Revolutionär Sozialistische Organisation

Wenn Arbeitende zusammenhalten… immer eine gute Idee!

Freitag 21. Oktober 2016

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Der Zugfunke - 20. Oktober 2016

Mischen possible

Tausende Eisenbahner wollen mehr Geld und weniger Arbeitsbelastung und haben einen gemeinsamen Gegner. Was spricht dagegen, dass wir uns bei den laufenden Tarifverhandlungen von Anfang an zusammentun, egal ob EVG, GDL oder beides nicht? Nichts! Was soll es denn auch bringen, wenn jeder allein in seinem Kleingarten hinter der Hecke ruft? Gemeinsam stehen die Chancen besser.

S-Bahn: Voll der Checker

Die S-Bahn hat nachgedacht, über die Belastungsstudie von 2015. Eine Arbeitsgruppe hat das Top-Thema identifiziert: die Motivation! Unsere Motivation? Potzblitz aber auch, um unsere Motivation zu erhöhen und die Belastung zu senken, werden… aus Tf-Teamleitern Arbeitsgebietsleiter und Transportkontrolleure. In neuen Poolbüros sollen sie immer ganz nah an uns dran sein. Sehr motivierend, oder auch nur eine weitere Belastung. Aber für Belastungen gibt es ja schon eine Arbeitsgruppe...

Verrückt? Nein, Kapitalismus!

Geht es nach den S-Bahn-Chefs, steht das ÖPNV-Ticket für alle Eisenbahner in Berlin auf der Kippe. Weil der Vertrieb ab Fahrplanwechsel 2017 nicht mehr Teil des Verkehrsvertrages sei, darf die S-Bahn dann keine Fahrvergünstigungen mehr verteilen. Und der VBB will dafür Kohle. Angeblich Millionenkosten…

Aber wer soll den Vertrieb für den VBB übernehmen? Vielleicht sogar die S-Bahn? Und weil alles, was mal eine Bahn war, mehr und mehr zerhackstückt wird, sollen wir, die wir die Züge fahren, sogar noch dafür bezahlen? Am Ende sollen wir von unserem Lohn den Reibach zahlen, den der DB-Konzern macht? Sollen wir froh sein, wenn wenigstens diejenigen, die die Züge fahren, dafür kein Ticket brauchen? Wie verrückt ist das denn?!

Mut zur Lücke

Im Tf-Portal fragte ein Tf: Warum sind bei Cargo alle Bedienhandlungen an Tablet und Handy während der Fahrt wegen der vielen Signalüberfahrten grundsätzlich verboten und bei Fernverkehr nicht? Die Antwort vom EBLer Fernverkehr: Außer einigen Unfällen - die auf die private Nutzung von Handys zurückzuführen sind – gäbe es keine Gründe, die strengeren Regeln von Cargo zu übernehmen.

Woher wissen sie, dass es private Nutzung war? Und ist die dienstliche Nutzung so belanglos, dass sie nicht ablenkt? Oder stand bei Cargo schon das EBA auf der Matte?

Der DB-Konzern will durch die „elektronischen“ Fußfesseln hohe Spareffekte erzielen. Deshalb sollen wir ständig mit den Dingern rumhantieren. Egal , wie groß die Sicherheitsprobleme sind. Bis was passiert heißt es bei denen leugnen und uns die Verantwortung zuschieben. Wir haben Grund, gleich die Finger von den Geräten lassen, während wir unterwegs sind.

FPLO = Falsche Planung Löst PersOnalprobleme

Was im Moment bei Regio an Müll in den FPLO-Schichten aus den Planungsbüros kommt, ist kaum zu übertreffen. Neben „ungewollten“ Fehlern gibt es „kreative Lösungen“, wo echte Fahrzeiten auf dem Papier so angepasst werden, dass z.B. die Schichtlängen gerade so unter 12 Stunden kommen oder Pausen nur noch auf dem Papier stehen. Zugausfälle, Verspätungen, zusätzlicher Stress für die Zugpersonale und die TP werden in Kauf genommen.

Und da wundert sich die Chefetage über steigende Krankheitstage, die Sturheit der „lieben“ Mitarbeiter und dass die Beteiligung im Streik so hoch war und sein wird.

Privatisiertes Chaos

Viele private Bahnen und auch die DB sind ohne gegenseitige Fahrzeug- und Personalhilfe nicht mehr in der Lage, die Züge so zu fahren, wie es eigentlich sein sollte. Trotz Einsatz von Leiharbeitern herrschen mancherorts (Westfalenbahn, NEB) chaotische Zustände. Von Umdenken keine Spur. Genau das Gegenteil passiert. Cargo forciert die Langläufe, um der Konkurrenz die Stirn zu bieten. Bei Ausschreibungen im Nahverkehr wird z.B. die Instandhaltung extra vergeben. Und damit wird das Chaos noch größer werden. Dies wird auch in Kauf genommen. Denn die Privatisierung der Eisenbahn hat nicht den reibungslosen Eisenbahnverkehr zum Ziel, sondern durch Ausbeutung der Arbeitskraft möglichst viel in private Gewinne umzuwandeln.

Wenn es nach den Bedürfnissen der Menschen, der Gesellschaft und den Bahnverkehr ginge, dann müssten sich alle zusammenschließen und wir hätten gemeinsame Einsatzstellen, dort wo die Bahner leben. Niemand müsste quer durch das Land reisen.

Atypische Urlaubsverhältnisse

All die unsicheren Jobs, die die Unternehmen so lieben, Minijobs, Befristungen, Teilzeit, nennen sie gerne beschönigend „atypische Beschäftigungsverhältnisse“. Und bei Regio sollen jetzt Kolleg_innen in Teilzeit dazu gedrängt werden, ganz „atypisch“ ihren Urlaub in ihren sowieso schon freien Tagen zu nehmen. Das ist nicht nur gesetzwidrig, sondern auch der Gipfel der Absurdität! Typisch Profitmacherei.

31-Stunden-Woche? Ja, klar!

Der DB-Konzern jammert, wenn man alle GDL-Forderungen zu Arbeitszeit und Planbarkeit der Schichten erfüllen würde, könnten wir nur noch 31 Stunden pro Woche arbeiten. Na, wenn der Vorstand meint. Wir haben nichts gegen eine 31-Stunden-Woche bei vollem Lohn für alle. Das würde die Arbeitsbelastung mal nicht nur auf dem Papier senken und die viel beschworene Vereinbarkeit von Familie und Beruf befördern!


Marx
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