Revolutionär Sozialistische Organisation

Viel Lärm um CETA

Freitag 4. November 2016

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Der Zugfunke - 3. November 2016

Stimmungsmache auf allen Kanälen

Auf Äpps und im Intranet verbreitet die DB, dass die Gewerkschaftsforderungen zu hoch wären. Die Heulsuse aus dem Vorstand behauptet, die Bahn mache schon soviel. Aber man hätte sich was Tolles einfallen lassen und bietet für das Zugpersonal neuartige Schichtpläne mit Schichtfenstern, Flexibilitätsfenstern, Dispositionsblöcken und Ruf- und Stand-by-Zeiten. Das riecht nach Verschlechterungen!

Außerdem soll vieles vor Ort geregelt werden. Aber wir kennen das Spiel: der DB-Vorstand will keine festen Regeln in den Tarifvertrag schreiben, und vor Ort erklären die Chefs, man könne diese und jenes nicht in die Betriebsvereinbarungen packen, das wäre eine Frage des Tarifvertrages. Und so wird alles hin- und hergeschoben mit dem Ziel, Schichtpläne immer individueller und flexibler zu machen.

Die DB ist wie immer ein harter Brocken. Also falten wir schon mal die Streikwesten und packen sie in den Rucksack. Kann nicht schaden…

Vorglühen

Bei den Verkehrsbetrieben Elbe-Weser haben letztens Fahrpersonale drei Stunden gewarnstreikt. Es geht um Verbesserungen bei Arbeitszeit und Lohn. Kleine Appetithäppchen, die nach mehr schrein. Die Bahnchefs wären sicher beeindruckt, wenn alle Bahner über Geschäftsbereiche und Unternehmen hinweg, zusammen auffahren würden.

Da wäre noch was

Weil die Bahn will, dass ab Ende nächsten Jahres Schluss mit ÖPNV-Ticket ist, wäre jetzt der gute Zeitpunkt, das noch in die Rechnung bei den Tarifverhandlungen zu packen.

Wäre ja blöd, wenn die BILD 2018 titeln würde: „Züge stehn, weil Lokführer in Moabit wegen Schwarzfahren sitzen“.

Zeitfaktor

Bei Regio hat sich die Geschäftsleitung mit Pauschalen für Wegezeiten durchgesetzt, die nicht mehr im Dienstplan auftauchen. Die S-Bahn will unbedingt die „Tablet-Zeiten“ auf dem Führerstand oder sonstwo durchsetzen. Die Tarifforderungen der DB gehen auch in Richtung Flexibilisierung. Alles zusammen dreht die Bahn überall an der Zeitschraube, um uns durch individuelle Schichten noch mehr zu vereinzeln und flexibel rumzuschubsen. Die Tablets sollen dabei helfen. Jeder Kampf gegen jede Umdrehung an der Zeitschraube lohnt sich daher.

Mitarbeiterbeteiligung

So heißt das bestimmt im Managersprech, wenn uns die DB für ihre Weihnachtsfeier auch noch 10 € Eintrittsgeld abknöpfen will. Wenn es darum geht, richtig große Partys zu schmeißen, wie bei Stuttgart 21, sind sie nicht so geizig.

Aber wir könnten uns immerhin an der Herstellung einer knisternden Atmosphäre beteiligen, indem wir in Streiktüten Weihnachten feiern!

Wer? Wie? Was? Warum?

Die DB nutzt jede Möglichkeit uns zur Teilnahme an der Mitarbeiterbefragung zu drängen. Vier SMS aufs Diensthandy grenzen schon an Nötigung.

Wer hat noch die Illusion, dass man nur das Kreuz an der richtigen Stelle machen müsste, um etwas zu verändern? Seit Jahren machen wir das Kreuz an der gleichen Stelle und nichts hat sich geändert. Im Gegenteil. Man bekommt den Eindruck, als wenn nur die Stimmung getestet wird, um den Bogen noch mehr zu spannen.

Es gibt etliche Studien und Untersuchungen. Die Chefetagen wissen genau was sie tun. Wozu also der Aufwand? Sollen sie die lästige Fragerei lassen! Sollen sie die Forderungen in der aktuellen Tarifrunde erfüllen. Und danke der Nachfrage!

Wintertraum mitten im Sommer

Wir sollten daran denken, dass es im Winter glatt werden oder sogar schneien könnte. Dicke Hefter mit tollen Tipps und Tricks, damit der Laden nicht ganz in die Knie geht, werden bei Regio ausgelegt. Wir sollen mehr Zeit für den Weg zur Arbeit einplanen… nur, in den Schichten wird der Winter mit Nebel, längerer Dunkelheit, längere Anfahrtswege überhaupt nicht berücksichtigt. In unseren Schichten ist ewiger Sommer. Oder sind die Belehrungen nur fürs Protokoll, damit die DB nicht belangt werden kann?

Noch so´ne Gefährdung

Letztens wurde ein Tf in Ahrensfelde angegriffen und aus dem Führerstand gezerrt. Ein „normaler“ Betrunkener war sauer und ist ausgerastet; eine Situation, wie viel zu oft. Auch ohne Horrorclowns gibt es bei uns ein ständiges mulmiges Grundgefühl, wo immer es dunkel und unübersichtlich ist oder wo wir Züge alleine aussetzen müssen. Immer nur alleine, bringt keinen Spaß.

Muss Zukunft sich so anhören?!

Das Programm ZuBaRe (Zukunft Bahn Regio) leidet nicht nur an einem AKüFi (Abkürzungsfimmel), sondern lässt auch sonst nichts Gutes erahnen. Das Kauderwelsch über geplante Umstrukturierungen läuft am Ende darauf hinaus, dass Regio „mit Mobilitätsgesellschaften“ Strecken zurückgewinnen will. Und vielen Bereichen muss man mit Stellenstreichungen und Ausgliederungen rechnen. Da hat sich bestimmt jemand im KC (Kompetenzcenter) für Lohndumping mächtig ne Platte gemacht.

Die Bahn hat doch einen Plan!

Wer bei der S-Bahn jetzt versucht, noch hier und da im nächsten Jahr einen freien Tag oder einen Schichttausch rauszuschlagen, weil die Urlaubswünsche wieder sonstwo gelandet sind, kriegt als Antwort: nö, da fehlen jetzt schon Leute.

Die Bahn weiß Bescheid… über den Personalmangel.


Marx
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