkerungen sich für einen gerechten Frieden einsetzen – gegen die israelische Regierung, die korrupte Fatah und die islamistische Hamas – und sie das Land und seine Ressourcen gemeinsam nutzen, kann es eine Lösung für den Konflikt geben.


Marx
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