Revolutionär Sozialistische Organisation

Terror – nur ein Teil der kapitalistischen Barbarei

Donnerstag 12. Januar 2017

Prosit Neujahr

Noch ist es Zeit, die Liste der Neujahrsvorhaben als CFM´ler zu verlängern. Ein Vorschlag: 2017 werde ich nicht früher zur Arbeit gehen als per Plan vorgesehen. Ich werde mich (wohl oder übel) beim Betreten der Charité am Automaten einchecken. Ich werde jede Überminute registrieren lassen. Ich werde nicht meine Freizeit opfern, um die Arbeitsmenge zu schaffen, denn Giebe und Co werden sie sonst immer weiter erhöhen. Ich werde mich nett zu meinen Kolleg_innen verhalten indem ich nicht so tue, als würde ich mein vorgegebenes, zu hohes Arbeitspensum in meiner Arbeitszeit schaffen. Über Gespräche mit Vorarbeiter_innen informiere ich möglichst viele Kolleg_innen und …! 2017 wird so bestimmt ein besseres Jahr!

Swimmingpool, Personalpool, Schattenpool

Ein Pool bietet die Möglichkeit, besonders flexible Kolleg_innen kurzfristig bei Personalausfall oder höherem Arbeitsaufkommen zur Entlastung auf verschiedenen Stationen einzusetzen. Für diese Flexibilität erhalten die Kolleg_innen mehr Gehalt und die Möglichkeit ihre Einsatzzeiten mitzubestimmen. In einem großen Klinikum also eine sehr wichtige Einrichtung. Anders ist es an der Charité. Dort bleibt auch der Pool unterbesetzt. (Pooleinsätze werden den Stationen in Rechnung gestellt.) Damit dies möglichst unbemerkt bleibt, darf in der Charité nur in absoluten Ausnahmefällen Personal vom Pool angefordert werden. Und selbst bei wohlbegründeten Anforderungen kommt es immer wieder vor, dass diese anscheinend nicht bei der Pooleinsatzleitung ankommen. So haben wir immer mehr das Gefühl, dass der Personalpool der Charité nur ein Schatten-Pool ist. Und natürlich gibt es an der Charité für die paar Poolmitarbeiter_innen kaum Anreize besonders flexibel einsetzbar zu sein.

Die gläserne Tropfsteinhöhle Auf die Eimer, fertig, los – jedes Jahr aufs Neue tropft es im CVK-Glaskasten und professionell aufgestellte Behältnisse (also Eimer) müssen die Wassermassen auffangen. Doch anstatt den Glaskasten mal richtig zu reparieren, wird jedes Jahr aufs Neue geflickt - ein Hoch also auf die topmoderne, weltbekannte Charité!

Dafür ham se Jeld!

Die CFM-Verantwortlichen bekommen ihr Geld also für Zeit- und Geldverschwendung: statt sinnvoll Geld in höhere Löhne und mehr Personal zu investieren, wird es für aussichtslose Gerichtsverfahren verpulvert. Bis zum letzten wurde vor Gericht ausgetragen, was man ohne Anwalt zu sein auch hätte sagen können: in den Aufsichtsrat der CFM gehört auch eine Beschäftigtenvertretung. Wie schön, dass das mal gerichtlich bis in alle Instanzen geklärt wurde…

Mitte wie leergefegt

Kaum ist der Presserummel um den angeblich so gelungenen Start des Bettenhochhauses verflogen, wird es zappenduster. Das mit dem Umzug hat sich erst einmal erledigt und wurde auf unbekannt verschoben. Von nicht funktionierenden Heizungsanlagen wird nur als einem der Gründe gemunkelt. Aber klar, dazu äußert sich erst mal niemand von den Verantwortlichen, nachdem man noch im Dezember den Mund so voll genommen hat… Ist ja nicht so, als hätte wir es nicht geahnt.

Vorsicht – Werbung!

Seit einiger Zeit hat Vivantes die halbe Stadt mit Plakaten zugepflastert. Unter dem Motto: „Bei uns geht das“ wird dort künftigen Pfleger_innen der Himmel auf Erden versprochen. Mal abgesehen davon, dass wir von den Kolleg_innen von Vivantes hören, dass auch sie mit den gleichen Problemen kämpfen wie wir an der Charité – immer Weniger arbeiten immer mehr. Trotzdem bleibt spannend, ob jetzt die Personaler von der Charité kontern, indem sie das Schlaraffenland versprechen. Dabei haben solche Kampagnen in etwa so viel mit der Realität zu tun wie die Werbung von Telekom oder 1&1… Die sollten die Millionen statt in verlogene Werbekampagnen lieber in reale Verbesserungen unserer Arbeitsbedingungen stecken, dann klappt´s auch mit dem neuen Personal.

Dank und Anerkennung?

Da hat der Vorstand zum Jahresende mal wieder „zu Herzen gehende Worte“ gefunden, insbesondere mit Blick auf die Opfer des Anschlags auf dem Breitscheidplatz und den Einsatz der Kolleg_innen, die mit der Versorgung und Behandlung der Verletzten betraut waren. So berechtigt dieser Respekt vor den Leistungen der Kolleg_innen ohne Zweifel ist, aus dem Munde des Vorstandes rufen solche Worte doch auch einen schalen Nachgeschmack hervor. Denn wirklicher Respekt vor Patient_innen und Kolleg_innen würde bedeuten, endlich unsere Forderungen nach Mindestbesetzung zu erfüllen und damit die gesundheitsgefährdende „Pflege am Limit“ zu beenden.

Her mit der Kohle!

Die deutschen Konzerne haben 2016 Rekordgewinne erzielt. Die operativen Gewinne von den 100 umsatzstärksten Unternehmen sind um 24 Prozent auf 89,5 Mrd. € gestiegen. Laut Wirtschaftsspezialisten seien die Umsätze jedoch gefallen, was bedeutet, dass die Ausbeutung verschärft wurde und dass die angeblichen „Schwierigkeiten“ der Unternehmen einfache Lügen sind. Um die Entlassungspläne von Deutsche Bank, Bombardier und Co zu verhindern und um echte Lohnerhöhungen zu bekommen, muss 2017 das Jahr der Kämpfe werden!



Marx
Startseite | Kontakt | Sitemap | Redaktion | Statistiken | Besuche: 242800

Aktivitäten verfolgen de  Aktivitäten verfolgen Aus den Betrieben  Aktivitäten verfolgen Charité   ?

Realisiert mit SPIP 2.1.29