Revolutionär Sozialistische Organisation

Die Flüchtlinge sind nicht das Problem!

Donnerstag 11. Februar 2016

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Der Zugfunke - 11. Februar 2016

Ein Zugunglück ist nie nur „menschliches Versagen“

Die Bilder vom schrecklichen Zugunglück in Bad Aibling haben uns alle schockiert.

Die DB und Grube sind auch ganz „schockiert“ und betonten schnell, dass die Prüfung des Sicherungssystems erst vor einer Woche super gelaufen sei. Genauso schnell wird sich nun auf den Fahrdienstleiter eingeschossen. Kann man sich vorstellen, dass ein Fahrdienstleiter ohne weiteres Sicherheitsstandards außer Kraft setzt? Ein Ersatzsignal wird nicht so locker bedient.

Aber was wir gut kennen, ist der Stress auf Arbeit. Da wird einem ins Ohr geblasen, zackiger zu arbeiten, Züge sollen unbedingt pünktlich fahren, die Ausbildung wird schlechter, die Technik hakt und und und… Wie in Hordorf! Die DB hatte sich auch schnell rausgeredet, dabei waren die Sicherheitsprobleme bekannt.

In einem privatwirtschaftlich ausgerichteten Unternehmen, wie die DB, sind kritische Situationen wie ein Virus, der sich ständig ausbreitet. Die wahren Verantwortlichen sitzen nicht auf den Stellwerken oder in den Loks, die sitzen in den Chefetagen und der Bundesregierung. In Bezug auf Bad Aibling gibt es noch viele offene Fragen!

Wenn die Arbeit einem Tränen in die Augen treibt

Ab kurz nach 4 Frühdienst mit 9 Stunden insgesamt, nach kurzer Pause fast 5:30 nochmal durchziehen; solche ausgedehnten Dienste erleben wir wieder häufiger bei der S-Bahn. Daher kommt das Stöhnen in den Meldestellen… Gefährdungsbeurteilungen sind nur Alibi.

Auch bei Regio gibt es das Gefühl, dass es nur noch Extreme gibt: entweder total lang oder sehr kurz. Normal ist hier nichts mehr.

Keine Leute macht erfinderisch

Einige Teilzeitkollegen bei der S-Bahn erlebten eine besondere Überraschung: Urlaubstage aus dem alten Jahr wurden auf Ruhetage gelegt!

Ganz schlau! Das wäre, als wenn man einem Normalschichtler Urlaub am Sonntag als besonderen Erholungswert verkaufen würde.

Von der Bahnsteigkante geschubst

Künftig sollen KollegInnen von DB Jobservice an das LaGeSo versetzt werden, um die Anträge der Flüchtlinge zu bearbeiten. Die meisten sind Servicekräfte und Fahrdienstleiter; jedenfalls ohne die eigentlich nötige Ausbildung für so einen Job.

Der Senat selbst hat in den letzten Jahren kontinuierlich Stellen am LaGeSo und anderen Aufnahmestellen gestrichen, was nun für dieses Chaos und den Personalmangel sorgt.

Jetzt wird mit den KollegInnen vom Jobservice Feuerwehr gespielt, anstatt ausgebildetes Personal dauerhaft einzustellen! Sollen Servicekräfte in Zukunft auch den BER und Banken retten oder bei Lehrermangel Kinder unterrichten... immer da, wo der Senat es als nächstes brennen lässt?

MyHammer.DB

Die Strategen von Regio hatten wieder eine tolle Idee. Wenn nachts in Hennigsdorf Triebwagen abgestellt werden, könnten einige Minuten Arbeitszeit eingespart werden.

Das „Problem“ ist, dass es wegen des Höhenunterschieds für den Tf schwer möglich ist, ohne Verletzungsgefahr in den abgestellten Triebwagen zu gelangen. Statt ordentlicher Einstiegshilfe wurde nun eine Teleskopleiter in das Fahrzeug gelegt, die sich der Tf dann rausangelt und in den Schotter stellt. Total sicher…

Für ihren Weg auf der Karriereleiter stellen sie uns auch mal eine Hühnerleiter zur Verfügung. Mal sehen, auf welche Ideen sie noch kommen, wenn OBI in Lichtenberg aufmacht.

Sag mir, wo du stehst

Beim Fernverkehr hat man den Tf schon vor einiger Zeit die Tablets mit privater Nutzung schmackhaft gemacht. Nachdem wir damit geangelt wurden, soll die gestrichen werden. Jetzt kam raus, dass mit dem Tablet Bewegungsprofile und sogar die Bildschirme aufgezeichnet werden können. Auch wenn es schwierig sein wird, das direkt zu verwenden, weil es illegal ist. Die DB lässt uns aber wissen, dass jede unserer Bewegung nachvollzogen und abgespeichert werden kann. Das soll Angst verbreiten. So wollen sie sicher stellen, dass wir möglichst wie Maschinen funktionieren. Ein Grund mehr, das Ding immer auf Arbeit zu lassen.

Ausbildung per Mausklick

Viele gut ausgebildete Fahrdienstleiter verlieren aus Anlass der ESTW-Stellwerke ihre Stellen und landen irgendwo. Neue Fahrdienstleiter werden ausgebildet. Und das geht sehr, sehr schnell. Einzige Voraussetzung: irgendein Facharbeiterbrief. Mit einer Turboausbildung werden alte Standards unterlaufen.

Selbst bei bestem Willen der neuen Kollegen, das kann keine solide Ausbildung sein. Und so unsicher müssen sie dann in diesen verantwortungsvollen Job einsteigen. Zu welcher Verantwortungslosigkeit kann es Manager noch treiben, die nur Rendite und ihren eigenen Geldbeutel im Kopf haben?

Autolobby gegen Grenzen! …ähhh Grenzwerte!

Man wünscht sich wieder mal, entweder ne große Bank oder ein Autokonzern zu sein. Für dieses Klientel ist die Welt soooo einfach. Jahrelang die ganze Welt mit falschen Abgaswerten und Schummelsoftware belogen und betrogen? Eeeegal! Die EU kümmert sich prompt. Das EU-Parlament hat gerade beschlossen, dass der echte Wert der Abgase im Straßenverkehr bis 2020 mehr als doppelt so hoch sein darf wie der offizielle, für die Labormessung geltende Grenzwert. Damit sind Grenzwerte eigentlich gar keine mehr, weil man sie nun eh bis ins lächerliche überschreiten darf. Autolobbyisten haben gut geschuftet. Und da erzähl uns mal einer was von unabhängiger Politik…


Marx
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