Revolutionär Sozialistische Organisation

Ihre Kriege - unsere Opfer

Mittwoch 25. November 2015

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Der Zugfunke vom 25. November 2015

Lebensretter gesucht

In Westkreuz ist ein Fahrgast zwischen Zug und Bahnsteigkante geraten, wurde beim Anfahren der S-Bahn mitgeschleift und ist gestorben. Eine Katastrophe mit Ankündigung, denn der Ring­bahnsteig in Westkreuz gehört zu der wachsenden Zahl der Bahnsteige, wo es keine Aufsichten mehr gibt, die den anfahrenden Zug beobachten. Eine tödliche Sparmaßnahme für einen Menschen und ein Trauma für den Lokführer.

Reine Umweltverschmutzung

Aha, Pofalla fährt mit einem Hofstaat von 350 Gästen und Schnittchen zur UN-Klimakonferenz. Diese Show soll zeigen, dass die DB ein ganz toller Um­weltvorreiter ist. Schwamm drüber, wie viele tausend Gleiskilometer der Privatisierung zum Opfer gefallen sind, dass Millionen Kilometer wegen der Schließung von Standorten und den unmenschlichen Schichtzeiten im Auto durch die Gegend gefahren werden und Güter und Autoreisezüge auf die Straße verlagert wurden, Fernbusse zunehmen. Das war alles Mehdorn... Pofalla präsentiert sich in sauberer Weste, als hätte er mit dieser Politik nichts zu tun.

Sie geben vor, das Klima zu retten, aber verkau­fen es nur!

Politiker und Konzernvorstände reisen nach Paris zur Klimakonferenz ab 30. November. Nicht um das Kli­ma zu retten, sondern um aus Dreck Gold zu ma­chen. Denn u.a. geht es um die Vergabe von CO2­-Zertifikaten. Viel Profit wird mit schmutziger Luft ge­macht. Selbst große Industrie-Dreckschleudern ha­ben so viele Zertifikate, die ihnen das Recht zur Luft­verpestung geben, dass sie damit zusätzlich noch ge­winnbringend an Börsen handeln können. Denn ihnen geht es nicht um die Umwelt, sondern um Profite.

Wundertüte

In der DB-Traumfabrik rauchen die Köpfe der selbsternannten „Visionäre“. In Gedanken sind sie ganz dicht dran... an den fahrerlosen Zügen. Keine streikenden, kostenintensiven Tfs. Nur noch kassieren, ohne den ganzen sozialen Klimbim. Das ist viel schöner, als sich damit zu beschäftigen, dass heute schon Züge aus Personalmangel ganz „Fahrerlos“ ausfallen oder Personal aus Fahrzeug­minderverfügbarkeit „Zuglos“ die Zeit absitzt. Und wir träumen von einer „führungskräftelosen“ Bahn...

Die Wege der Effizienz sind unergründlich

Zukünftig soll es bei Regio Schichten geben, in denen es planmäßig Gastfahrten zu einer nahegelegenen Meldestelle gibt. Das ginge mit Sicherheit auch anders. Doch normalerweise bleibt nach dem Griff in die Effizienztüte diese komplett leer. Und jetzt gibt es zusätzliche Gastfahrzeiten? Das macht misstrauisch... Sollen Fakten geschaffen werden, um die Einsatzräume weiter aufzublasen? Und bei der Gelegenheit gibt es Kontrollen, ob alle Tfs, egal wo sie wohnen, in der Meldestelle erscheinen?

Unscheinbar

Künftig muss mit 38 Stunden geplant werden. Nun kursieren bei Regio die ersten Planentwürfe zum Fahrplanwechsel und der Unterschied zu früher ist kaum zu sehen. Eher kommt die Frage auf: Wie haben da früher 39 oder gar 40 Stunden rein gepasst? Haben wir auf Arbeit geschlafen?

Die Streikforderung nach einer 37 Stunden-Woche war wirklich berechtigt, um eine Erleichterung bei der Arbeit zu erleben. Wir durften es nicht zulassen, dass diese nur als Zeichen des „good wills“ den Scheinverhandlungen geopfert wurden.

Deutsche Bahn-Geblubber im Drilllager

Die DB macht ne „Challenge“! Wer eine Idee hat, kann einer von 15 Kandidaten werden, „die in einem Pitch“ um einen „Platz in einem Bootcamp antreten“, um dann in der „mindbox, dem Innovationslabor der DB“ ein „Feinkonzept“ zu erarbeiten. „Open innovation“! Und man versteht nicht mal Bahnhof.

Also: Die DB will Informationen an den Bahnhöfen verbessern. Wer auf seinem stillen Örtchen (mindbox) eine Idee hat (z.B. mehr Fahrkartenverkäufer und Aufsichten), kann was gewinnen…

„Schatz, ich geh heut ’ne Stunde früher zur Arbeit los, falls der Zug ausfällt“

Die Zugausfälle bei Regio aufgrund von kaputten Zügen und fehlendem Ersatz steigen gefühlt an. Die Fahrgäste stehen dann im Berliner Umland an den Bahnhöfen und kommen morgens nicht zur Arbeit. Da bringen ihnen die bezahlten Tickets auch nichts mehr. Die Bahn verarscht die Fahrgäste, indem sie ihnen das Geld aus der Tasche zieht und gleichzeitig in den Werkstätten an Material und Personal spart. Und uns will sie zu Komplizen machen, die die Fahrgäste anlächeln und ihnen irgendwelche Ausreden vorgaukeln. Wäre es kein Konzern, dann wäre es kriminell!

Eine Katastrophe mit Unbekannten

11 Tote und 42 Verletzte gab es bei dem Unfall des TGV, der auf einer Testfahrt auf dem zweiten Teil der Hochgeschwindigkeitsstrecke nach Strasbourg in einer Kurve entgleiste, weil er zu schnell fuhr. Die Strecke soll nächsten April eröffnet werden. Die Sicherheitseinrichtungen waren wegen des Tests abgeschaltet. Alle Opfer waren Bahner oder Familienmitglieder oder Ingenieure von Systra. Am Tag nach der Katastrophe war es das wichtigste für den SNCF-Chef Pepy, die Lokführer zu belehren, dass im Zug zu viele Unberechtigte gewesen wären. Soll das heißen, dass die Lokführer, die Verwandte eingeladen hatten, selbst schuld sind?

Die SNCF hat nun bekanntgegeben, dass menschliches Versagen vorliege und dass es Strafen und Suspendierungen geben wird. Wir kennen das von der DB. Sie sind schnell mit Schuldzuweisungen. Aber die Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen.


Marx
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