Revolutionär Sozialistische Organisation

Wenn Wahlen etwas ändern würden

Donnerstag 25. Februar 2016

Gleicher Urlaub, auch für Vierer!

Wir schufften uns den Rücken krumm für die CFM und als Dank bekommen wir weniger Urlaub. Mit neuen fadenscheinigen Begründungen versucht die CFM, vor allem bei den KollegInnen der Reinigung mit einem 4:2 Rasterplan, den Urlaub um zwei Tage zu verkürzen. Das dürfen wir uns nicht gefallen lassen. Wir arbeiten das ganze Jahr an unserer Belastungsgrenze und haben uns jeden Tag Urlaub mehr als reichlich verdient. Daher nichts unterschreiben was den bestehenden Arbeitsvertrag verschlechtert und sich vom Betriebsrat beraten lassen!

Affentheater

Die Kommissarische möchte nicht, dass wir gegenüber Patienten oder Angehörigen den Personalmangel als Ursache für manch Unannehmlichkeit benennen. Also: Nur nichts sagen. Nun will laut Personalrat die Charité die mit diesem getroffene Vereinbarung zum Umgang mit Gefährdungsanzeigen beenden. Da könnten wir noch getrost drüber wegsehen, denn Verbesserungen gab es ja eh nicht nach dem Einbringen einer solchen Anzeige. Doch gleichzeitig wollen die Herrschaften auch das elektronische Meldesystem abschalten. Sie wollen also nichts hören und sehen von den von ihnen zu verantwortenden Zuständen. Sie wollen es nicht mal mehr wissen, wie sich Personalnot auf die Patienten und die Kollegen auswirkt.

Mit der Zeit gehen,

heißt für uns, dass wir die von uns tatsächlich regelmäßig erbrachten Arbeitszeiten auch als solche in unseren Arbeitsverträgen wiederfinden wollen. 20 Stunden im Vertrag, aber 40 Stunden ackern! Das geht nun wirklich nicht. Also gehen wir pünktlich nach der vereinbarten Stundenzahl nach Hause oder aber die CFM-Chefs geben uns endlich Arbeitsverträge in denen die von uns regelmäßig erbrachte Arbeitszeit festgelegt ist. Nur so können wir auch auf die vollständige Bezahlung der von uns erbrachten Arbeitsstunden pochen. Und wissen auch im kommenden Monat, wie viel Geld wir zum Kaufmann tragen können.

Würgreflex

Genau dieser hat uns gepackt, als wir die Bilder aus Clausnitz sehen mussten. Vertreter des deutschen Mittelstandes, die damit zu den reichsten Teilen der Weltbevölkerung zählen, wollten unbedingt mal wieder ihren Protest gegen die Regierung auf die Straße tragen. Dazu begrüßten sie die Flüchtlinge, die vor elenden und waffenstarrenden Zuständen geflohen sind, mit „Ausländer Raus“ Rufen. Sie fühlten sich von 10-Jährigen provoziert und sahen sich daher gezwungen, vor allem den Kindern der Flüchtlinge soviel Angst einzujagen, dass diese weinend sich unter den Bussitzen verstecken wollten. Feige suchten die deutschen Helden die Adressaten ihres Protestes mal wieder nach der Haarfarbe aus. Denn bei allem Protest gegen die Regierung, wissen sie sich doch einig mit dieser: Deutsche Interessen zuerst und das weltweit. Daher fordern sie in ihrem Protest auch niemals von der Regierung Finanzierungszusagen für Unterkünfte, Verpflegung, Sprachkurse oder andere Leistungen, die nicht ihnen, sondern den Flüchtlingen zu gute kommen sollten.

Es gibt eben sone und solche

Es scheint, dass wenn man einmal eine bestimmte Berufsgruppe erreicht hat, man sich über sein weiteres Fortkommen keine Gedanken mehr zu machen braucht. So ist nun der ehemalige Vivantes- Personalchef Friese (übrigens nach dem Ärztestreik vom Aufsichtsrat gegangen worden) in der Leitung DRK-Kliniken untergekommen. Die Gratulationswünsche bleiben uns im Halse stecken.

Beruf? Flexibel!

