Revolutionär Sozialistische Organisation

Trump wird empfangen, wie er es verdient!

Donnerstag 26. Januar 2017

Turboschwester

Nach dem Weggang der bisherigen stellvertretenden Pflegedirektorin dürfte klar gewesen sein, auch in diesen Posten hievt Frau Heepe eine mit ihr eng Verbündete. Geworden ist es Frau Wortha-Hoyer. Durchaus bekannt an der Charité. Immer fleißig studiert. Dann konnte es ihr wohl gar nicht schnell genug gehen, den Pflegeberuf wieder an den Nagel zu hängen. Fast verständlich – aber muss sie dann gleich Chefin werden…? Nun ist sie zuständig für Personalmarketing und Implementierung innovativer Personalentwicklungskonzepte. Bei dieser Art der Aufgabenbeschreibung gruselt es uns schon ordentlich. Geschenkt, aber wir erwarten, dass sie auch jetzt den Turbogang einschaltet und endlich dafür sorgt, dass die Unmengen freier Stellen umgehend besetzt werden. Sonst müssen wir sie an die Hochschule zurück delegieren.

800 000 000 Euro

So beziffert der Verein demokratischer Ärztinnen und Ärzte den jährlichen Gewinn, der mit der Krankenhausversorgung erwirtschaftet wird. Tendenz steigend. Das ist schon ein ordentlicher Batzen Geld. Der vor allem von den Krankenkassen eingebracht wird, aber eben nicht der Gesundheitsversorgung ihrer Mitglieder zu Gute kommt. Möglich wird dieser Gewinn durch die Steuerung der Kliniken über die DRGs. Womit noch einmal deutlich wird, wozu das Fallpauschalensystem in der BRD eingeführt wurde. Kliniken sollen privatisiert werden und die Behandlung von Krankheiten Kapital vermehren. Nicht nur Fresenius träumt von den sog. Wertschöpfungsketten. Medikamentenproduktion, Krankenhausbehandlung, Rehabilitation usw. Alles aus einer Hand. Wird der Traum zur Wahrheit, dann werden es demnächst in der Überschrift noch ein paar Nullen mehr sein. Das Einzige, was stört, ist das leidige Personal. Aber auch daran arbeiten sie ja.

Alle Wahlen wieder!

Frau Bachmann, saarländische Gesundheitsministerin, hat gerade angekündigt, dass eine personelle Mindestausstattung im nächsten Landeskrankenhausplan verbindlich festgelegt werden soll. Na klar, muss sie ja. Schließlich sind in wenigen Wochen dort Landtagswahlen. Und da verspricht jede Partei so Einiges. Bezeichnenderweise hat sie vergessen zu benennen, wie diese Mindeststandards denn aussehen sollen. PPR minus 10 Prozent, zwei Kräfte mehr je Klinik und davon jeweils eine Servicekraft oder monatliche Neubestimmung durch Frau Minister? Nein, die streikbereiten Kolleg_innen in den saarländischen Kliniken lassen sich hoffentlich nicht täuschen, denn eine wirkliche Entlastung setzen wir nur mit dem gemeinsamen Arbeitskampf durch!

Nur weil es so traurig ist

Die Gesundheitsakademie hat noch Plätze frei. Für ihren Kurs „Eltern sind besondere Angehörige – Kommunikation in der Neonatologie und Pädiatrie“ sucht sie noch Teilnehmer_innen. Die Planer hatten wohl nicht damit gerechnet, dass es dem Pflegemanagement doch tatsächlich gelingen wird, noch mehr Kinderpflegekräfte zu vergraulen. Auch den Kräften der Erwachsenenpflege, die immer wieder für einzelne Schichten in die Pädiatrie versetzt werden, fehlt es anscheinend an Kraft und Zeit, dieses bestimmt interessante Seminar zu besuchen. Eben: Traurig!

Unschlagbarer Trainingszustand?

Offenbar haben sich ein paar Leute im Charité-Vorstand gedacht, wenn die Pflegekräfte wegen des Personalmangels ständig wie Speedy Gonzalez über die Flure huschen müssen, dann sind beim nächsten Team-Staffellauf Plätze auf dem Siegertreppchen gewiss. Oder warum sonst hat die Charité für den gleich mal 170 Startplätze geblockt?

Geschäftsmodell Ausgliedern – Spalten – Sparen

Sollte bei jemandem durch einige – bisher immer noch unverbindliche – Sätze im Berliner Koalitionspapier der Eindruck entstanden sein, das CFM-Modell des „Kosten sparen durch Belegschaft spalten“ sei irgendwie aus der Mode gekommen, dem sei ein Blick nach Freiburg empfohlen. Am dortigen Klinikum läuft gerade die Ausgliederung des Technik-Bereiches – unter Federführung eines Vamed-Managers. Haben die eigentlich bei Fresenius ein geheimes Zombi-Labor, wo besonders effiziente Vollstrecker- Manager und Kostensparer gezüchtet werden? Unsere Erfahrungen mit den Vamed-Leuten Maßwig und Frede (die Älteren werden sich noch erinnern) lassen so was durchaus vermuten.

Der kleine Unterschied

Weil wir gerade von Stasi-Frede sprachen. Da ist doch gerade der Linke-Staatssekretär Holm aus dem Amt gekegelt worden, weil er sich als Jugendlicher mit Mielkes Schnüfflern eingelassen hatte. Sein „Spitzelkollege“ Frede (genau, der von der CFM) erfreut sich allerdings immer noch eines wohldotierten Postens bei Vamed. Wo liegt der entscheidende Unterschied? Nun, wer wie Holm nach 1990 immer wieder unbequem aufgefallen ist (zum Beispiel bei der Unterstützung von Mieterinitiativen), dem wird aus seiner Vergangenheit schnell mal ein Strick gedreht. Wer allerdings seine damals erworbenen „Fähigkeiten“ im Interesse des Managements und der neuen Herren zu nutzen weiß, für den findet sich immer ein warmes Plätzchen.

Alltägliche Bilder verändern

„Innerlich gekündigtes Personal, schlecht bezahlte Hilfskräfte mit entsprechender Motivation, überarbeitete und übermüdete Pflegekräfte, die nur noch versuchen, den größten Schaden abzuwenden, sind alltägliche Bilder in jeder Klinik von Deutschland.“ Mit dieser uns leider nur zu vertrauten Schilderung hat Jana Langer, Krankenschwester aus Ulm, in den letzten Tagen für ordentlich Wirbel im Internet und in der Öffentlichkeit gesorgt. In einem offenen Brief an Kanzlerin Merkel schilderte sie, wie das Gesundheitswesen uns alle krank macht. Tausende positiver Kommentare zeigen, wie viel Unterstützung durch die Öffentlichkeit es für unseren Kampf um eine bessere Pflege gibt. Eine Bemerkung können wir uns im Wahljahr 2017 allerdings nicht verkneifen: Für eine wirksame Veränderung können wir uns nicht auf die Politik verlassen. Um unsere Belange müssen wir uns nun mal selber kümmern. Der Warnstreik am Mittwoch war da ein guter Anfang, der der CFM klargemacht hat, dass unsere Geduld nicht endlos ist. Dass selbst bei so kurzfristiger Mobilisierung eine gute Streikbeteiligung möglich war, sollte uns allen Mut machen. Da geht noch mehr…



Marx
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