Revolutionär Sozialistische Organisation

Wovon Unternehmer träumen: Der 12-Stunden-Tag

Donnerstag 7. April 2016

PDF - 152.2 kB
Der Zugfunke - 7. April

Der doofe Rest

Als im letzten Jahr klar war, dass bei vielen Regio-Kol­legen die Stundenkonten „übervoll“ werden, wurde aus Urlaub Überstunden-abbummeln gemacht. So wurden die Zahlen für die Meldung an die Konzern­zentrale geschönt, weil Arbeitszeit ins nächste Jahr verschoben wurde. Nun passt es in diesem Jahr aber genau so wenig und alter Urlaub soll in den Zeiten des aktuellen Urlaubs genommen werden. Damit wird dieser Urlaub ins nächste Jahr „abgeschoben“.

Es ist wie immer. Probleme werden verschoben. Lie­ber wird Geld bei „Spiele Max“ - im so genannten DB Regio-L@b - verpulvert, bevor in Personal investiert wird.

Fortschritt?

Eigentlich wäre es durch den technologischen Fort­schritt locker ausreichend 30 Stunden oder weniger in der Woche zu arbeiten. Also könnten doch die Tablets dazu beitragen, dass wir weniger arbeiten. Durch Schichtbeginn auf dem Bahnsteig oder irgendwo wird auch Arbeitszeit einge­spart. Aber die von uns geforderte Arbeitszeit sinkt nicht im selben Maß und die nun mögliche Flexibilisie­rung führt zu späteren und für uns schlechterer Pla­nung. Bereitschaften werden weiter abgespeckt, weil es dafür Disposchichten gibt. Und wenn man die nicht braucht, fällt auch keine Arbeitszeit an. Das macht lo­cker zwei Ruhetage weniger im Jahr aus.

Von jeder Stunde, die wir angesichts dieses Effektivi­tätsgewinns mehr arbeiten, werden Gewinne realisiert und das Management gefüttert. Toller Fortschritt… Wenn es anders wäre... könnten viele Jobs entste­hen... der Kampf gegen Arbeitslosigkeit fängt in den Betrieben an!

Team „Zombie Bahn“

Manche Chefs sehen an manchen Tagen so käsig aus, als wenn sie neuerdings nach dem Frühschicht-Rhythmus bei Regio arbeiten und 3:26 Schichtbeginn hatten. Gar nicht rosig, wie mit „Zukunft Bahn“ und „Arbeitswelt 4.0“ versprochen wird. Könnte es sein, dass sie zum Rapport beim Konzern antreten mussten und durch Schlafstörung so geschwächt wurden?

Egal, sie brauchen sich keine Mühe geben. Beim nächsten Streik hauen wir denen das so oder so wie­der um die Ohren.

Die S-Bahn sorgt sich

Die neuen Schichtmodelle ab April/Mai nach den größten Bauarbeiten werden merklich längere Schich­ten haben, keine Tagschicht unter 10 Stunden und so. Jetzt, wo die Tage heller werden, will man uns ein paar extra-Runden zugestehen? Ein bisschen mehr Sonne tanken aus allen Richtungen auf dem Ring? Eine Maßnahme fürs Positiv-Thinking? Nach dem Motto: bei Tage siehts schon anders aus?

Lieber die Sonne im Garten, als auf dem Führerstand! Aber dafür müsste die S-Bahn massiv einstellen…

Eins, zwei oder drei?

In manchen Schichten gab es in der Nacht der Zeit­umstellung eine Stunde TU zwischen 2 und 3 Uhr. Ihr werdet es schon ahnen, Langeweile kam nicht auf. Warum Schichten so gebaut werden, wird ein Ge­heimnis bleiben aber vielleicht saßen die Controller zusammen und träumten davon, wie es wäre, wenn sie die Uhr immer so hin und her drehen könnten...

Keine Entlastung = mehr Signalüberfahrten

Die Signalüberfahrten waren ein bisschen zurück ge­gangen. Aber kein Grund zum Entspannen, die Zahlen sind wieder höher. Kein Wunder, wenn die Belas­tungsstudie vor sich hinschlummert und nix passiert. Und während wir so träumen, wie es wäre, den Urlaub mal so zu nehmen, wie man will, und kurze regelmäßi­ge Schichten, und wie schön es wäre, ein paar Wo­chen im Voraus zu wissen, wie man arbeiten muss, und ob es der Rasenmäher noch macht… schon ist es passiert. Einfach belastend!

#imzugpassiert

Unter diesem # berichten mutige Frauen über sexuelle Belästigung in Zügen bei Twitter. Die Zahl von mehre­ren hundert Meldungen zeigt das große Ausmaß und den Handlungsbedarf gerade bei den Bahnen. Schnell wurden Frauenabteile diskutiert, in denen die Frauen vom Rest der Gesellschaft getrennt fahren sollten. Dieser Vorschlag kann aber keine Lösung sein und die Frauen fordern vor allem mehr Personal in den Zügen, welches als Ansprechpartner dient. Also her mit Personal! Davon hätten nicht nur Fahrgäste was.

Mehr Soziales Berlin für alle!

Nicht erst seit der Ankunft von Flüchtlingen sind die sozialen Angebote bei Wohnraum, Schulen aber auch Öffentlicher Dienst gesunken. An Schulen wird weiter gespart, sodass 2030 ca. 80 Schulen in Berlin fehlen könnten. Egal ob Flüchtling, arbeitslos oder ar­beitend, wir alle sind Verlierer der Berliner Sparpolitik. Das müssen wir ändern!

Kommt zur Demonstration am Samstag, 16. April, 13 Uhr, Oranienplatz in Kreuzberg für ein soziales Berlin und gegen Rassismus!

Tango Korrupti

Riesenaufregung seit Sonntag. Die Panama-papers! Journalisten haben mehr als ein Jahr Millionen Datensätze über 214.000 Briefkastenfirmen in Panama ausgewertet. Politiker, Geschäftsleute und Promis haben Millionen versteckt. Und die Deutsche Bank sitzt mittendrin in den Geschäften. Ja, in diesem System werden ein paar wenige Reiche immer reicher. Und nein, diese Reichen sind mehrheitlich keine edlen Wohltäter, sondern Asoziale, die den Hals nicht voll kriegen und noch nicht einmal die paar Steuern zahlen auf ihren Reichtum. Auch die Politiker, die ihnen diese Steuern immer weiter erlassen, müssen ihr Schmiergeld irgendwo unterbringen... Gewöhnlicher Kapitalismus halt: ungerecht, kriminell, gehört abgeschafft.


Marx
Startseite | Kontakt | Sitemap | Redaktion | Statistiken | Besuche: 248250

Aktivitäten verfolgen de  Aktivitäten verfolgen Aus den Betrieben  Aktivitäten verfolgen Deutsche Bahn   ?

Realisiert mit SPIP 2.1.30