Revolutionär Sozialistische Organisation

Wenn Arbeitende zusammenhalten… immer eine gute Idee!

Donnerstag 20. Oktober 2016

Wischiwaschi – so wird es nix!

Der tariflose Zustand hört nicht auf bei der CFM. Seit Jah-ren wird verhandelt, abgebrochen, wieder verhandelt. Und die CFM legt uns eine Frechheit nach der anderen auf den Tisch. Daher müssen wir unsere Forderungen klar formulieren: TVÖD! Oder am besten gleich zurück in die Charité! Das ist der einzige Kompromiss, den wir machen. Das sollten wir auch unseren Gewerkschaften klar machen.

Solche Attraktivität wollen wir nicht!

Die Heepe (PD) will den Beruf der Pflege attraktiver machen. Das drohte sie bei der Festveranstaltung der Gesundheitsakademie zum 10. Jahrestag an. „Wir müssen ihn ausdifferenzieren und erreichen, dass die Pflegekompetenzen erweitert werden.“ Da wir die Dame schon zur Genüge kennen, wissen wir, was sie meint: Abschaffung des Pflegeberufes und Einführung des Berufsbildes des Hilfsarztes! Mit der sogenannten Delegation Ärztlicher Tätigkeiten bei schwindendem Personalbestand sind wir bereits einen großen Schritt in diese Richtung gegangen.

„Jeder dritte Beschwerdeführer wird erschossen – zwei waren heut schon da.“

An diesen blöden Witz fühlt sich erinnert, wer die lapidare Mitteilung über das „neue patientenfreundliche Beschwerdeformular“ liest. Da steht nämlich kein Wort darüber, was dann anschließend mit der Beschwerde passieren soll (siehe oben?).

„Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube“

Wieder hat der Focus die Liste der 100 Top Krankenhäuser Deutschlands veröffentlicht. And the winner is – Tusch! – die Charité – Konfettiregen! Damit wir uns gleich richtig verstehen: niemand will die harte tägliche Arbeit Tausender Mitarbeiter_innen, Ärzt_innen und Pfleger_innen zum Wohle der Patient_innen in Frage stellen. Doch wenn wir uns solche Kriterien wie „Personalstruktur und Entwicklung, Qualitätsplanung und Entwicklung in der Pflege“ aus der Nähe anschauen, dann stellt sich doch die Frage, warum die Fachkräfte aus dem „besten deutschen Krankenhaus der Welt“ eher das Weite suchen, als herbei zu strömen. Doch halt, wen hat der Focus eigentlich zu diesen Dingen befragt? „Es erfolgte eine große Umfrage bei Pflegedirektoren.“ Au weia – Judith, hast du etwa geschwindelt?

Die Neue im Focus

Seit Mai hat die Charité eine neue Klinikdirektorin – Frau Lurati. Über ihre Rundgänge an der Charité berichtet sie in der Charité am PULS: „Besonders beeindruckt war ich von der Krankentransportlogistik.“ Aber dass dort immer noch nicht nach Tarif bezahlt wird, veranlasst sie zu keiner ein-zigen Gemütsregung!

Und schnell sein muss geübt sein

Frau Lurati sitzt auch schon über fünf Monate im Chefsessel, aber leider ist sie bisher „noch nicht tief genug in die klinischen Bereiche eingestiegen.“ Pfleger_innen haben, Trommelwirbel, Frau Lurati, wenn überhaupt, ganze zwei Tage(!) Zeit, sich einzuarbeiten. Wenn nicht auch das beeindruckend ist, oder?

Und zum Schluss

Wo möchte Frau Lurati die nächsten Jahre anpacken? Sie möchte vor allem ein Universitäres Herzzentrum, eine neue technologische Ausrichtung und die „Gesamtentwicklungsplanung“, also Zukunftspläne für die Charité, entwickeln. Dabei erwähnt sie weder die Pflege von Patient_innen, die Medizin oder unsere miserablen Arbeitsbedingungen. Mit wem will sie eigentlich diese Zukunft pla-nen?

Am Puls der Charité,

sollte besser kein Lügendetektor angeschlossen werden. Das Jubelblatt, welches uns doch immer wieder allzu sehr an die „gute“ alte Aktuelle Kamera erinnert, berichtete ge-rade über die Schulstation auf der Station 1a. Und zwar unter dem Titel: „Praxisanleiter – Vermittler zwischen The-orie und Praxis“. Für solch eine Vermittlung eignet sich die Station wirklich hervorragend. Sehr anschaulich wird gezeigt, dass der Inhalt der theoretischen Ausbildung dank Personalmangel nun wirklich nicht in die Praxis umgesetzt werden kann. 21 Patient_innen und zwei Schwestern, jedenfalls wenn keine krank wird, in der Onkologie und nach der Delegation Ärztlicher Tätigkeiten... mehr muss der Nachwuchs nicht wissen, um schnell Reißaus zu nehmen.

Die Räte machen uns ratlos – Teil 1

Der Klinikpersonalrat hat große Befürchtungen. In seinem Infoblatt: Nebentätigkeit für Alle? vermutet er, „das die Nebentätigkeiten von Krankenschwestern und – pflegern in manchen Bereichen einen Ideentransfer darstellt, der es anderen Kliniken erst ermöglicht, eine Versorgung in be-stimmten Fachgebieten erst anzubieten…“ Nicht nur hin-geschludert, sondern auch glatt reingefallen auf das Konkurrenzgerede unserer Chefs. Wenn tatsächlich die Kompetenz einer Schwester dafür sorgt, dass es Patient_innen besser geht, dann ist das super, egal in welcher Klinik die Schwester nun gerade tätig ist. Die Schelte haben nicht die Kolleg_innen verdient, sondern die Charité, die die Arbeitsbedingungen so gestaltet, dass man einfach kein 39 Wochenstunden auf ihren Stationen aushält.

Die Räte machen uns ratlos – Teil 2

Im November gibt es Wahlen zu den Personalräten. Der Gesamtwahlvorstand ist sich mit der Charité einig. Die Ge-stellten dürfen den Gesamtpersonalrat nicht wählen. Den Klinikpersonalrat dagegen schon. In der Fakultät stehen die gestellten Kolleg_innen bei der Wahl zum Fakultätspersonalrat auch außen vor. Warum die Verwirrung? Die Herren aus Politik, Aufsichtsrat und Vorstand wollten uns vor Jahren unbedingt spalten und erfanden mit der CFM-Gründung die Gestellung. Die sorgt nicht nur für miese Arbeitsbedingungen und Hungerlohn, sondern auch für viele Verfahren vor den Gerichten. Einer der Gesamtwahlvorstandsleute hat offensichtlich lange gesucht und tatsächlich ein Urteil gefunden, das besagt, dass Gestellte nicht den Personalrat in der Herkunftsfirma wählen dürfen. Oder war es einer der Charité Anwälte, der das Urteil gefunden hat? Dabei gab es aber auch diverse Entscheidungen, nach denen die Gestellten in den Wählerlisten hätten belassen werden können. Denn wir gehören nun mal zusammen. Verstanden Gesamtwahlvorstand?!


Vitamin C vom 20.10.2016

Marx
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