Revolutionär Sozialistische Organisation

Jetzt die Gegenoffensive vorbereiten!

Freitag 17. Juni 2016

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Der Zugfunke - 16. Juni 2016

Hauptsache Schotter machen

Um den angeblich schlecht „aufgestellten“ DB Cargo „schlanker und schlagkräftiger“ zu machen, soll dem Steinbruchunternehmen Wibo der Gleisanschluss gekündigt werden. Ausgerechnet denen, die für die DB Gleisschotter liefern. Welche Ironie. 30.000t pro Jahr müssen dann per LKW weggekarrt werden. Beraterfirmen behaupten, dass sich das nicht lohnt. Die Privatisierung der DB wurde mit dem Argument verkauft, dass mehr Verkehr auf die Schiene komme und die Umwelt geschützt werde. Das Gegenteil passiert. Was für den normalen Menschenverstand unvernünftig erscheint, ist für das Kapital und deren Manager die einzige Vernunft: Schotter machen, so viel wie möglich.

Das Einmaleins des Kapitalismus

Mit der Sanierungskeule bei DB Cargo soll jede vierte Stelle platt gemacht werden. Ca. 1.000 Kollegen sind vor den Bahntower gezogen, um zu zeigen, dass sie das verhindern wollen. Das Management ist ein bisschen zurückgerudert. Die Gewerkschaftschefs wollen nun zeigen, dass sie die besseren Manager sind und eine Vertriebsoffensive ausarbeiten. Damit schüren sie aber die Illusion, dass das Management scheinbar nur zu blöd wäre, unsere Arbeitskraft auf „die richtige Art“ auszubeuten. Wir haben schon viele Manager und Strategien gesehen und brauchen nicht noch mehr, die im kapitalistischen System der Konkurrenz an uns rumdoktern. Was wir brauchen ist ein Kampf um jeden Arbeitsplatz vor Ort!

Halbzeit

Manager behaupten, die Tfs bei Cargo würden rumtrödeln. Sie sitzen wegen verspäteter Züge rum, fahren Gastfahrt oder stehen vor roten Signalen. Nur unerhörte 55% ihrer Arbeitszeit fährt die faule Bande Züge. Die einzige Lösung: Mehr Flexibilität muss her! Natür­lich beim fahrenden Personal. Die wirklichen Ursachen, wie die Zerschlagung des Systems Bahn, kaputt sanierte Strecken oder Personalmangel sind kein Thema für die noch unproduktiveren Schlipsträger. Sie schreiben sich doch ständig auf die Fahne, die großen Organisatoren und Lenker zu sein. Da sind 55% doch mehr als gut. Mehr können wir keinesfalls ertragen.

Der Weg des geringeren Widerstands Im Bereich des Prignitznetzes hat sich Regio ein Labor erschaffen, um Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen und Löhne auszutesten. Nicht von ungefähr wurde genau dort das Tablett mit Schichtbeginn und -ende am Bahnsteig zuerst eingeführt oder es sollen Zugbegleiter über einen Werkvertrag eingekauft werden mit miesen Bedingungen. Regio setzt darauf, dass wir hier eher alles mit uns machen lassen. Denn in dieser Region ist es schwer, eine andere Arbeit zu finden. Mit genau diesen Zukunftsängsten spielt das Management. Es ist dann nur eine Frage der Zeit, bis sich die neuen „Entwicklungen“ ausbreiten werden. Deshalb sollte keiner wegsehen, was in Neuruppin eingeführt wird, auch wenn es noch so weit weg erscheint. Geht doch! Warum nicht gleich so! Und für alle! Die meisten Leiharbeiter der KINs von Regio wurden nun übernommen. Bleibt nur die Frage: Warum mussten sich die Kollegen überhaupt als Leiharbeiter abquälen und wann werden endlich alle übernommen!

EM in Frankreich: Regierung unter Beschuss

Letzten Dienstag waren wieder Hunderttausende in Frankreich auf der Straße. Seitdem die Bahner der SNCF am 1. Juni in den unbefristeten Streik getreten sind, haben die Mobilisierungen gegen die geplante Arbeitsrechtsreform neuen Schwung bekommen. Die Streiks sind da am stärksten, wo Kollegen in Vollversammlungen zusammenkommen, diskutieren und über die Forderungen abstimmen. Mobilisierungskomitees der Streikenden, die selbst Verantwortung übernehmen und auf lokaler Ebene alles organisieren, sind die beste Art, mehr und mehr Leute einzubinden. Ohne Streikgeld sind die Kolleg_innen mit Mut und Engagement bei der Sache… und sehen sich dabei oft übler Polizeigewalt gegenüber. Jetzt droht Präsident Holland, Gewerkschaftsdemos zu verbieten. Der Streik bleibt die beste Kritik an der Regierung!

Signale zeigen Halt

1.000 Signalüberfahrten bei der S-Bahn sind ein neuer Rekord. Das ist alles andere als ein individuelles Problem. Der Kopf brummt uns allen bei der Arbeit als Folge der Überlastung. So geht’s nicht weiter. Als es noch regelmäßige 8-Stunden-Schichten gab und Kollegen auf den Bahnsteigen, gab es da auch schon so viele Signalüberfahrten…?

Nicht ganz dicht

Bei Regio sollen die Tabletts zum Fahrplanwechsel flächendeckend kommen. Die S-Bahn macht auch Druck, die Dinger einzuführen. Eine Arbeitswoche pro Tf sollen eingespart werden durch Streichung von Vorbereitungs- und Wegezeiten. Lesen sollen wir den ganzen Kram in irgendeiner Minute, die nicht schon mit Arbeit vollgestopft ist. Für so was Menschliches wie Pinkelpause oder ’nen Kaffee haben die Chefs kein Verständnis.

Diese Arbeitsverdichtung wollen wir nicht! Tabletts gehören in den Meldestellen in den Schrank (wie bei den Zugbegleitern die MT-Geräte usw. im Ladeschrank verschwinden) und jede Zeit zum Lesen – egal ob in Papierform oder elektronisch - gehört als Arbeitszeit in die Schichtplanung!

Nicht mehr alleine!

Leute halten Türen auf, rennen in den Gleisen rum, Verletzte auf dem Bahnsteig, Typen greifen Lokführer an… ein Arbeitstag fühlt sich manchmal wie Anarchie an. Die S-Bahn überlässt es uns, mit den Problemen fertig zu werden.

Aber nee, allein gehen wir ein. Was wir brauchen, sind Personale auf den Bahnsteigen und in den Zügen! Und zwar nicht als Doppelbesetzung, wenn Teamleiter auf Kontrollgang sind, sondern an jedem Endbahnhof müssen Kollegen sein als Hilfe beim Zugräumen und Führerstandswechsel.


Marx
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