Revolutionär Sozialistische Organisation

Wir wollen uns die Reichen nicht mehr leisten!

Donnerstag 1. Dezember 2016

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Der Zugfunke - 1. Dezember 2016
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Überflüssige Kostenstelle

Weil aus Fahrzeugmangel Züge ohne Dienstabteil unterwegs sind, wollten einige Zubs wissen, wie sie sich verhalten sollen. Die Teamleiterin schrieb sichtlich angenervt eine eklige Rund-SMS. Wo es denn ein Problem gäbe? Kasse, MT, Ersatzrollen und den ganzen Klimbim aus der Tasche nehmen, den Rest auf die Lok und der Tf übernimmt die Ansagen. „Es sollte jedem einzelnen Mitarbeiter klar sein, dass er als KIN eingestellt ist und bezahlt wird.“ Auf den KIN, der seine Tasche hütet, könnte verzichtet werden. „Merken Sie was? Man kann sich auch selbst entbehrlich machen!“ Wie honigsüß war doch ihr Ton, als die Einweisungen für die neuen Dostos nicht durchgeführt wurden und die KINs trotzdem darauf fahren sollten. Zuckerbrot und Peitsche eben.

Wie lange können wir uns solche entbehrlichen Führungskräfte noch leisten? Wenn sie so mit den Fahrgästen kommunizieren würde, wie sie es mit uns macht, wäre sie als KIN untragbar. Und diese Person bewertet unsere Arbeit. Na Danke!

Uns stinkt‘s

Schichten werden „zufällig“ so frisiert, dass Züge eher ankommen, damit wir die Schichtverlängerung von unter 90 Minuten hinnehmen müssen. Wir kommen Stunden zu früh zur Arbeit, weil Schichten ohne vorherige Verständigung am Anfang gekürzt werden. Die Szene, wie traurig unsere Kinder waren, als wir los sind, ist noch ganz frisch im Kopf. Nein, wir sind nicht nur stinksauer, wir sind wütend darüber, wie mit uns umgegangen wird. Alles wird bis zum Ende ausgereizt und wir sollen die Suppe auslöffeln. Und das ist kein Zufall. Doch die wirklich Verantwortlichen verstecken sich hinter den Bearbeitern im Fahrplanbüro und den Dienstreglern. So geht’s nicht. Neue Regeln müssen her und das können wir nicht dem Zufall überlassen.

Wunschliste

Die neuen S-Bahn-Züge lassen ein paar Wünsche offen. Was ist mit der Stufe im Führerstand, dem Schalthebel usw.? Bei Regio hält sich das Gefühl, dass es sich in den Talent-Probezügen besser gesessen hatte, als später im Normalbetrieb. Naja, nur so ein Gefühl. Jedenfalls bleibt die Frage, was aus den vielen Anregungen der Kollegen zu den neuen Zügen wird…

Zum Träumen I

„Wer bei der DB arbeitet, weiß, dass wir gute Arbeitsbedingungen haben.“ „Die Arbeitsbedingungen bei der Deutschen Bahn gehören zu den besten…“ Das beides ist O-Ton Ulrich Weber. Mensch, von welchem Betrieb spricht der da? Das klingt ja super! Da müsste man sich glatt mal bewerben!!

Zum Träumen II

Und mit der Bezahlung sind die dort auch großzügig! 2,4 Mio. Euro im Jahr kann man da rauskriegen. Grube macht’s vor. Und da ist noch Luft nach oben: Er möchte seinen Vertrag „zu besseren Konditionen verlängern. Der Manager fordere für die infrage stehende nächste Amtszeit eine deutliche Anhebung seines Grundgehalts“, berichtete das manager magazin.

Wartung muss warten

In der S-Bahn-Chefetage wurde beschlossen, bei den 481ern die Zusatzuntersuchungen bei Überschreiten der alten Herstellervorgaben bei der Laufleistungsgrenze von 1,1 Mio. km wegfallen zu lassen. Alles sei topsicher auch bis 1,35 Mio. km in maximal 8 Jahren Betrieb. Man könnte meinen, dass die Technik über die Jahre nicht gerade fitter geworden ist und eher mehr Streicheleinheiten benötigt. Bei der Geschäftsführung laufen die Uhren ganz anders. Alles sei sicherheitstechnisch unbedenklich. Na, wenn die sich so sicher sind, kommen die Zweifel…

Wer gehört hier auf die Anklagebank?

Inzwischen hat der Prozess gegen den Fahrdienstleiter begonnen, der durch einen schrecklichen Fehler das Zugunglück in Bad Aibling ausgelöst hat. Aber was ist mit der Verantwortung der DB? Einer von der EUB hat vor Gericht mehrere Unzulänglichkeiten der Bahntechnik im Stellwerk kritisiert. Es habe „unpräzise Vorgaben“ gegeben und „mangelnde Eindeutigkeit“. Die Formulierungen im Regelwerk hätten zwei Fahrdienstleiter zugrunde gelegt. Tatsächlich gab es nur einen Kollegen, der mit sich selbst alle Absprachen und Abstimmungen ausmachen musste. Die Technik hätte längst nachgerüstet werden müssen, die den FDL vor den entgegen fahrenden Zügen gewarnt hätte. Auf dem Stelltisch hätten Glühlampen unsinnig rumgeleuchtet. Offenbar hatte sich auch eine Praxis eingebürgert, nach der die Kollegen die Schaltfehler der Anzeige ignoriert hätten. Kollegen des FDL rügten auch die seltsame Notrufmeldung, bei der man sich in der Not auch noch zwischen zwei Knöpfen entscheiden musste. Und am Ende soll der Kollege, der einen Fehler gemacht hat, die ganze Verantwortung tragen?

Unfälle sind nie allein menschliches Versagen!

Alles schwierig, mit dem Schotter

Es gibt keine Verhandlungsrunde, in der die Verhandlungsleute der DB nicht eine Beleidigung nach der andern ablassen. Wer soll das denn aushalten? Trotz aller guten Argumente, will die DB nur um 1,5 % die Entgelte erhöhen, für viele Kollegen soll es nicht einmal das geben, für manche gibt es noch eine Einmalzahlung von 375 EUR. Und das soll es mit mehr Kohle bis Ende 2018 gewesen sein. Statt mehr Urlaub für die EVG-ler ist die Rede von „arbeitsfreien Tagen“. Statt besserer Schichten mit größerer Planbarkeit und mehr Ruhen für das Fahrpersonal, soll es „Erprobungen“ in einzelnen Bereichen auf betrieblicher Basis geben, um mal zu gucken… Egal wie schlau sich die Gewerkschaftsverhandler anstellen, die DB mauert. Bevor wir hier nicht streiken, passiert sowieso nichts.

Urlaub… ja, wo bleibt er denn?

Erst muss der Urlaub so früh beantragt werden, und dann dauert´s. Wenn dadurch die guten Flug- und Hotelpreise Anfang des Jahres weg sind, wäre da noch ein Aufschlag auf die Lohnerhöhungen angebracht!


Marx
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