Revolutionär Sozialistische Organisation

Die Krise in Pakistan – vom Westen gemacht

Montag 7. Januar 2008

Pakistan ist seit langem der treueste Verbündete der NATO in Zentralasien. Strategisch wichtig ist die Region, weil dort Öl- und Erdgasvorkommen schlummern, die durch Pipelines quer durch Afghanistan und Pakistan zum indischen Ozean gebracht werden sollen. So haben die USA und Pakistan gemeinsam die afghanischen Taliban groß gezogen, in der Hoffnung damit eine stabile Macht in Afghanistan aufzubauen. Inzwischen sind die Taliban einer der Hauptfeinde im amerikanischen „Krieg gegen den Terror“, bei dem Afghanistan mit Bomben überschüttet wird – unter Beihilfe deutscher Truppen. Über Pakistan laufen drei Viertel des Nachschubs für die NATO-Truppen in Afghanistan.

Dass der pakistanische Präsident Musharraf ein selbstherrlicher Militärdiktator ist, war den westlichen Regierungen dabei ziemlich egal. Ganz abgesehen von der Unterdrückung der Arbeiterbewegung, die in Pakistan üblich ist. Doch der wachsende Unmut in der pakistanischen Bevölkerung und das Anwachsen des radikalen Islamismus beunruhigen die westlichen Staaten. Sie hoffen auf einen Wechsel, der demokratisch aussehen soll, ohne allzu viel zu verändern. Dabei setzte man auf Benazir Bhutto, eine prowestliche Politikerin, die in der Vergangenheit schon pakistanische Premierministerin war – ihre Regierung war damals nicht weniger korrupt als die jetzige.

Die Ermordung von Bhutto am 27. Dezember hat die politische Krise des Landes verschärft. Ob Regierung, Geheimdienst oder doch radikale Islamisten für den Mord verantwortlich sind, wird sich vielleicht nie klären. All diese Kräfte haben Interesse an einer Eskalation der Gewalt, die zur Rechtfertigung von noch mehr Unterdrückung dienen kann. Sicher ist, dass die Einmischung des Westens mit seinen Öl- und Erdgasinteressen nicht zu mehr Stabilität führt, sondern die Spannungen weiter anheizt. Frieden und Demokratie kann es nur geben, wenn die Arbeitenden der Region ihre Interessen selbst in die Hand nehmen – gegen Militärdiktatoren, korrupte PolitikerInnen und die Interessen der Großkonzerne.


Marx
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