Revolutionär Sozialistische Organisation

Ihre Kriege – unsere Opfer!

Mittwoch 25. November 2015

Ausnahmezustand in Brüssel, blutige Attentate in Paris. Nun kommt der Terror, der bereits in vielen anderen Ländern Afrikas oder des Nahen und Mittleren Ostens Alltag ist, auch wieder nach Europa. Die Krokodilstränen der Regierenden lassen die Frage aufkommen, warum sie nicht auch um all die Opfer des Terrors in Mali, Nigeria, Somalia, Irak, Afghanistan, Jemen, Libanon, Ägypten, etc. so getrauert haben, wo wöchentlich Bomben unschuldige Menschen in den Tod reißen? In Wahrheit ist einem französischen Präsidenten, wie Hollande, oder der Bundeskanzlerin Merkel das furchtbare Unglück vieler Menschen – auch der in Frankreich – völlig egal. Für sie ist das Attentat nur eine weitere willkommene Gelegenheit ihre kriegerischen und machtpolitischen Interessen in Afrika oder im Mittleren Osten mit der Unterstützung der eigenen Bevölkerung durchzusetzen. Denn was ist die Antwort der Herrschenden auf den jüngsten Terror? Noch mehr Bombardierungen in Syrien, noch mehr Bundeswehr in Mali, noch mehr Krieg, noch mehr Unrecht, noch mehr Elend.

Weshalb haben die Terroristen Zulauf?

Noch vor rund 20 Jahren hatten die terroristischen Netzwerke nur wenige Hundert Anhänger – heute wird die Zahl der fundamentalistischen Terroristen auf 100.000 geschätzt. Dazwischen liegen mehrere vom Westen angeführte Kriege im Nahen und Mittleren Osten, wie die in Afghanistan, im Irak oder Syrien. Ihre Folge: Millionen Tote, zerstörte Staatsapparate, Elend, Verzweiflung und vor allem eines: Wut auf Staaten, wie die USA, Großbritannien und Frankreich, die seit über hundert Jahren ihre Interessen mit Gewalt weltweit durchsetzen – mal als Kolonialmacht oder mal mithilfe von willigen einheimischen Diktatoren und militärischer Unterstützung. Auch die deutsche Regierung macht sich hierbei die Hände gründlich schmutzig, indem sie Waffenverkäufe in alle Welt genehmigt und sich deutsche Großkonzerne an Kriegen und Bürgerkriegen eine goldene Nase verdienen. Dass dabei auch islamistische Staaten, wie Saudi-Arabien, beliefert werden, ist nur der Gipfel des blutigen Zynismus der deutschen Regierung, die von „Demokratie“, „Freiheit“ und „Frieden“ faselt.

Der IS – ein Frankenstein der westlichen Politik

Das Terrornetzwerk IS, der eine Abspaltung von Al-Kaida ist, hat sich in Syrien und im Irak besonders entwickeln können und ist heute die unangefochtene Speerspitze der islamistischen Dschihadisten, die die Bevölkerung vor Ort wie in Frankreich terrorisiert – ob muslimischen Glaubens oder nicht.

Stark geworden ist der IS durch die Unterstützung des Westens im syrischen Bürgerkrieg. Immer wieder wurde behauptet, dass die syrische Opposition im Bürgerkrieg gegen den Diktator Al-Assad es wert sei, unterstützt zu werden. Doch in Wahrheit wurden wir ganz bewusst belogen, denn es war von Beginn des Krieges an klar: die aktiven Kämpfer sind radikale Islamisten. Doch um Assad loszuwerden, waren den USA, Frankreich, aber auch Deutschland jedes Mittel recht und so schufen sie ein Monster, das sie nun nicht mehr unter Kontrolle kriegen.

Jeder Krieg beginnt mit einer Lüge!

Die Herrschenden lügen, wann immer sich die Gelegenheit bietet, um uns dazu zu bringen, ihre Politik im Ausland zu unterstützen. Militärische Einsätze und Kriege wurden damit gerechtfertigt, dass angeblich die Interessen der deutschen oder einheimischen Bevölkerung verteidigt würden. Auch dieses Mal ist es nicht anders… Denn Terrorismus kann man nicht mit Krieg bekämpfen – der Krieg ist seine Ursache!

Wenn wir eine Welt ohne Terror haben wollen, dann müssen sich die Lebensbedingungen der Menschen in Afrika und im Mittleren Osten endlich wirklich verbessern. Doch dies steht den Interessen der westlichen Großkonzerne im Wege, die auch Jahrzehnte nach dem offiziellen Ende des Kolonialismus noch immer auf der Jagd nach Rohstoffen, Absatzmärkten und billigen Arbeitskräften miteinander ringen. Sie unterstützen hierbei mal diesen Diktator, mal jenes Terrornetzwerk – Hauptsache der „Rubel“ rollt!

Nein zur Bundeswehr im Ausland! Nein zu deutschen Waffenlieferungen!

Es ist nicht unmöglich etwas gegen die Politik des Westens und ihre terroristischen Konsequenzen zu unternehmen. Wir können „Nein!“ sagen, zu jeder Ausweitung von Bundeswehr-Einsätzen im Ausland und zu sämtlichen Waffenlieferungen, denn dies geschieht nicht in unserem Namen. Lasst uns den Bevölkerungen in den armen Ländern – egal welcher Konfession, Hautfarbe oder kulturellen Zugehörigkeit – sagen: „Wir sind eine Klasse! Wir sind auf eurer Seite! Wir sind gegen die Politik unserer Regierung und unserer Großkonzerne im Ausland!“


Marx
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