Revolutionär Sozialistische Organisation

Ist Frankreich bald Europameister...?

Freitag 3. Juni 2016

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Der Zugfunke - 1. Juni 2016

Alles Lüge

Die nächste Ausschreibung steht an. Regio will sich beim RE2 und 4 mit einer ausgegründeten GmbH beteiligen, für die nur noch der BuRa-LfTV gilt. Das bedeutet zwar keine direkte Absenkung der Lohntabelle, aber Zulagen, Schutz bei Untauglichkeit, soziale Absicherungen kommen unter die Räder. Der RE1 soll mit dem DB Haustarifvertrag gewonnen werden. Schon sehr merkwürdig. Gelten für diese Linie andere „Marktbedingungen“? Soll die GmbH die „Königslinie“ subventionieren, weil Chefposten dranhängen? Eine Spaltung der Belegschaft ist immer gut für die Postenhascher. Und sie werden uns die Lüge auftischen, dass es gar nicht anders ginge.

Das Lügen zu ihrem Vorteil beherrschen Chefs besonders gut: Wie sagte Personalchef Weber im Streik: „Die Bahn will widerspruchsfreie Regelungen für alle Mitarbeiter unabhängig von deren Gewerkschafts­zugehörigkeit. Für gleiche Tätigkeiten sollte es gleiche Bezahlung und gleiche Arbeitszeiten geben... sie will eine Spaltung der Belegschaft unbedingt verhindern.“ Nehmen wir Weber beim Wort und machen seine Lügen zur Tatsache.

Idealmaße einer Schicht

Schon eine 90-minütige Änderung ungefragt hinnehmen zu müssen, ist zu viel. Bei Regio läuft die Planung der Schichten so weit aus dem Ruder, dass die 90 Minuten nicht mehr ausreichen. Oft sollen wir die ungefragt akzeptieren oder eine Planschicht wird zur Disposchicht gemacht.

Unsere Forderung sollte sein: Festgelegte Schichtzeiten fürs ganze Jahr! Für Abweichungen eine Personalreserve!

Was wäre möglich, bei mehr Personal?

Ach wie stolz führte der S-Bahn-Pressechef doch das neue Pilotprojekt der mobilen Instandhaltung vor. So schön, was doch alles möglich wäre… Und die Fahrgäste hätten gleich noch das „Gefühl“, dass sich die S-Bahn kümmere. Genau, das Gefühl, denn an den Zugausfällen wird sich real nichts ändern.

Auch für Schöneweide steht der Test zur mobilen Instandhaltung in der Kehranlage an. Doch es sollen keine Werkstattleute neu eingestellt werden, die schon zu kleine Schar wird einfach neu aufgeteilt. Doppelt so lange Wege, macht nicht doppelt soviel Leute. Das sagt einem schon das Gefühl...

Die Bahn macht auf mobil

Auch Regio will mobile Einsatztrupps für die Werkstätten. Einige Arbeiten sollen nicht da erledigt werden, wo die besten Arbeitsbedingungen sind, sondern hauptsächlich nachts in den Abstellgruppen der Wendebahnhöfe. Der Zwang, aus jedem und allem das maximale auszuquetschen, soll wieder auf den Schultern und auf Kosten der Gesundheit der Beschäftigten realisiert werden. Vor allem Nachtschichten machen krank und verkürzen unser Leben. Und darauf haben wir wirklich keine Lust!

Kulturbeitrag der Bundespolizei

Eigentlich sollte der „Kulturzug“ nach Wrocław mit zwei Triebwagen in Berlin starten. Bei einem mussten kurzfristig die Radsätze abgedreht werden und Einstellarbeiten wurden notwendig. Doch es gab keinen Handwerker dafür… weder in Cottbus noch in Lichtenberg.

Also mussten sich 400 Fahrgäste in einen 628er quetschen. Die einzige Toilette quittierte den Dienst. Mit Hilfe der Bundespolizei wurden die Fahrgäste in Cottbus zur Verrichtung der Notdurft ins Bahnhofsgebäude geleitet. Ein Beispiel für Hochkultur! Ein gut ausgebildeter Handwerker ist eben wichtiger als die ganze Führungsclique.

Ein Mini-Mindestlohn, der keiner ist

Eine brandenburgische Klinikangestellte klagte auf Durchsetzung des gesetzlichen Mindestlohnes, weil die Chefs ihr frecher weise das Weihnachtsgeld auf den super niedrigen Stundenlohn drauf gerechnet hatten, um auf die 8,50 € zu kommen. Das Bundesarbeitsgericht hat nun diesen Trick legalisiert.

Die Unternehmensverbände haben geackert und viel investiert, damit Politik und Gerichte in ihrem Interesse den Mini-Mindestlohn kleinrechnen, wo es nur geht. Sie gönnen nicht mal das bisschen Weihnachtsgeld oben drauf.

Wir wollen keinen krümeligen Mindestlohn, sondern den ganzen Kuchen!

Alle Kollegen müssen bleiben!

2014 hat die DB verkündet, ihr Werk zur Instandhaltung von Güterwagen in Eberswalde zu schließen. Jetzt heißt es, ein Investor sei gefunden, Brandenburg stellt Geld in Aussicht, das „Werk ist gesichert“. Aber über 100 Kollegen sollen gehen! So nennt man das, wenn etwas „gesichert“ ist…? Sicher ist, dass das eine üble Masche ist, Menschen zu erpressen und KollegInnen gegeneinander auszuspielen.

Überall sind die Werke unter Druck. Aber Arbeit gibt es überall mehr als genug. Deshalb soll niemand gehen müssen!

Digital entspannter

Die S-Bahn hat präzise Vorstellungen, wo mit Hilfe der Tabletts noch Minuten geschachert werden können. Minuten, die sich übers Jahr aufaddieren.

Das Leben mit Tablett könnte vor allem ein paar Kilo leichter sein. Doch es kommt überhaupt nicht in Frage, dass wir wegen der Minutenhascherei auch nur eine Schicht mehr im Jahr machen oder vielleicht auch noch das Lesen der Mails in unsere Freizeit packen und damit die Arbeitszeit verlängern.

Vom Rausholen aus dem Schrank in der Meldestelle übers Lesen und Updaten bis zum Wegschließen in der Meldestelle am Ende der Schicht, alles muss real eingeplante Arbeitszeit sein und gehört in die Schicht! Und falls dann noch Arbeitszeit eingespart wird, dann nehmen wir das gerne als bezahlten Urlaub oder Arbeitszeitverkürzung!


Marx
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