Revolutionär Sozialistische Organisation

Wir wollen uns die Reichen nicht mehr leisten!

Sonntag 4. Dezember 2016

„Den Menschen in Deutschland ging es noch nie so gut wie im Augenblick“. Mit diesem Satz verunsicherte Merkel die Menschen letzte Woche in Deutschland. Wen meinte sie denn damit? Mit Blick ins eigene Portemonnaie, konnte sie schlecht uns gemeint haben. Oberflächlich gesehen sprechen die Zahlen für Merkel. Die offiziellen Statistiken besagen: der Reichtum steigt kontinuierlich und es gibt immer weniger Arbeitslose. Doch profitieren immer nur die Reichen. Seit letztem Jahr stieg die Zahl der Millionäre in Deutschland um 44.000 auf rund 1,6 Millionen Menschen. Diese Menschen meint Merkel. Die zehn reichsten Deutschen besitzen mehr als 40 Millionen Menschen, also die Hälfte der Bevölkerung.

Ihr Reichtum kommt von unserer Arbeit

Das Beispiel Volkswagen macht es deutlich. Die VW-Eigner, allen voran die Familien Porsche und Piëch, haben jahrelang Milliarden Profite aus den Arbeitenden herausgepresst. Mit allen möglichen Mitteln mussten hohe Renditen erwirtschaftet werden. Der sogenannte „Abgasskandal“ verdeutlichte, dass ihnen dabei jedes Mittel recht ist. Bereits kurz nach dem Skandal war vielen VW-Arbeiter_innen klar – sie sollen die Suppe auslöffeln. Und sie hatten recht. 30.000 Arbeitsplätze sollen weltweit abgebaut werden, davon 23.000 in Deutschland. Politik und Gewerkschaft haben dies mitausgehandelt. Mit bekannten Argumenten wie „Wettbewerbsfähigkeit“ und „Umstrukturierung“ versucht die VW-Konzernspitze die Rendite wieder nach oben zu bringen. Wohlgemerkt: es geht hier nicht darum, die VW Pleite zu verhindern, sondern darum, weiterhin ein Maximum an Profiten zu garantieren!

Die von uns erwirtschafteten Milliarden sind aber gar nicht weg. Sie liegen auf den Konten der Reichen oder sind bereits neu investiert, um woanders neue Profite zu generieren. Die angeblichen Probleme bei den Renten und der Altersarmut, die immer wieder durch die Medien geistern, sind vom System gemachte Probleme. Die müssten wir nicht haben – wir werden immer produktiver und immer weniger Menschen erwirtschaften in immer kürzerer Zeit immer mehr Güter, d.h. auf einen Arbeitenden können immer mehr Nicht-Arbeitende (Rentner, Kinder usw.) kommen. Armut ist kein Problem in einer Gesellschaft mit einem Privatvermögen von 11000 Milliarden Euro! Arbeitslosigkeit wäre auch kein Problem, gibt es doch genug Arbeit. Sie ist nur auf zu wenige Hände verteilt. Die einen schuften sich kaputt, die anderen sind verdammt, zu Hause zu hocken. Der Grund für diese Ungerechtigkeit, wer könnte es erahnen, ist eine Gesellschaft, wir nennen sie mal Kapitalismus, die darauf aus ist, Profite zu maximieren und das ohne Rücksicht auf Mensch und Natur.

Eine andere Gesellschaft ist möglich und nötig

Klar, der Kapitalismus hat enormen Reichtum geschaffen. Im Gegensatz zu früheren Gesellschaften werden heutzutage genug Güter hergestellt, um alle Grundbedürfnisse zu befriedigen. Es gäbe genug Lebensmittel, Kleidung und Wohnraum für alle. Nur das eine kleine Schicht von Reichen und Politikern darüber entscheiden und verfügen kann. Man kann sich ungefähr vorstellen wie viele Ressourcen (Material und Arbeitskraft) gespart werden könnten, wenn eben nicht die Unternehmer – welche nur ihre Gewinne im Kopf haben- darüber verfügen dürften.

Und wie kommen wir dahin?

So wie die Gleichheit vor dem Gesetz nicht mit freundlicher Genehmigung netter Könige durchzusetzen war, können wir nicht darauf zählen, dass diejenigen, denen heute (fast) alles gehört, freiwillig auf ihre materiellen Vorteile verzichten. Dafür ist eine Revolution nötig, die das heutige kapitalistische Eigentum an Fabriken, Banken, Grund und Boden enteignet. Im Rahmen des heutigen Staates, wo das Parlament genauso von Lobbyist_innen beherrscht wird wie die großen Medien, ist diese Umwälzung nicht machbar. Aber in Streiks und Massenprotesten können die Arbeitenden die notwendigen Erfahrungen machen, um in Zukunft ihr Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen. Diese Perspektive vertreten wir, dafür organisieren wir uns heute, damit wir der Unzufriedenheit mit den bestehenden Zuständen einen Ausdruck geben können und damit wir endlich einen Ausweg aus den gesellschaftlichen Krisen des Kapitalismus finden können. Denn es lohnt sich!


Marx
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