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Brexit oder EU: beide keine Lösung!

Donnerstag 30. Juni 2016

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Der Zugfunke - 30. Juni 2016
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Und täglich grüsst...

Letztens wurden die Verspätungen bei Regio wieder mit Baustellen und Unwetter versucht zu rechtfertigen.

Aber Bauarbeiten werden schludrig oder bewusst falsch eingearbeitet. Da kommen Züge schon mal virtuell eine viertel Stunde früher an, damit die Schichten noch passen. Oft sind die Schichten schon so weit an die Grenze gefahren, dass nur ein kleiner Defekt genügt, um in eine wilde Diskussion mit der TP um Pausen oder Schichtverlängerungen zu kommen. Die Reserven an Zügen und Bereitschaftspersonalen reichen vorne und hinten nicht.

Es braucht keinen Tornado, um das Kartenhaus Regio zum wackeln zu bringen. Ein Hauch genügt oft. Die Natur kann dafür nix.

Dekorationstrends Sommer 2016

Die Marketingabteilung feiert seinen neuesten Deko-Clou: extra große Fahrradsymbole werden auf die Regio-Züge geklebt. Am Platzmangel ändert das nichts. Aber vielleicht am Gefühl… hinter großen Fahrradsymbolen müssen große Fahrradabteile sein?

Neue Streckenagenten sollen den Informationsfluss für die Fahrgäste verbessern. Damit die noch früher wissen, dass der Zug verspätet ist? Sich ständig wiederholende Mitarbeiterbefragungen beschäftigen ganze Abteilungen. Ändern tut sich nichts.

Aber nun kommt was, auf das wir alle gewartet haben: Es soll whatsapp-Nachrichten zum Thema „Zukunft Bahn“ geben. Das hat doch alles überhaupt nicht mit Bahn zu tun, aber wir immerhin dürfen wir brühwarm erfahren, wie sich die Manager unsere Zukunft vorstellen... Nein danke!

(Experten)Tipp der Woche

Alle Kollegen sehen schon lange die Notwendigkeit von Einstellungen. Und nicht nur in die Büroetagen. Die Chefs scheinen heimlich mitzulesen, denn es sollen bei Regio nach den Werkstätten jetzt auch Zugpersonale wieder eingestellt werden. Dieser Sprung ins kalte Wasser ist den Anzugträgern bestimmt nicht leicht gefallen. Aber wenn man erst mal drin ist... Wir brauchen keine sogenannten Experten von Mc Kinsey um zu wissen, dass wir mehr Kollegen wollen.

S-Stress(t)

Bei der S-Bahn testet die Chefetage den Stress. Ja, jetzt wird richtig gepowert. Alles wird aufgeboten, sogar Teamleiter, um mal wieder alle Linien wie früher zu bedienen.

Nur, ohne große Neueinstellungen kann auf Dauer dieser Betrieb sowieso nicht aufrecht erhalten werden (die Bewohner der Faultierfarm sind eh lichtscheu, wenn es stressig wird). Am Ende bleibt der Arbeitsstress bei uns und nicht bei den Managern…

Grenzenlose Arbeitszeiten?

Die Angriffe der Unternehmen sind überall dieselben: die laufenden Gespräche zwischen der Regierung, Unternehmensverbänden und Gewerkschaften zur Flexibilisierung der Arbeitszeit sind ein gutes Beispiel.

Dabei labert Merkel gleichzeitig davon, dass die Regierung die Verbreitung von Tarifverträgen stärken möchte. Und wie?

Arbeitsministerin Nahles hat einen Plan: auf Drängen der Wirtschaft will sie das Arbeitszeitgesetz lockern. Das soll aber in den Betrieben nur möglich sein, wenn die neuen Spielräume in Tarifverträgen geregelt werden. So wollen die Unternehmen und ihre Helfer in der Regierung die Gewerkschaften zu Komplizen machen. Tarifverträge sollen die Mindeststandards noch weiter absenken. Wir kennen das Prinzip schon… Welcher Vorstandschef entdeckt da nicht die Liebe zu den Gewerkschaftschefs? Und die lassen sich längst auf Gespräche ein, statt den Bossen gegen das Schienbein zu treten. Dieser Angriff ist ähnlich gestrickt wie Arbeitsrechtsreform, die die französischen Arbeiter seit Monaten mit Streiks, Demonstrationen und Blockaden bekämpfen. Die Reform hierzulande hat dieselbe Antwort verdient.

Überraschung

4 Millionen Euro wird der Pfusch am Hauptbahnhof bei den Zugängen zu S-Bahn und U-Bahn kosten. Um den Zeitplan vor der Fußball WM einzuhalten, musste damals unter Mehdorn alles schnell schnell gehen. Warum überrascht uns diese Meldung eigentlich nicht mehr??? Weil wir wissen, wie der Laden läuft? Was kostet die Welt, wenn es sonst immer um Milliardenbeträge geht?

Aber wehe, es geht um den Mindestlohn oder für bessere Arbeitsbedingungen und ein paar Euros höhere Löhne wird gestreikt. Dieselben Manager, die Millionenpfusch einplanen, schreien dann als ob die Sintflut kommt und der Hauptbahnhof absäuft...

Hitzefrei für Alle

Hitze? Pause? Wer hat sich nicht während der heißen Tage gewünscht, ein bisschen mehr Unterbrechungen zu haben, um sich mal abzukühlen und was zu trinken? Was helfen einem die Wasserkanister, wenn man nicht vom Zug kommt? Oder ist es Teil des Planes der S-Bahn, mit einer Anti-Durst-App auf Tablets zukünftig Wasser an den Zug zu bestellen oder die Teamleiter zum Servieren mit Schürze und Serviette rumzuschicken? Die Züge haben schlapp gemacht. Wir sind nicht weniger hitzeempfindlich.


Marx
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