Revolutionär Sozialistische Organisation

Menschenrechte Fehlanzeige

Donnerstag 10. März 2016

Majestix für Arme

Eigentlich fällt einem ja sonst nur aus lauter Einsamkeit und Langeweile die Decke auf den Kopf. Da davon aber im normalen Klinikalltag nicht die Rede sein kann, nimmt es die Charité in Steglitz einfach wörtlich. Dort fielen erst letztens wieder die Deckenplatten in der Mensa runter. Mal ganz davon abgesehen, dass die so hochgelobten neuen OP´s teilweise nicht in Betrieb sind, weil es von der Decke tropft. Wir sollten Frau Scheeres wohl besser mal auf ihre Aussage „Als Land werden wir unserer Verpflichtung für die Investitionen und auch für die Fakultät nachkommen“ festnageln. Sonst machen wir sie gerne als Oberhäuptling zu unserem Majestix und laden sie zu uns ein, bis ihr der Himmel auf den Kopf fällt.

Relativ angeschissen

Ist eben alles relativ, sagt schon Einstein. Wenn in der Modulversorgung mal wieder gar nix geht, weil die relativ Hochbezahlten das System nicht in den Griff kriegen – dann sind wir plötzlich relativ wichtig und sollen durch Zusatzarbeit am Sonnabend die Karre aus dem Dreck ziehen. Doch wenn es um die Bezahlung geht, dann sind wir offensichtlich relativ unwichtig. Da müssen doch mal die Relationen geradegerückt werden.

Mammon statt Hippokrates

Obwohl Ärzte_innen eigentlich als ganz gut gebildet gelten, scheinen einige die griechischen Götter nicht mehr auseinanderhalten zu können, zu denen sie ihren Eid abgeleistet haben. Zumindest deuten die letzten Skandale in der kassenärztlichen Vereinigung in diese Richtung – Immobilienspekulationen und fürstliche Ruhegehälter lassen eher an eine Einstufung als kriminelle Vereinigung denken. Aber so läuft das nun mal, wenn Gesundheitswesen mit Gewinnstreben gekoppelt wird.

Unsauber in Oberbayern

Im Helios Klinikum Dachau steigt wie überall die Arbeitshetze. Verträge werden vor allem in der Reinigung nicht mehr verlängert und die gleiche Arbeit muss von immer weniger Kolleg_innen getragen werden. Letztens mussten Kolleg_innen in der Reinigung Schriftstücke von Chef_innen unterschreiben, ohne sie vorher lesen zu dürfen! Und wer sich weigerte, dem wurde mit Kündigung gedroht. Mit diesem Schriftstück dürfen die Chef_innen jetzt Qualitätskontrollen durchführen und wenn etwas unzureichend ist, wird es auf die Reinigungskraft abgewälzt (mit Konsequenzen bis hin zur Kündigung). Es ist doch überall das gleiche Spiel, ob in Dachau oder Berlin, eine unverantwortliche Praxis in der Gesundheitsbranche, welche auf unserem Rücken ausgetragen wird.

Zufrieden in der Charité?

Zufrieden sind zwar nicht die Mitarbeiter_innen, aber der ein oder andere im offiziellen Amt. So kommt der Amtsarzt, natürlich mit öffentlicher Bekanntmachung und Ansage, welche Stationen dieses Mal dran sind. So können sich die Verantwortlichen auch gründlich vorbereiten und die Flusen von den Stuhlbeinen kratzen oder die Fensterrahmen gründlich abwischen lassen. Anscheinend weiß man halt an der Charité, was „alte Freunde“ so mögen.

Das schlägt dem Fass den Boden aus

Denn nach den 8 Monaten Verhandlungen zu unserem Tarifvertrag für mehr Pflegepersonal besitzt die Charité die Frechheit, im Vertrag festschreiben zu wollen, dass die errechneten Stellen auch mit Servicekräften oder Stationsassistent_innen besetzt werden können. Klar, Pflege kann halt jeder von Natur aus. Außer uns Schwestern, wir mussten das natürlich erst mühsam in 3 Jahren lernen. Um nicht zu platzen, wollen wir das hier gar nicht weiter kommentieren. Nur daran erinnern, dass wir aus dem Tarifvertrag von 2011 Erfahrungen haben, dass die Chefs der Charité ihre ganz eigene Lesart eines Vertrages haben. So wollten diese Herren und Damen uns weis machen, dass der Wechsel vom Früh- in den Spätdienst kein Flexidienst wäre. Wenn sie also diese Frechheit so offen in den Vertrag schummeln wollen, was steckt denn da im Detail im Entwurf des Tarifvertrages noch so an Überraschungen? Holzauge sei wachsam! ... und streikbereit!

Do it again…

Sollte es wahr sein? Die Pflegkräfte der Charité bekommen einen Preis verliehen? Vom Deutschen Pflegerat? Für ihr Engagement für eine bessere Pflegepersonalbesetzung? Damit die Patient_innen besser versorgt werden können und das Personal die Rente erreicht? Also letztendlich für den Arbeitskampf, der in einem 10 - tägigen Streik gipfelte? Also wenn das wahr ist, dann sollten wir es doch glatt noch einmal tun!

Billig davon gekommen!

Die Gerüchte in der CFM halten sich hartnäckig: Es gab Prämienzahlungen für so manche/n Kolleg_in. Doch für wen? Wie viel? Wofür? Keiner weiß es. Es ist nur klar, warum die CFM dies tut. Sie will uns spalten und Misstrauen unter uns Kolleg_innen säen. In der Hoffnung, dass die Leute mit Prämie in Zukunft die Füße still halten. Denn damit kommt die CFM billiger davon, als mit einem Tarifvertrag für alle dafür zu sorgen, dass es eine transparente Bezahlung gibt. Doch sind wir wirklich so billig? Die CFM sollte uns nicht so leicht davon kommen. Nur durch einen gemeinsamen Streik können wir mit dieser Willkür Schluss machen.



Marx
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