Der Hol- und Bringedienst hilft im Tunneltransport/ Wirtschaftstransport aus. Die Modul-Versorgung kann sich in der Poststelle wiederfinden, der Wirtschaftstransport wird demnächst auf dem Abfallhof tätig. Das sind doch wirklich rosige Aussichten, welche die CFM hier für die KollegInnen ausmalt. Der Wunsch ist eben, dass jeder total flexibel ist und in allen anderen Bereichen der Logistik frei einsetzbar sein kann. Giebe und Maßwig: Träumt weiter! Wir sind hier nicht bei wünsch dir was!

„Vorsicht Baustelle!

Eltern haften für ihre Kinder.“ Warum haften eigentlich nicht die Planer und Auftraggeber vom CCM für den dort verspfuschten Bau? Nach und nach dringen immer mehr Infos über die kommenden Probleme des neugebauten Hauses an die Öffentlichkeit. Jedoch werden wir KollegInnen und PatientInnen das Ganze ausbaden müssen. Zu wenig Umkleiden, die Anzahl der Diensträume wurde weiter reduziert, zu wenig Sanitäranlagen, die Türen auf den Stationen gehen zum Gang hin auf, so dass der Bettentransport zum neuen Flipperspiel-Abenteuer wird. Die Liste lässt sich nach der Eröffnung in diesem Jahr bestimmt noch unendlich erweitern. Ehrlich gesagt, wir freuen uns nicht drauf!

„Junge, du mußt wachsen –

Also iß nicht so viel!“ Da stimmt doch was nicht – bei Omma klang das irgendwie anders. Aber genau so muss es bei den Charité-Oberen als Kind zugegangen sein. Denn wie könnte man die Planung für 2016 sonst erklären? Die Charité soll wachsen – 2,9 Prozent Leistungswachstum sind angepeilt. Dazu wird aber nicht etwa investiert und mehr Personal eingestellt. Nö – statt dessen gibt es ein Sparprogramm über 14 Millionen Euro. Omma hätte nur mit dem Kopf geschüttelt. „Du musst doch ordentlich was essen, wenn du wachsen willst!“

Ich rechne mir die Welt, wie sie mir gefällt

Einen Moment nicht aufgepasst – und schon klingt alles ganz anders als gerade eben. Noch im Januar feierte sich der Bundesgesundheitsgröhe, dass die gesetzlichen Krankenkassen Milliardenrücklagen und Reserven hätten. Doch jetzt heißt es plötzlich, riesige Lücken drohen. Schauen wir genauer hin, dann sind einfach zu geringe Beiträge vom Bund für Hartz-IV-Empfänger und Geflüchtete eingeplant worden. Sie jonglieren einfach mit den Zahlen herum, wie es politisch gerade passt.

Die Münzen klingeln bei Privat

Im Ruhrgebiet rollt die Welle der Privatisierung von Krankenhäusern. Und selbst wenn es keine plausiblen Gründe für die Privatisierung gibt, denkt man sich halt welche aus. So geschah es mit dem städtischen Krankenhaus Niederberg in Velbert. Der Neubau eines Gebäudes war Grund genug für die Privatisierung, weil der neue Betreiber Helios doch „viel mehr Geld für Investitionen hätte und dies auch zum Vorteil für Personal und Patienten wäre“. Aber es ist doch klar, dass ein privater Konzern nur ein Krankenhaus kauft, um damit Geld zu verdienen – und das auf Kosten der Patienten und des Personals.

Privat auf allen Ebenen

Und Privatisierung läuft auch im kleineren Maßstab. Viele Krankenhäuser bieten mehr und mehr Komfortstationen an, um den Besserverdienern einen angenehmeren Krankenhausaufenthalt zu gewährleisten. Beispielsweise bietet Vivantis fünf Komfortstationen u.a. mit Übersetzer, Wasch- und Bügeldienst an. Auch die Charité will mitmachen, jedoch wurde ihre Komfortstation im Bettenhochhaus noch nicht genehmigt. Und das „Beste“ an all dem ist, dass diese Luxus-Exzesse im Grunde von den gesetzlich Versicherten gezahlt werden, da sie mit ihren Beiträgen die nötige Infrastruktur zur Verfügung stellen. So ist es im Krankenhaus nicht anders als auf Arbeit: Ohne uns wären die Reichen nicht reich.


Vitamin C vom 25.02.2016

Marx
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