Revolutionär Sozialistische Organisation

Terror – nur ein Teil der kapitalistischen Barbarei

Donnerstag 12. Januar 2017

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Der Zugfunke - 12. Januar 2017

Schlichter Gegensatz

DB und GDL sind beide des Lobes voll für die Schlichter, die es jetzt angeblich richten sollen. Brauchen beide Seiten also nur kompetente Eheberater, um Einigkeit herzustellen? Den guten Kompromiss zu finden? Quatsch. Der DB-Konzern und wir haben entgegengesetzte Interessen. Deshalb hat die Bahn sich monatelang nicht bewegt. Und auch die Anwesenheit von Schlichtern ändert nichts daran, dass nur durch Druck, also Streik, echte Verbesserungen durchgesetzt werden können. Die Schlichtung soll uns das Ganze aus der Hand nehmen. Dass wieder Stillschweigen vereinbart wurde, nutzt nur der Gegenseite, die immer informiert ist, während wir auf den Schlichterspruch warten sollen. Wir müssen darauf bestehen, dass wir in gemeinsamen Versammlungen über alle Ergebnisse diskutieren und abstimmen können!

Zurück an Absender

Die S-Bahn-Geschäftsführung hat mit ihrem neuen Entwurf für die BV Arbeitszeit ein dickes Paket geschnürt. In eine Schicht dürfen bis zu 7 Runden Ring zuzüglich Ein- und Ausfahrten gepackt werden. Maximale ununterbrochene Lenkzeit 3,5 Stunden. Erstaunlich ist auch, wie kurzfristig Änderungen noch erlaubt sind. Die konkreten Schichtzeiten gibt es sowieso schon viel zu spät erst 5 Tage im Voraus. Aber dann sollen bis Ende der Vorschicht Verschiebungen um zwei Stunden möglich sein?! Und außerdem noch Änderungen durch „Sonderschichten“.

Aber nichts über Entlastungen innerhalb der Schicht: mehr Zeiten um durchzuatmen, kurz entspannen, Klo, essen, telefonieren? Der S-Bahn ist klar, dass das nix mit Verbesserungen zu tun hat. Deshalb schreibt sie schnell noch rein, alles sei nach wissenschaftlichen Erkenntnissen und Ergebnissen der Belastungsstudie zusammengeschustert. Nicht das einzige Paket, was man in der Nachweihnachtszeit umtauschen gehen müsste.

Ohne Rücksicht auf...

Sekundengenau fahren? Unglaublich? Aber fast wahr, wenn es nach dem Willen der S-Bahn-Chefs geht. Der Abfahrt-Countdown macht Druck auf uns. Das will die Bahn, wir sollen brettern, was das Zeug hält. Hauptsache die Zahlen auf dem Papier stimmen. Doch jetzt stellt sich raus, dass dann Abrechnungen nicht stimmen, und wir wieder langsamer fahren sollen, exakt nach Countdown, nicht früher nicht später!

Wofür fahren wir nochmal? Für die Fahrgäste, die vielleicht gerade die Treppe raufhetzen? Für die S-Bahn-Führung ist das zur Nebensache geworden.

Gute Vorsätze

Die große Mehrheit der Lokrangierführer hat gegen die neuen Schichtregeln gestimmt und ihre Unterschriftensammlung öffentlich ausgehängt. Soviel Meinungsfreiheit ist der S-Bahn gar nicht recht. Die Listen wurden abgehängt.

Aber die Unzufriedenheit kriegen sie damit nicht weg. Und auch nicht die Entschlossenheit der Lrfs, die ihren Ärger öffentlich gemacht haben, wofür auch alle anderen gute Gründe hätten. Ein Vorsatz fürs neue Jahr: Es den Lrfs nachmachen!

Ober-Checker?

Der Oberzugbegleiter und ehemalige Sprecher des Verkehrsbetriebes hat die Meldestelle in Hennigsdorf kontrolliert, in der auch die Kollegen von DB Sicherheit (Werkvertrag) ihre Arbeit beginnen. Die hatten ihre Fragen: Ob sie z.  B. das Fax für ihre Stundennachweise benutzen dürften? Warum stellt sich die Frage überhaupt? Bei einem echten Werkvertrag muss die eingekaufte Leistung (das Werk) mit eigenen Betriebsmitteln erbracht werden, sonst wäre es Leiharbeit.

Die Antwort des Kontrolleurs war allerdings: Klaro, fühlt euch ganz wie zu Hause! Genau das ist auch unsere Meinung: Das sind Kollegen wie alle anderen! Nur schlechter bezahlt. Und das darf nicht sein!

Dickes B und kleines B

Im großen Stil hat Regio die Berechtigungen für die betrieblichen Aufgaben der KIN B abgeschafft, weil Ausbildungszeiten und Tauglichkeitsuntersuchungen zu teuer wären. Neu eingestellte Kollegen bekamen und bekommen nur die niedrigere Lohngruppe als reine Servicekräfte. Nun reichen die verbliebenen „B’s“ nicht aus. Bisher durften 628er in Doppeltraktion nur mit „B“ abgefertigt werden. Aber schwuppdiwupp gibt es eine Weisung und der „Abfertigungshelfer“ als billige Lösung ist erfunden.

Wie wär’s mit einer Weisung, in der die Chefabteilungen zu Hilfstätigkeiten erklärt werden? Denn ohne die läuft der Laden wahrscheinlich besser als je zuvor.

Und abstoßen!

Cargo verkauft 200 Loks an den privaten Lokpool des Toshiba-Konzerns. 100 Loks sollen wieder angemietet werden. Kurzfristig werden dadurch die Bilanzen um ca. 70 Millionen Euro aufgehübscht. Fällt den Managern etwa nie mehr ein, als auf Seite 3 des BWL-Handbuchs steht: verscherbeln und auslagern? Vielleicht doch: Im Hinterkopf könnten die A…krampen haben, dass sie so die Werkstätten, die bisher die Loks gewartet und repariert haben, in Konkurrenz innerhalb des DB-Konzerns und zu anderen bringen können. Also versuchen sie, nicht nur die Loks zu verkaufen, sondern unsere Lohn- und Arbeitsbedingungen gleich mit.

Elektronisches Kuckucksei

Bei Regio werden die Tablets verteilt. In den Nutzungsbedingungen wird uns die private Nutzung als völlig selbstverständlich untergejubelt. Aber gleich kommen die Einschränkungen: Durch die private Nutzung dürfen die dienstlichen Anwendungen nicht beeinträchtigt werden. Eine datenintensive Nutzung wird untersagt. Ein Herunterladen von privaten Dateien ist verboten. Wir sollen sicherstellen, dass private Anwendungen keine prozessorintensiven Hintergrundprozesse starten oder zu häufig Daten über das Mobilfunknetz übertragen und zu hohem Akkuverbrauch führen… Wir wussten gar nicht, dass wir durch eine 90-minütige Einweisung zu IT-Spezialisten werden!?

Die private Nutzung ist offensichtlich nur der Köder, um immer uns dran zu kriegen, wenn die elektronische Wunderkiste mal nicht so rechnet, wie sie soll. Lieber Fingers weg von der windigen privaten Nutzung! Geladen wird auch gleich mit Ökostrom des DB Konzerns und fertig.


Marx
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