Revolutionär Sozialistische Organisation

Kriminell ist die Ungleichheit in dieser Gesellschaft

Donnerstag 28. Januar 2016

Er reißt!

Wer? Na uns reißt nun doch der Geduldsfaden! Auch weil wir das Gefühl haben, dass hier wieder einmal die Kommissarische ihre Finger im Spiel hat. Einen Leasingstop gibt es nicht. Nein! Doch noch immer ist es auf den Stationen kaum möglich, bei Personalausfall KollegInnen aus dem Pool oder gar Leasingkräfte einzubestellen. Dass wir noch immer auf Leasingkräfte angewiesen sind, liegt eben an der von der Charité verordneten dünnen Personaldecke. Und nicht etwa an unserem schlechten Immunsystem. Ist das die Vorstellung der Charité von der vorzeitigen Umsetzung wichtiger Regelungen des Tarifvertrages, die sie im Dezember angekündigt hat?

Proudly presented by Charité

Der Ärztliche Direktor wirft sich stolz in die Brust. Der Neubau und die Sanierung des Bettenhochhauses in Mitte sind voll im Plan. Sagt er jedenfalls. Und in den schnieken neuen Zimmern gibt es dann sogar ein tabletartiges Multimediagerät zum Telefonieren, Fernsehen und Videos anschauen. Was er aber nicht dazu sagt, ist, was dieser Service den Patienten extra kosten soll. Dass die Charité nicht davor zurückschreckt, die missliche Lage der Patienten auszunutzen und sich das TV - Angebot bezahlen lässt, kennen wir ja schon seit einiger Zeit. Doch wir denken, da geht noch mehr. Wie wäre es mit z.B. einer Abrechnung im Minutentakt oder dem Angebot bestimmter Senderpakete zu Rabattpreisen?

Wie lange bleibt das Legohaus noch?

Herr Frei, was meinen Sie eigentlich damit, dass „der Interimsbau… außerordentlich gut angenommen wurde. Wir haben hier die höchsten Auslastungszahlen.“? Dass die Patienten ihre Erkrankungen nur vortäuschen, um ins Containerdorf einziehen zu dürfen? Dass die Unruhe auf Riesenstationen mit über 40 Betten besonders attraktiv ist? Haben sie die fehlenden Klimaanlagen womöglich als Wellnesseinheit mit Sauna angepriesen? Oder ist dieses Lob dazu gedacht, uns darauf vorzubereiten, dass der Interimsbau auch nach 2017 weiter betrieben wird?

Rechenfehler

Eine Auflage von 30.000 Stück hat die neue Zeitung „Charité Kompakt“. Hm, interessanterweise hat die Charité aber nur 15.000 MitarbeiterInnen. Für wen ist also der Rest? Etwa neuer Brennstoff, damit die Heizungen im Virchow wieder warm werden? Die Patienten lassen den Wisch schließlich sowieso in den Gängen liegen.

Und wer feiert sich mal wieder selbst?

Natürlich, die Charité. Nun wird schon zum zweiten Male der Patienten-Award vom „Freundeskreis Charité“ an verschiedene Stationen verliehen. In der Kategorie „Stärkste Verbesserung“ gewann die W61 aus dem CVK – die Station in der vergangenes Jahr ein ständiges Kommen und Gehen herrschte, weil die Arbeitsbedingungen katastrophal waren. Verwunderlich ist, dass die meistens Awards an Stationen des CC14 gehen, obwohl das Arbeitsklima alles andere als angenehm ist und an jeder Ecke gespart wird. Hat denn da die Kommissarische etwa ein gutes Wort für ihr altes Centrum eingelegt?

Es ist eine alte Geschichte…

Ach was war es einst finanziell schwierig am Kreiskrankenhaus Demmin. Und so verzichteten die rund 300 Beschäftigten Jahr um Jahr auf Lohnerhöhungen. Doch mittlerweile brummt der Laden, die Krankenhausleitung konnte Rücklagen bilden – und ist hellauf empört, dass die KollegInnen nach ihrem Lohn fragen. Seit dem 19.1. hat ver.di nun zum Streik aufgerufen. Als Streiklogo könnte man auch hier eine Schale Äpfel und eine Kerze vorschlagen. Nachdem die KollegInnen jahrelang veräppelt wurden, ist ihnen nun ein Licht aufgegangen…

Frei nach Professor Frei

„Charité – das heißt Mitmenschlichkeit und Zuwendung“ meint der Ärztliche Direktor Professor Frei. Daran sollten wir die Charité mal erinnern, wenn es um unsere Arbeitsbelastung durch chronische Unterbesetzung geht. Denn Zuwendung braucht auch Zeit. Gewinnorientierung in der Pflege von Menschen ist eben nicht mitmenschlich, sondern das ist Moppelkotze.

„Prekär ist normal“?

In der taz war letztens ein Artikel zu lesen, in dem es ausnahmsweise mal um die Beschäftigten der CFM ging. Die Zustände, die dort für die Reinigung beschrieben werden, sind uns gut bekannt. Vor allem die Frauen mit ihren 20 – 25 Stunden Verträgen stehen dabei im Fokus. Dass die Arbeit in diesen Schichten nie zu schaffen ist, weiß jeder. Trotzdem wird den einzelnen KollegInnen immer mehr und mehr Fläche zum Reinigen gegeben. Und genau da ist der Haken: den einzelnen KollegInnen! Umso wichtiger, dass wir uns gemeinsam zusammentun und die Arbeit, die nicht zu schaffen ist, auch einfach mal liegen lassen. Nicht eine/r alleine! Alle! Keine weiteren Überstunden mehr! Kein Hetzen mehr über die Stationen! Bis die Chefetage durch die vielen Meldungen der vielen KollegInnen jeden Tag merkt, dass sie mit der Flächenaufteilung pro Reinigungskraft runtergehen muss und mehr Personal einzustellen hat! Und mit dem kollektiven Arbeit-liegenlassen können wir getrost am 04.Februar zur Betriebsversammlung anfangen, um dort - alle zusammen – unsere alltäglichen Probleme und die möglichen Lösungen zu diskutieren.



Marx
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