Revolutionär Sozialistische Organisation

Demonstration gegen Macht der Konzerne

Freitag 16. Oktober 2015

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Der Zugfunke - 15. Oktober 2015

Die wollen doch nur spielen

Ausgerechnet die Projektgruppe "Zukunft Bahn" der DB mit Kefer, Weber, der Unternehmensberatung McKinsey sowie Lazard (eine der weltweit größten Investmentbanken) fädelt die Abwicklung des Güterverkehrs auf der Schiene ein.

Ein Drittel aller Kollegen (5.000) sollen abgebaut werden! Der Rest wird dann an einen Investor verscherbelt.

Auf Nachfragen wird das mit reinen Gedankenspielen abgetan. Genau, die DB gibt bei ach so knappen Kassen eine Menge Geld dafür aus, mit für ihre Nächstenliebe bekannten Unternehmensberatern und Bankern ein paar „Gedankenspiele“ zu machen.

Minusgeschäft

Bei Schenker in Berlin wurden die Tfs gefragt, ob sie nicht bei einigen Schichten „freiwillig“ auf ihre Gastfahrzeiten verzichten. Denn diese Zeiten von ungefähr zwei Stunden würden darüber entscheiden, ob die Gewinn einfahren oder nicht.

Wenn man bedenkt, wie viele Rangierbahnhöfe geschlossen wurden und dadurch vieles quer durch die Republik geschaukelt werden muss, um umrangiert zu werden... da ist das nur ein Versuch mehr, uns einen Bären aufzubinden. Wir haben längst gut verstanden, dass uns Verzicht nichts bringt.

First Kontakt

Einem Kollegen passierte es, dass er einen Rollifahrer übersehen und stehen gelassen hat. Er sollte sich unter Androhung einer Abmahnung rechtfertigen. Doch der Tf mit seinem Anwalt stellte nur die Frage: Wie das? Die Tfs haben ja gar keinen Kundenkontakt. So lautet jedenfalls die Begründung dafür, dass die UBK abgeschafft wurde, oder?

Du lebst ja auch noch!

Wer diesen Spruch beim Zusammentreffen mit einem Kollegen nach langer Zeit macht, der hätte sich wahrscheinlich hinterher lieber auf die Zunge gebissen. Bei der Flut von Meldungen über verstorbene Kollegen bekommt so ein Satz einen bitteren Beigeschmack.

Für viele ist klar, was die Ursachen sind. Denn wir spüren, wie viel Kraft die Schichtpläne und Schichtzeiten kosten.

Die DB wird das abstreiten. Der Zusammenhang könnte nicht bewiesen werden. Aber warum haben sich trotz der Gegenwinds aus den Medien usw. so viele dem Streik um bessere Arbeitsbedingungen angeschlossen??? Wir können es den Betonköpfen in den Plüschetagen wohl nicht oft genug beweisen.

Weniger ist mehr

Den S-Bahnern, die befristete Arbeitszeitreduzierung beantragt haben, kann es passieren, dass sie zum präventiven BEM-Gespräch geladen werden. Wie bei Regio ist Teilzeit ein Versuch, ein bisschen den Druck rauszunehmen. Das passt den Chefs nicht.

Aber statt Neueinstellungen von Personal in echten Größenordnungen will die S-Bahn die Leute aushorchen. Einfach krank…

Ich arbeite gern für den Konzern

Die Privatbahner berichten, dass ihre Chefs rumposaunen, dass Regio bis zu 35% unter den Lohnkosten der Mitbewerber bei Ausschreibungen mitbiete. Und unsere Schlipsträger werden nicht müde uns zu erklären, wir wären zu teuer?!?

Sicher ist, dass sie uns die Taschen voll hauen, damit die Speckmaden weiter oben schwimmen, die Löhne drücken und ihre Zielprämien für die Gewinne kassieren können. Egal, zu welchem Konzern unser Fuhrunternehmen gehört.

Fertig machen zum Ändern

Zurzeit flattern vielen Kollegen die Änderungsverträge zum Tarifabschluss ins Haus. Unter diesem Vorwand wird versucht, alle Nebenabreden aus den alten Arbeitsverträgen, die gute Regelungen für uns enthalten können, ins Nirwana zu schicken.

Frech, es hat offensichtlich nicht gereicht, den überdrehten Managern zu zeigen, was wir tun, wenn es uns reicht. Die Zeit scheint wieder reif zu sein.

Flexibel aufgeteilt

Neu bei den Arbeitszeitregeln der Tfs der S-Bahn sollen die Meldestellenbereiche sein. Man wird mehreren Meldestellen zugeordnet und damit wird der Radius für Arbeitsende und –beginn größer. Fragt man die Regio-Kollegen, werden die böse abwinken. Dasselbe heißt dort „Einsatzräume“ und führt zu so viel Verärgerung, dass Unterschriftensammlungen laufen.

Bei den Meldestellenbereichen geht es natürlich nicht darum, uns abwechslungsreiche Schichten zu ermöglichen, sondern um Zeitanteile der jetzigen Schichten in unsere Freizeit zu verlagern...

Mit Zielen voran

In den kommenden Mitarbeitergesprächen bei der S-Bahn kann es passieren, dass ein Teamleiter eine Liste mit Pinkelzeiten hervorzaubert! Geht’s noch?! Wenn wir demnächst wieder mit Tränen in den Augen rumgurken dann bestimmt nicht, weil wir unter Sehnsucht nach solchen Beziehungsgesprächen leiden. Wenn wir also gefragt werden, wie wir uns ach so toll in nächster Zeit weiterentwickeln wollen, machen wir den Chefs mal eine Freude: die Streiks haben viel Erfahrungen bei Teamgeist und Widerstandsgeist gebracht, das würden wir gerne mehr in den Arbeitsalltag integrieren!

Von unseren KollegInnen lernen

Bei Siemens ist die Belegschaft mit ähnlichen Problemen konfrontiert wie bei uns und es sollen viele Stellen gestrichen werden. Deshalb gibt es viel Protest.

Die Kollegen bei Siemens Gasturbine in Moabit sind aber nicht bereit, die Verschlechterungen hinzunehmen, die im frisch ausgehandelten Sozialplan vorgesehen sind: Immer noch 250 Stellenstreichungen und zusätzlich eine Lohnkürzung von teils über 30%! Nach dieser Info haben sie Anfang Oktober kurzerhand spontan die Arbeit hin geschmissen und den Laden lahm gelegt!


Marx
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