Revolutionär Sozialistische Organisation

Neue Wahlen … für dieselbe Politik

Donnerstag 8. September 2016

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Der Zugfunke - 8. September 2016

5 zu 2 und jedes zweite frei

Bei der EVG wird noch über die Tarifrunde diskutiert, bei der GDL geht‘s los mit „fünf Tage pro Woche arbeiten, zwei zusammenhängende Tage frei und jedes zweite Wochenende frei“. Und das sind längst nicht alle unsere Forderungen. Da wären noch Absenkung der Fahrzeiten, weniger Ring-Fahrzeit am Stück…

Undenkbar, dass die Bahn das freiwillig erfüllt.

Wenn wir uns ernst nehmen lassen wollen, dann machen wir uns an die Arbeit und bereiten die Streiks vor. Man nehme alle Bahnbereiche zusammen, organisiere gemeinsame Streiklokale und Aktionen, rede mit allen, die wegen Streik noch zögern und stimme über die Forderungen ab, die im Zentrum der Aktionen stehen sollen. Das ist ein gutes Rezept aus dem letzten Jahr. Backen wir es an!

Die Kurve zeigt nach oben

Die geheimnisumwobene Belastungsstudie der Tfs hat Geheimhaltung gar nicht nötig. Klar, dass durch die Bank angekreuzt wurde, dass die Belastungen stark gestiegen sind. Das Problem sind vor allem die geistigen und emotionalen Belastungen: zu viele Arbeitsschritte gleichzeitig beachten und ausführen, keine Zeit für Entspannung… und keinen Urlaub, wenn wir ihn wollen. Dazu passt, dass bei den Fragen zu ZAT-FM alles im negativen Bereich liegt, bei Abfertigung mit Aufsichten alles auf grün steht.

Das sind Probleme von uns allen! Eine neue Yoga-Klangschale bringt da nichts. Die S-Bahn schlussfolgert aus der Studie, dass noch nicht alles knallrot ist, da ist noch Luft. Aber für uns ist es schon rot genug, entlastende Maßnahmen für alle müssen her!

Schattendasein der Meldestellen

Die S-Bahn-Chefs wiederholen in einer Tour, die Meldestellen sollen bleiben. Das Rumgeheuchle glaubt kein Mensch. Die Einsparungen bei den Räumen, Papier, Personal usw. sind kalkuliert. Bei Regio träumen die Chefs laut von Wegfall der Wegezeiten, Dienstbeginn/-ende auf dem Bahnsteig.

Für die Geschäftsleitungen gehören Tablets und Einsparung der Meldestellen zusammen. Es geht um entscheidende Minuten und mehr Flexibilität. Für uns steht auf dem Spiel, dass wir noch mehr allein arbeiten und wie Maschinchen von Bahnsteig zu Bahnsteig hüpfen. Die neue Einsamkeit Dank Tablet, das brauchen wir nicht auch noch...

Rechenkünstler mit Überstunden

In der DB-Welt wird vorgerechnet, dass der Überstundenberg im letzten Jahr von 7,5 Mio. auf 6,3 Mio. abgebaut worden wäre. Aber wie? Eine halbe Million Stunden wurden auf Langzeitkonten verschoben, sind also aus der Überstundenstatistik weggezaubert! Ein anderer Teil wurde „in Entgelt umgewandelt“.

1200 Lokführer_innen werden neu angestellt, wird geprahlt. Nicht gesagt wird, wie viele gehen. Laut Geschäftsbericht sind im ersten Halbjahr 2016 allein bei DB Regio 537 Vollzeitpersonale verschwunden. Wie viele Überstunden zur Ausarbeitung dieser Rechentricks wohl gemacht wurden? Unsere Forderung bleibt: Verkürzung der Arbeitszeit und Einstellungen, bis der Berg weg ist und nicht nur flachgerechnet.

Vorsicht Trojaner

Wenn einer, der sonst nur spart, optimiert und in die eigene Tasche wirtschaftet, also ausbeutet, wo er nur kann, wenn so einer mit einem Geschenk um die Ecke kommt, dann muss man misstrauisch werden. So ein „Geschenk“ ist die private Nutzung des Tablets. Und weil man ja Geschenke mit nach Hause nimmt, soll das dann kein Betriebsmittel mehr sein, und am Ende sollen die Dienstanweisungen in der Freizeit gelesen werden. Einem geschenkten Gaul guckt man nicht ins Maul? Einem trojanischen Pferd lieber doch!

Angekratzt

Nach den letzten Weisungen bei Regio sollen wir z.B. vor jeder Zugfahrt und nach Schleudervorgängen die Radscheiben der BR 112, 114 und 143 auf Schleifspuren durch die Verschiebedetektoren kontrollieren. Diese zusätzlichen Arbeiten sind in den Schichten nicht vorgesehen und führen zu Verspätungen und zusätzlichem Stress. Verantwortlich für die Probleme sind billigere Achsen und Spreizung der Wartungsintervalle. Wir sollen jetzt einen Teil der Verantwortung dafür tragen und unsere Kontrollgänge sogar quittieren. Eigentlich müssten wir das verweigern. Sollen doch die, die verantwortlich sind, sich bei Wind und Wetter auf dem Bahnsteig stellen und ihren Kopf hinhalten.

Digitale Lügenmärchen

Die sorgenvolle Miene der Chefs soll bedeuten, dass nur mit Einführung der Tablets Regio vor dem wirtschaftlichen Niedergang bewahrt wird und künftige Ausschreibungen gewonnen werden.

Stimmt nicht! Tablet allein spart nicht. Und die rausgekratzten Minuten sollen entscheidend bei Ausschreibungen sein? Sie haben uns schon viele Lügen aufgetischt.

Eine Menge Kohle wird sonst wo verbrannt, und ein beträchtlicher Teil fließt in die Säckl dubioser Typen. So oder so, wir müssen um unsere Arbeitsbedingungen kämpfen.

Frisch ans Werk

Viele gutausgebildete Eisenbahner von den Stellwerken und Aufsichten sind im Pool von DB Sicherheit verschwunden. Einige haben sich nun auf die Kundenbetreuerstellen RE 6 beworben.

Aber Regio hat sich mit DB Sicherheit eine Konstruktion mit Werkvertrag ausgedacht. Ein Outsourcing der KiN. Das Kunstgebilde Werkvertrag führt zur Trennung zwischen uns: andere Löhne, andere Arbeitsbedingungen, anderer Betrieb. Lassen wir die alten Kontakte spielen und tun wir uns zusammen mit dem Ziel: gleicher Lohn für gleiche Arbeit!

Als ob wir eine Wahl hätten…

Am 18.9 wird in Berlin gewählt. Viele fragen sich, was die Wahlerfolge der AfD jetzt bringen werden. Und welche Verantwortung tragen die regierenden Parteien für die Verschlechterung der sozialen Lage, von der sich vor allem die AfD nährt?

Wir wollen am Mittwoch 14.09. um 18:30 Uhr im Mehringhof (Versammlungsraum), Gneisenaustr. 2A, U-Bhf. Mehringdamm, darüber diskutieren und laden Euch herzlich dazu ein!


Marx
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