Revolutionär Sozialistische Organisation

Auch wir können Gesetze ändern!

Donnerstag 19. Mai 2016

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Der Zugfunke vom 19. Mai 2016
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Im Netz gefangen

DB lässt Brücken und Gleise verlottern, Grube be­klagt sich über diesen Zustand beim Staat. Milliarden Euros müssten her, um das zu ändern. Politiker hat­ten ein Einsehen. Netz stellte Kollegen ein, die die Baufahrpläne erstellen. Und es sollte losgehen...

Kaum eine Woche, in der nicht unsere Schichten ver­längert, gekürzt oder umgeworfen werden. Hallo Fa­milienplanung. Zusätzlich werden die Leute im Fahr­planbüro verheizt. FPLOen bleiben liegen. Die TP soll das Ungemach mit einer Handvoll Bereitschaften ab­fangen. Die Dienstregler bekommen Freitagnachmit­tag noch Änderungen auf den Tisch. Klar, da bleibt auch für die Lokleitung was übrig, weil nicht alle ver­ständigt werden konnten.

Regio ersparte sich die Vorbereitung auf diese ab­sehbare Bausituation. Glänzt es sich doch besser nach oben mit wenig P-Zahlen. Wenn sich Kollegen ihrem Ärger Luft machen, wird mit dem Finger auf Netz gezeigt. Doch das Problem ist hausgemacht.

Wird mal wieder Zeit...

Die „schlampigen“ Bauschichten führen oft dazu, dass Pausen vorgesehen sind, wo es gar nicht geht. Da ist der Knatsch mit der TP vorprogrammiert. Ist der überstanden, könnte es sein, dass die Zeitwirt­schaft im Nachhinein TUs in Pausen umetikettiert. Das geht nicht. Eine Pause muss vorher feststehen!

Das sind doch selbstverständliche Dinge... Und da wundern sich die Chefs über die hohe Beteili­gung, wenn wir für bessere Arbeitsbedingungen strei­ken??? Wird scheinbar schon wieder Zeit…

Lästige Ausbildung

Einige Kollegen hatten sich bereit erklärt, zukünftig Lehrlokführer zu machen. Aber schwupps findet die S-Bahn was zum Sparen: nur U&K, also schlechter bezahlt, als was die Kollegen erwartet haben.

Die Bahn erwartet schon viel von den Lehrlokführern, denn das machste eigentlich alles in der Freizeit. Und nun wird wieder geknausert.

Flirt mit Investoren

Der DB-Aufsichtsrat will Arriva und Schenker an In­vestoren verkaufen. Nur teilweise… werden wir be­schwichtigt. Investoren sollen nur einen Minderheits­anteil bekommen. Aber wie war das bei Postbank und Telekom? Anfangs wurde uns die Privatisierung auch so versucht schmackhaft zu machen. Am Ende haben Großaktionäre und Banken vollständig die Krallen drauf. Investoren sollen nötig sein, um die Verschuldung der DB zu bremsen. Damit wurde uns schon in den 90ern die Bahnprivatisierung verkauft…

Päuschen auf Klöchen?

Wegen des neuen Takts haut es in Strausberg Nord mit der Wendezeit nicht mehr hin. Für die 20 min Wartezeit gibt es nix. Ein Warteraum mit Sanitäranlage ist für die S-Bahn eine unterhörte Schwierigkeit. Und so bietet die Chefetage zwei Lösungen: mit Zug hin und her fahren oder die Toilette im Hotel benutzen… oder im Baumarkt an den Blumen riechen?

Der Weg ist das Ziel

Unser elektronischer Begleiter (bling, bling) soll uns die Arbeit so erleichtern. Soweit die Werbung. Aber welchen Vorteil haben wir? Der leichtere Rucksack?

Regio hat klare Vorstellungen: Wir sollen noch schneller umzudisponieren sein, in der Freizeit schnell E-Mails checken. Dienstbeginn auf dem Bahnsteig, Ende irgendwo im Bahnhof, schnell durch die Informationsflut hächeln. Selbst das Laden und Wegschließen sollen für umme sein. Jeder soll individuell entscheiden und klarkommen.

Hier unsere Vorstellungen: Lassen wir uns vom Flachbildschirm nicht vereinzeln. Schichtbeginn und Ende in der Meldestelle und alle nötigen Zeiten und Wege, die gemacht werden müssen, müssen in die Schichten rein! Das ist Arbeitszeit! Und zwar für alle!

Häschen in Tube

Dass Leiharbeiter für den gleichen Job schlechter be­zahlt werden, ist eine Schweinerei. Regio setzt nun eins drauf. Die neuen Zugbegleiter für die RE6 werden über einen Werkvertrag angeheuert, wo die Löhne noch niedriger sein sollen. Für den Laden sind die Menschen nur noch Nummern.

Der Springer Verlag hat seine Druckerei auch erst mit Leiharbeitern am Laufen gehalten. Dann holte er sich einen Subunternehmer über Werkvertrag und drückte nochmal die Löhne. Als sie Tarifforderungen stellten und Widerstand organisierten, schmiss Springer die Subunternehmerbude raus und machte sich auf die Suche nach dem nächsten Ausbeuter...

Wenn wir das einmal zulassen, ist es wie eine Tube Zahnpasta. Man bekommt die Paste einfach nicht mehr richtig zurück in die Tube.

Deshalb: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit – Festeinstellungen - Immer und überall.

Pilot mit Bauchlandung

Die Leitung Fahrbetrieb hat einen neuen Entwurf zur Arbeitszeit vorgelegt. Ein Pilot soll das sein, der die alten Zumutungen wieder aufwärmt. Hat die Ge­schäftsführung der S-Bahn erwartet, dass wir so dumm sind und nicht merken, was da läuft? Weiter­hin absolute Flexibilität, keine entlastenden Maßnah­men aus der Belastungsstudie, alles nur mit Tablett, der gesamte Bahnhof gilt als ein Ort für Schichtbe­ginn und -ende…Was die S-Bahn-Leitung braucht, sind unsere eigenen Forderungen. Wir brauchen uns solche Frechheiten nicht gefallen zu lassen!

W.z.b.w.

Mein lieber Scholli, was da an Zügen in der letzten Zeit ausgehaucht hat oder halb kaputt durch die Ge­gend zuckelte…

...die Werkstatt Cottbus schraubt die Arbeitszeit – nachdem sie abgesenkt wurde - wieder auf 37 Stun­den… Bravo! Ein kühner Schritt in die richtige Richtung. Nur, dass das vorher klar war! Aber das hat in den Zahlenkolonnen der Controller keinen Platz.


Marx
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