Revolutionär Sozialistische Organisation

Jetzt die Gegenoffensive vorbereiten!

Sonntag 19. Juni 2016

Solidarische Enteritis

Was das ist? Nun, ganz plötzliche Bauchschmerzen und Durchfälle, die auch über einige Tage anhalten können und einem am Arbeiten hindern. Gehört hat davon wohl schon jeder einmal. Und Solidarische Enteritis? Genau! Diese Bauchschmerzen treten auf, wenn einem zusätzliche Arbeit zum Brechen eines Streiks übergeholfen wird und man, warum auch immer, sich nicht traut „Nein“ zu sagen. Wie wir darauf kommen? Nun, die Vivantes - Grebe (dortige Chefin) lässt es nicht nur den Focus wissen. Trotz Streiks soll der Betrieb regulär weiter laufen. Die Ärzt_innen, Schwestern und Patient_innen berichten von eher ziemlich chaotischen Zuständen. Siebe fehlen, Oberärzte schieben die Betten, elektive OPs werden abgesagt. Also brauchen sie bei Vivantes doch Streikbrecher. Leitungen, Leasingpersonal und Werkverträgler_innen vor Ort. Und fast sicher unsere Steri - Straßen an der Charité. Und spätestens dann überkommt es einen, dieses unheimliche Bauchgrummeln!

Oder KOTZEN

Das geht auch ganz ohne Finger in den Hals stecken. Man muss nur den Forderungskatalog des Wirtschaftsrates der CDU Berlin anschauen. Nach diesem soll Berlin zur führen-den „Medizintourismusdestination“ werden. 150 Mio würden ja schon heute von 20.000 Patient_innen nach Berlin gebracht. Die CDU und wohl nicht nur die will also Medizin für die Reichen dieser Welt statt einer Gesundheitsversorgung für alle! Es geht noch weiter: Der Rat schlägt doch glatt die Einführung einer digitalen Patientenakte vor. Ganz neu und so innovativ… fast so wie der Vorschlag, diese Patientenakte „unter pragmatischer Anwendung des Datenschutzes“ zu gebrauchen. Herrlich passend zur Gesundheitsdestination wird Berlin auch zur Hauptstadt der Papparazi, die auf diese Art sicher ganz neue Bilder und Informationen direkt aus der Patientenakte verwursten können.

Zutiefst moralisch verlogen

Gleich vorweg – natürlich ist die Reaktion vom Bosporus-Sultan Reccep Tayip Erdogan und seiner AKP-Getreuen auf die Armenien-Resolution des Bundestages zum Kotzen. Geschenkt – war zu erwarten. Aber mal ehrlich – den Völkermord an den Armeniern zu verurteilen, ohne auch nur zu erwähnen, dass damals maßgebliche Teile des osmanischen Heeres unter dem Kommando preußisch-deutscher Generäle und Offiziere standen. (von denen dann viele bei der Niederschlagung der deutschen Revolution wieder auftauchen). Also kurz, ohne zu sagen, dass es keinen Völkermord ohne deutsche Billigung gegeben hätte – wer das fertig bringt, der kann sich seine Moral an den Hut nageln. Und wer hats erfunden? Der erste Völkermord des 20. Jahrhunderts wurde von der deutschen Schutztruppe unter General von Trotha an den Herero und Naama begangen. Klar, die Briten im Burenkrieg und die Franzosen in Indochina waren keinen Deut besser – wir wollten nur mal den deutschen Heiligenschein etwas ge-raderücken…

Boaah, wat fühl ick mir verbunden!

Immer mal wieder ereilen uns Projekte zur Stärkung der Corporate Identity – det is, wo ick mir verbunden fühlen soll mit „meine“ Firma. Die neueste Errungenschaft ist das „DNA-Projekt“. In der Analysephase wurde erstmal für teuer Geld richtig erkannt, dass es Mängel in der “Transparenz von Führungsentscheidungen“ gäbe. Is et wahr – hätten wir euch wesentlich billiger auch verraten können. Allerdings hätten wir auch noch dazu gesagt – auch wenn ihr ihn noch so transparent macht – Schwachsinn bleibt nun mal Schwachsinn…

Kämpfen lohnt sich

Hohe Löhne und gute Arbeitsbedingungen – ein Traum für viele Arbeiter_innen in Deutschland. Das es in unseren Nachbarländern etwas besser aussieht wie z.B. in Dänemark oder Frankreich wissen wir. 2014 gab es dort die meisten Streiktage europaweit – Frankreich mit 139 und Dänemark mit 135 Tagen. Gibt es da vielleicht einen Zusammenhang?

Bevor es zu spät ist…

Seit fast 14 Tagen sind die Kolleg_innen von zwei Ameos Kliniken in Hildesheim und Osnabrück im Streik – ihr Ziel: die Verlängerung des Kündigungsschutzes um weitere 10 Jahre. Denn die Kolleg_innen trauen dem Konzern alles zu. Als 2006 die erste Auslagerung der handwerklichen Berufe vollzogen wurde, konnten die Beschäftigten eine Bindung an den TVöD sowie einen 10jährigen Kündigungsschutz erkämpfen. Jedoch gab es wie bei der CFM Gestellte, welche in sogenannte „sinnentleerte Arbeitsverhältnisse“ gesteckt wurden, dadurch gekündigt werden konnten und dann bei der Tochterfirma zu schlechteren Konditionen eingestellt wurden. Die Kolleg_innen wollen weitere Verschlechterungen und Kündigungen verhindern und gehen deshalb präventiv in den Streik. Sehr gut!

Wir sind eben nicht allein!

Der Tarifvertrag für die Mindestbesetzung steht und gilt nun auch von Seiten des Aufsichtsrates. Für uns Kolleg_innen der Normalstationen ist es klar, dass nun eine Menge „Kampf“ auf uns zukommt, wenn wir wollen, dass sich an der Personaldecke auf unseren Stationen merklich etwas bessert. Aber das hat uns doch noch nie abgeschreckt, tatsächlich aktiv zu werden. Lasst uns nicht spalten. Die Chefs wollen uns vereinzeln und dafür sorgen, dass wir alleine mit der Stationsleitung für mehr Personal streiten?! Vergesst es! Wir machen ihnen einen Strich durch die Rechnung! Nur noch gemeinsam. Lasst uns die Tarifberatertreffen nutzen und gemeinsam beraten wie wir unsere Ziele am besten erreichen können.

Kampf der Töchter

Der Druck steigt. Die Kolleg_innen der VSG bei Vivantes gehen voran. Sie gehen mit ihrem Warnstreik in die Verlängerung. Auch bei den Kolleg_innen der CFM kann es los gehen. Wir müssen weiter Druck aufzubauen. Am besten alle zusammen! Wir sollten schon jetzt untereinander diskutieren was wir wollen und wie wir das am besten erreichen können. Gleiches Geld für gleiche Arbeit! TVöD für alle! Je mehr wir werden, umso mehr können wir erreichen!



Marx
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